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Donnerstag, 22. Juni 2017

[ Rezension ] "Uns geht's allen total gut" von Daryl Gregory

Meine Wertung 4,5 von 5 Sternen
Titel Uns geht's allen total gut
Originaltitel We are all completely fine
Autor(in) Daryl Gregory
Übersetzer(in) Frank Böhmert
Verlag* Fischer
Seitenzahl* 137
Erscheinungsdatum* 26. Januar 2017
Genre Horror / Dark Fantasy / Paranormales

* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei Amazon

Handlung

"Harrison ist ein Geisterjäger mit Schlafproblemen. Stan wurde einmal – zur Hälfte – von einer Gruppe Kannibalen verspeist. Barbara hatte eine unangenehme Begegnung mit dem Scrimshander, der ihr eine sehr persönliche Botschaft in die Knochen geritzt hat. Ob Greta nur ein wenig mysteriös oder eine Massenmörderin ist, weiß niemand mit Bestimmtheit. Und Martin? Martin nimmt seine Sonnenbrille nicht ab. Nie."
(Klappentext)

Meine Meinung

Das Buch wird beworben als 'unfassbar komisch' und 'furchteinflößender Horror'. Beides ist in meinen Augen übertrieben oder zumindest leicht irreführend. Nicht, dass es keine lustigen Szenen gäbe, aber es ist ein böser Humor mit einem Hauch von Wahnsinn und mehr als einer Spur von Verzweiflung. Nicht, dass es keinen Horror gäbe, aber es ist nicht die Art von Horror, wie man sie von Stephen King und anderen Größen des Genres kennt.

Jeder der Charaktere hat seine eigene Horrorstory schon lange hinter sich – sie alle haben etwas unfassbar Schreckliches erlebt, ein übernatürliches Grauen, das sie nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gezeichnet hat. Jeder Einzelne ist der letzte Überlebende seines ganz persönlichen Dramas, und dass alle Welt an natürliche Erklärungen glaubt, macht sie einsam... So unsäglich, unsäglich einsam. 

Das klingt deprimierend, und das ist es manchmal auch, aber vor allem ist es unglaublich packend, originell und außergewöhnlich. Denn im Grunde ist die Geschichte nicht mehr oder weniger als eine Parabel für das Überleben nach einem schwerwiegenden Trauma. 

Was Stan, Barbara, Harrison, Greta und Martin erlebt haben, ist vielleicht fernab unser Realität, wie sie jedoch damit umgehen, das ist eine Ansammlung bestechend realistischer Metaphern für verschiedene Bewältigungsstrategien – sozusagen die fünf Phasen der Trauer plus Dämonen. Die Dynamik innerhalb ihrer sonderbaren kleinen Selbsthilfegruppe ist direkt aus dem Leben gegriffen, das ist durch und durch glaubhaft und hat einfach den Klang der Wahrheit.

Diese Novelle endet nach nur 137 Seiten, und das ist auf verschiedene Arten und Weisen unglaublich. Mal ganz abgesehen davon, dass ich meinen eReader am liebsten geschüttelt hätte, um zu sehen, ob nicht doch noch ein paar Sätze rausfallen, böte jeder Charakter mit seiner Hintergrundgeschichte mehr als genug Potential für sein eigenes Buch. Tatsächlich hatte ich nach dem Lesen das sonderbare Gefühl, Daryl Gregory habe es geschafft, klammheimlich mindestens 1.000 Seiten zu komprimieren, irgendwie, und in dieses kleine Büchlein zu packen... Man bekommt zwar nur kurze Einblicke in die Vergangenheit der Protagonisten, aber es sind Einblicke, die ihr grundlegendstes Wesen offenbaren.  

Und dennoch würde ich gerne noch mehr über die Charaktere lesen! Zumindest über einen davon hat Daryl Gregory inzwischen ein eigenes Buch geschrieben ("Harrison Squared"), das allerdings noch nicht auf deutsch übersetzt wurde.

Natürlich geht es nicht nur um die Therapie der fünf Überlebenden, denn das Übernatürliche wartet nur darauf, wieder in ihre Leben einzufallen. Das fand ich unheimlich spannend, und manchmal hat es mich an die Geschichten von H.P. Lovecraft erinnert! Abgründig, düster, ein eher leises Grauen... Und das liebe ich. 

Der Schreibstil wartet mit einem ungewöhnlichen Blickwinkel auf: eine Art kollektiver Ich-Perspektive, bei der man nie genau weiß, wer jetzt eigentlich gerade spricht. Das passt gut zu dem zunehmend dichten Beziehungsgeflecht zwischen den Charakteren: es ist nicht mehr die Geschichte von Harrison, die Geschichte von Stan, die Geschichte von Greta usw. Es ist ihre gemeinsame Geschichte.

Egal, wer gerade spricht, der Schreibstil vermittelt immer sehr viel Atmosphäre und liest sich wunderbar unterhaltsam runter, auch wenn die Szenerie gerade alles andere als fröhlich oder angenehm ist.

Fazit

Eine Selbsthilfegruppe für Überlebende paranormaler Aktivitäten? Das ist skurril und vollkommen abgedreht, manchmal lustig, öfter gruselig, aber immer erstaunlich nahe dran an der Realität – jedenfalls, wenn man die Geschichte mal auf das Allergrundlegendste herunterbricht. Denn dann geht es eigentlich um eine Gruppe Menschen, die sich damit herumschlagen müssen, überlebt zu haben.

Ob man jetzt gerne Horror liest oder sich für Psychologie interessiert, die Novelle bietet eine erstaunliche Mischung aus spannender Unterhaltung und Tiefgang. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Art von Horror nicht jedermanns Sache ist, aber besonders Fans von H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos würde ich die Leseprobe ans Herz legen! 

REZENSIONEN ZU DIESEM BUCH BEI ANDEREN BLOGS

1. Kejas Blogbuch

Cover 4 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 4,5 Sterne
Charaktere 4,5 Sterne
Schreibstil 4,5 Sterne
Humor 4 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo Mikka,

    durch deinen letzten Neuzugänge Post bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und musste es mir natürlich kaufen. Werde es morgen lesen und bin gespannt.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Huhu Uwe,

      dann hoffe ich wirklich, dass es dir auch so gut gefällt! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D