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Samstag, 7. Oktober 2017

[ Rezension ] "Das Porzellanmädchen" von Max Bentow


| Handlung |

"Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, der nie gestellt wurde. Eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?"
(Klappentext)


| Meine Meinung |

Ich habe dieses Buch als ungekürztes Hörbuch gehört.

Manchmal war ich mir nicht sicher: höre ich einen Thriller, eine Geistergeschichte oder ein psychologisches Drama über eine Frau, die an einem schrecklichen Erlebnis zerbrochen ist? Tatsächlich war ich mir dessen immer noch unschlüssig, als das letzte Wort verklungen war...

Mit Sicherheit sagen kann ich, dass Axel Milberg als Sprecher des Hörbuchs eine phänomenale Wahl war: er flüstert, raunt, grollt und knarzt sich nicht nur durch den Text, sondern gibt auch die Geräusche der Puppe wieder.

Welche Puppe?

Die Puppe, die vielleicht wirklich nur eine Puppe ist, vielleicht aber auch besessen – auf jeden Fall aber ein Erinnerungsstück an ein Trauma, das Protagonistin Luna an den Rand des Wahnsinns treibt.

Die neun Stunden, die das Hörbuch dauert, vergingen wie im Flug. Ich war fasziniert und gebannt, gruselte mich, stellte Theorien auf, was denn nun wirklich hinter der ganzen Geschichte steckte. Und doch war ich am Ende nicht ganz zufrieden.

Interessant fand ich, dass die Geschichte mit ihrer eigenen Ambivalenz spielt. Luna, die Autorin ist, verarbeitet ihre Erlebnisse in einem Roman, dessen Hauptfigur ihr sehr, sehr ähnlich ist – und die aufgrund desselben Traumas, das Luna erlebt hat, zur mehrfachen Mörderin wird. Da fragt man sich als Leser: hat Luna all das, was ihre Romanheldin tut, vielleicht wirklich getan? Einiges spricht dafür... Bentow wartet da mit einer interessanten Wendung auf, die die Dinge noch mal in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Allerdings fand ich die Auflösung des Ganzen am Schluss nicht gänzlich logisch und schlüssig, manches erschien mir unrealistisch und konstruiert, und in meinen Augen bemüht sich das Buch zu sehr, den Leser auf den letzten Seiten noch ein letztes Mal dazu zu bringen, alles in Zweifel zu ziehen.

Natürlich geht es auch darum, was Luna vor vielen Jahren passiert ist, und was man als Leser über die Motive des damaligen Täters erfährt, wirkte auf mich eher wie plumpe Westentaschenpsychologie.

Die Geschichte ist fast schon ein Kammerspiel: sie spielt sich auf kleinem Raum und mit nur einer Handvoll Personen ab. Das funktioniert meist gut, manchmal aber auch nicht, denn die Charaktere sind in meinen Augen nicht hundertprozentig ausgereift und der Schreibstil ist oft sehr einfach – was mir besonders in den Passagen auffiel, die Auszüge aus Lunas Buch wiedergeben, denn die soll ja eigentlich eine geradezu brillante Schriftstellerin sein. Besonders die Dialoge wirken gelegentlich etwas hölzern.

Luna ist ohne Zweifel ein sehr interessanter Charakter, aber so richtig greifbar war sie für mich über lange Passagen nicht. Und Leon, der 15-Jährige, den sie mitgeschleift hat in das Horrorhaus ihres persönlichen Dramas, benimmt sich mal wie ein viel jüngeres Kind, dann wieder merkwürdig abgeklärt und viel zu erwachsen.

Dennoch: das Buch kann mit dichter Atmosphäre und einem hohen Unterhaltungswert punkten. 

| Fazit |

Ein Thriller, eine Geistergeschichte, ein Drama? Vielleicht ein bisschen von allem. Die Geschichte hat in meinen Augen durchaus Schwächen, der Schreibstil konnte mich auch nicht immer begeistern, dennoch fand ich das Buch auf jeden Fall unterhaltsam und das Hörbuch hervorragend gesprochen.  

| REZENSIONEN ZU DIESEM (HÖR-)BUCH BEI ANDEREN BLOGS |

5 Sterne
Ka-Sas Buchfinder
Buchwurm.info
Franzy liest und lebt
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Angelique's Bücherblog
Magnificent Meiky
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booknerds.de
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Meine Wertung 3,5 von 5 Sternen
Titel Das Porzellanmädchen
Originaltitel ---
Autor(in)
Sprecher(in)
Max Bentow
Axel Milberg
Übersetzer(in) ---
Verlag* Goldmann
Seitenzahl*
Spieldauer*
384
9h 32min
Erscheinungsdatum* 17. Juli 2017
Genre Thriller

* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei Amazon
Das Hörbuch auf der Seite des Verlags
Das Hörbuch bei Amazon
Das Hörbuch bei Audible

Kommentare :

  1. Hallo Mikka,

    danke für's Verlinken!

    Ich stelle mir den Puppenteil im Hörbuch total gruselig vor! Stimmt, es war schon konstruiert, doch mir kommt vor, dass es kein Psychothriller ohne Konstruktion schafft ein Psychothriller zu sein, oder?

    Hauptsache, man wird gut unterhalten, und das hat "Das Puppenmädchen" wohl geschafft.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Nicole,

      ich glaube, für mich ist es so: wenn ich beim Lesen/Hören gar nicht darüber nachdenke, ob etwas realistisch ist, und dann erst *danach* denke 'Moment mal, das kann doch so nicht...?', dann nehme ich das dem Buch nicht krumm. Wenn ich das aber *während* dem Lesen schon denke, dann stört es mich ein bisschen.

      Aber 3,5 Sterne sind ja durchaus noch eine gute Wertung! :-)

      LG,
      Mikka

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  2. Hallo Mikka,

    das Buch steht auf meiner WuLi und du hast mich ein Stück weit neugierig gemacht, obwohl dir das Buch nicht so gut gefallen hat. Da war Nicole zum Beispiel begeisteter ;) Aber das ist ja deine objektive Meinung und gerade das macht es ja schließlich aus !

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    Antworten
    1. Huhu Uwe,

      ich würde nicht mal sagen, dass es mir nicht gefallen hat! In meinen Augen sind 3,5 Sterne immer noch eine positive Bewertung, denn das sind ja 70% der bestmöglichen Bewertung von 5 Sternen. ;-)

      Für mich bedeutet 5 Sterne "außergewöhnlich hervorragendes Buch", 4 Sterne "sehr gutes Buch" und 3 Sterne "ganz gut, aber mit Einschränkungen". :-)

      LG,
      Mikka

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