Folgt mir auf:
    
     
Thalia buecher.de 
Goodreads Lovelybooks 
Was Liest Du?
 Amazon
WhatchaReadin' 
Büchertreff
Zuletzt besprochene Mal- und Hobbybücher*:
   
Demnächst:
   

Impressum

Datenschutz



#bloggergegenrechts
Für Toleranz und Diversität!
 
Zuletzt besprochene Romane / Sachbücher*:    Demnächst:
       
  
  * ein Klick auf das Cover bringt euch zur Rezension!

Freitag, 7. Juli 2017

[ Rezension ] Schwesterherz (Martin Brenner 1) von Kristina Ohlsson

© Mikka Gottstein | Vollständiger Beitrag auf meinem Blog: http://www.mikkaliest.de/2017/07/rezension-schwesterherz-kristina-ohlsson.html
Meine Wertung 3 von 5 Sternen
Titel Schwesterherz
Originaltitel Lotus Blues
Autor(in) Kristina Ohlsson
Übersetzer(in) Susanne Dahmann
Verlag* Limes 
Seitenzahl* 480
Erscheinungsdatum* 10. April 2017
Genre Thriller

* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei Amazon
Das Hörbuch bei Audible


Handlung

"Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an…"
(Klappentext)

Meine Meinung

Die interessante Grundidee lässt den routinierten Thriller-Fan aufhorchen: Anwalt Martin Brenner soll nachweisen, dass eine geständige Mörderin die Morde gar nicht begangen hat – und zwar posthum, hat sie sich doch vor der Urteilsverkündung umgebracht. Aber damit sticht Brenner in ein Wespennest, denn es gibt direkt mehrere Menschen, die kein Interesse daran haben, dass die Wahrheit ans Licht kommt...

Eine posthume Neuaufwicklung eines Falles, der schon als gelöst zu den Akten gelegt wurde, ist meines Erachtens eine unverbrauchte, interessante Idee! Damit hatte das Buch schon mal ein paar Pluspunkte gut – die es aber relativ schnell wieder abgeben musste, da sich meine Begeisterung leider in Grenzen hielt.
Die Spannung kommt und geht: streckenweise zieht sich die Geschichte etwas, dann galoppiert sie wieder in rasantem Tempo davon und die Ereignisse überschlagen sich. Besonders in der zweiten Hälfte gibt es immer wieder unerwartete Wendungen, und ich rechne der Autorin hoch an, dass der Kriminalfall sowohl komplex als auch solide konstruiert ist. So richtig bei der Stange halten konnte mich die Geschichte dennoch nicht; ich fand nicht alles glaubhaft und manche Entwicklungen wirkten auf mich sogar ein wenig konstruiert. 

Die größten Probleme hatte ich allerdings mit dem Protagonisten.

Martin Brenner ist in meinen Augen vieles: selbstverliebt, sexistisch, egoistisch. Er kommt sich unglaublich toll dabei vor, jede Frau, die er haben will, mühelos ins Bett zu kriegen, und man hat den Eindruck, für ihn gibt es nur drei Arten von Frauen: will ich – will ich nicht – nehm' ich, wenn es gerade nichts Besseres gibt... Einteilung nach Beuteschema. 

Obwohl er durchaus auch die ein oder andere gute Eigenschaft hat, war er mir dermaßen unsympathisch, dass es mir das Buch etwas verleidet hat. Dabei kann ein schwieriger Protagonist durchaus interessant sein und einem Thriller zusätzliche Würze geben! Dann muss er jedoch etwas an sich haben, was ihn darüber hinaus besonders macht, und das geht Martin Brenner meiner Meinung nach ab. 

Er pflegt eine sehr oberflächliche Lebensweise: alles muss schick, edel und teuer sein, da ist eine Armbanduhr für umgerechnet etwa 8500 Euro ein echtes Schnäppchen. Diese Einstellung gibt er schon an seine kleine Ziehtochter Belle weiter (eigentlich seine Nichte, die er nach dem Tod seiner Schwester zu sich genommen hat), die öfter schick gekleidet im Nobelrestaurant mit ihm brunchen geht. Die Kleine kam mir manchmal vor wie ein Accessoire; er betont zwar öfter, wie wichtig sie ihm geworden ist, die Verantwortung und Betreuung delegiert er dann aber doch lieber an andere. 

Mit seiner Geschäftspartnerin Lucy verbindet ihn eine unverbindliche sexuelle Beziehung, wobei jedoch ein deutliches Ungleichgewicht besteht. Lucy tut alles für ihn, auch wenn sie nicht seiner Meinung ist, und ich fand sehr schade, dass sie sich ihm so unterordnet, denn eigentlich war sie für mich der interessantere, sympathischere Charakter! 

Mein Liebling ist auf jeden Fall der Ganove Boris, und der ist im Kontrast zu Martin das beste Beispiel dafür, dass auch ein schwieriger, zwiespältiger Charakter mit fragwürdiger Moral ein großartiger Charakter sein kann! Schade, dass der Autorin dieses Kunststück aus meiner Sicht bei ihrem Protagonisten nicht gelungen ist...
Der Schreibstil ist für meinen Geschmack etwas zu anspruchslos für einen intelligent geschriebenen Thriller, mit einfach strukturierten Sätzen und schlichter Wortwahl. Das Buch liest sich vom Tonfall her sehr 'männlich', was natürlich gut dazu passt, dass Martin Brenner als Alphamännchen im Mittelpunkt steht. 

Von Krimi-Reihen oder -Mehrteilern bin ich es gewohnt, dass jedes Buch zumindest teilweise in sich abgeschlossen ist, hier wird indes tatsächlich nur sehr wenig aufgelöst, so dass die Geschichte wirklich nicht ohne den zweiten Band stehenbleiben kann. Schade, denn der erste Band hat mich nicht genug überzeugt, um auch den zweiten lesen zu wollen.  

Fazit

Die Geschichte klingt sehr ansprechend: Eine junge Frau, die fünf Morde gestanden hat, bringt sich vor der Verhandlung um. Ihr Bruder ist jedoch überzeugt von ihrer Unschuld und wendet sich an Staranwalt Martin Brenner, um zu beweisen, dass sie ein falsches Geständnis abgegeben hat. Der will erst ablehnen, lässt sich aber dann doch hineinziehen in einen Fall, der für ihn zunehmend brisant wird.

Ich wollte das Buch wirklich mögen, und der Kriminalfall ist eigentlich auch spannend und originell – leider fand ich Martin Brenner als Protagonisten jedoch furchtbar unsympathisch, und das nicht mal auf interessante Art. Auch die Spannung blieb für mich nicht durchgehend aufrecht erhalten, und dazu kommt noch ein eher einfacher Schreibstil. 

REZENSIONEN ZU DIESEM BUCH BEI ANDEREN BLOGS

1. Papier und Tintenwelten (4 von 5 Sternen) 
2. Bücherleser (3 von 5 Büchern) 
3. Archive of Longings (4,5 von 5 Sternen)
4. Eulenmatz liest (3,5 von 5 Sternen)
5. Kalte Fuesse und Haende hab ich nicht! (2 von 5 Blumen) 

Cover 4 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 3 Sterne
Charaktere 2,5 Sterne
Schreibstil 3 Sterne

Kommentare :

  1. Liebe mikka,
    bei mir hat der Thriller sehr schecht abgeschnitten!
    https://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/2017/05/schwesterherz-kristina-ohlsson.html
    Dabei liebe ich die Bücher der Autorin, aber hier hatte ich das gefühl, dass jemand ganz Anderer dieses Buch geschrieben hat! Diesen simplen und vulgären Schreibstil kenne ich von der Autorin so gar nicht und auch die Geschichte konnte mich nicht wirklich mitreißen! Den Charakter von Martin Benner hast du sehr exakt beschrieben...ein sexistisches Ekel. Band 2 lese ich nicht mehr.
    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Beim Treffen unseres Krimi-Lesekreises war ich erstaunt, dass nur zwei von uns das Buch nicht mochten! Drei fanden Martin Brenner sogar cool... 😳😳😳

      Ich werde Band 2 definitiv auch nicht lesen.

      Löschen
    2. Achja, deine Rezension habe ich auf Amazon schon gelesen, stelle ich gerade fest!

      Löschen
  2. Hallo Mikka,

    danke für die ausführliche Rezension. Du hast recht, vom Grundprinzip her hört sich die Geschichte wirklich neu und unverbraucht an. Schade, dass Brenner als Hauptfigur nicht überzeugen konnte, das haut einen Krimi/Thriller natürlich ordentlich von der Spur. Und irgendwie ist es wirklich ärgerlich wenn man eine unabgeschlossene Geschichte bekommt, bei der es nicht wirklich wert ist die Fortsetzung zu lesen. So erging es mir gerade bei "Die Brut"...da bin ich auch nicht überzeugt genug um den nächsten Teil zu lesen.

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Misty,

      "Die Brut" war für mich auch ein Reinfall, da werde ich Band 2 auf keinen Fall lesen. :-(

      LG,
      Mikka

      Löschen

Danke für deinen Kommentar! :D