Folgt mir auf:
    
     
Thalia buecher.de 
Goodreads Lovelybooks 
Was Liest Du?
 Amazon
WhatchaReadin' 
Büchertreff
Zuletzt besprochene Mal- und Hobbybücher*:
    
Demnächst:
  

Impressum

Datenschutz



#bloggergegenrechts
Für Toleranz und Diversität!
 
Zuletzt besprochene Romane*:  Demnächst:
        
   
  * ein Klick auf das Cover bringt euch zur Rezension!

Donnerstag, 1. Juni 2017

[ Rezension ] "Die Brut" (Band #1) von Ezekiel Boone

Meine Wertung 2,5 von 5 Sternen
Titel Die Brut 
Originaltitel The Hatching
Autor(in) Ezekiel Boone
Übersetzer(in) Rainer Schmidt
Verlag* Fischer
Seitenzahl* 400
Erscheinungsdatum* 24. Mai 2017
Genre Thriller / Apokalypse / Horror

* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei Amazon
Das Hörbuch bei Audible

Handlung

"Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören. In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben. In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich. In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht. Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien."
(Klappentext)

Meine Meinung


Das subtile und dennoch gruselige Cover verrät bereits, um welche Bedrohung es gehen wird in diesem apokalyptischen Actionthriller – richtig, die niedlichen achtbeinigen Tierchen, die viele Leute schon in der Realität zum Kreischen bringen. Wer Herzrasen bekommt, wenn er eine Spinne nur von weitem sieht, der wird sich wahrscheinlich nach wenigen Kapiteln dabei ertappen, dass er ständig alle Schlupfwinkel und dunklen Ecken seines Hauses kontrolliert. 

Der Klappentext lässt es schon erwarten: "Die Brut" liest sich wie ein typischer Katastrophenfilm à la "Arachnophobia" in Buchform. Zunächst flog ich geradezu durch die kurzen, rasanten Kapitel und die vielen Schauplätze auf der ganzen Welt, und der Schreibstil sprach mich ebenfalls sehr an; er peitscht die Handlung knapp und schnörkellos voran, und besonders die Dialoge lesen sich stimmig. 

Zu Beginn ist der Horror noch eher zurückhaltend, aber das ändert sich schnell – allerdings ließ auch meine Begeisterung bald nach.  

Das Buch liest sich so, als wäre es mit dem Drehbuch für eine Hollywood-Verfilmung im Hinterkopf geschrieben worden: relativ wenig Handlung wird durch Action und Schockmomente auf 400 Seiten gestreckt, und dabei bleibt in meinen Augen jeder Anspruch und jede intelligente Thrillerspannung auf der Strecke. Von einem Thriller – auch einem Horrorthriller des Subgenres 'Tierhorror'! – erwarte ich mir jedoch deutlich mehr Tiefgang als von einem B-Movie-Blockbuster. Und das Potential für 'mehr' wäre im Grunde gegeben, denn die Charaktere sind vielfältig und decken eine Vielzahl von Themen und Blickwinkeln ab, von Wissenschaft über Politik bis Mythologie. Es wäre zum Beispiel sehr spannend gewesen, zu verfolgen, wie verfeindete Staaten zusammenarbeiten müssen, um der Bedrohung Herr zu werden! 

Tatsächlich flachte die Spannung für mich etwa ab der Hälfte sehr stark ab, weil sich das immer gleiche Schema immer wieder wiederholt: die Handlung springt in einen anderen Teil der Welt, die Menschen dort ahnen nichts von der Bedrohung, das achtbeinige Unheil bricht über sie herein, Massenpanik und Leute, die unerklärlicherweise trotz allem noch daran denken, schnell ein Video zu drehen und hochzuladen, bevor sie gefressen werden. (Wobei ich zugeben muss, dass Letzteres wahrscheinlich realistisch ist...)

Erschwerend dazu kam für mich noch, dass ich mit den Charakteren nicht so richtig warm wurde. Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass es wirklich unglaublich viele sind! Die Szenen sind kurz, das Buch springt ständig von Schauplatz zu Schauplatz, und an jedem davon gibt es mehrere und immer wieder neue Charaktere. Zwar bemüht sich der Autor, jedem davon Leben einzuhauchen, indem er dem Leser Hintergrundinformationen an die Hand gibt, aber diese wirken oft seltsam wahllos – interessiert mich zum Beispiel wirklich, nach welchem Baseball-Helden einer der Charaktere seinen Hund benannt hat, obwohl das gerade überhaupt keine Rolle spielt? Auch Charaktere, die nur auftauchen, um kurz darauf als Spinnenfutter zu dienen, werden mit ausgiebigen Einblicken in ihr Leben vorgestellt, was das Buch zusätzlich streckt und die Spannung ausbremst. 

Es gibt viele starke Frauencharaktere – sogar eine Präsidentin der Vereinigten Staaten! –, was an sich ein Pluspunkt ist, allerdings sind sie meist unglaublich attraktiv und denken viel und ausgiebig über ihr Sexleben nach, was sie dann wiederum auf Äußerlichkeiten reduziert. Ich hatte den Eindruck, dass sie gewissermaßen nur das Klischee des erfolgreichen Alphamännchens widerspiegeln: sie tätscheln Assistenten das Knie und haben Affären mit ihren gut aussehenden Untergebenen, für die sie sich menschlich gesehen nicht die Bohne reduzieren und die sie einfach wegwerfen, wenn sie sich für einen anderen Partner interessieren. 

Zu guter Letzt fehlten mir halbwegs glaubhafte Erklärungen. Natürlich muss bei einem Buch dieses Genres nicht alles bis ins Detail erklärt werden, aber ich vermisste das Gefühl, dass die Geschehnisse tatsächlich möglich sein könnten. Es wird zum Beispiel mehrmals gesagt, dass die golfballgroßen Spinnen im Bruchteil einer Sekunde durch die Haut eines Menschen schlüpfen können und dabei lediglich ein Tropfen Blut zurückbleibt. Wie soll das gehen? Der Autor verrät es nicht.  

Fazit

In kurzen, rasanten Kapiteln springt die Geschichte durch Schauplätze auf der ganzen Welt – eine globale Arachnokalypse, die nichts für Zartbesaitete oder Spinnenphobiker ist.

Leider konnte mich das Grundprinzip "Monsterspinnen fressen Menschen" nicht bis zum Ende fesseln. Die Spannung flaute für mich rasch ab, weil sich die Geschichte in meinen Augen problemlos um 200 Seiten kürzen lassen würde, ohne dass inhaltlich viel verloren ginge, und für mich hatte sie auch nicht wesentlich mehr zu bieten als ein typischer Hollywood-Tierhorror-Streifen.

Die Geschichte springt außerdem zu oft und zu schnell von Szene zu Szene, um die vielen, vielen Charaktere wirklich kennenzulernen.

REZENSIONEN ZU DIESEM BUCH BEI ANDEREN BLOGS

1. Magische Momente (4 Schreibfedern)
2. Tapsis Buchblog (keine Sternebewertung, aber keine Leseempfehlung)
3. kunterbunte Bücherkiste (abgebrochen)

Cover 4,5 Sterne
Originalität 2 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 2 Sterne
Charaktere 2,5 Sterne
Schreibstil 4 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo Mikka,

    eine sehr schöne und differenzierte Rezension. Ich bin total neugierig auf das Buch, aber wenn du schreibst, dass die Spannung nach einer Weile ganz schön abflacht, werde ich meine Erwartungen mal ein bisschen runterschrauben. Mich reizt der Ekel- /Horror-faktor total! XD

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Nicole,

      viele in der Leserunde waren auch total begeistert von dem Buch, manche sagten sogar, es sei der beste Thriller, den sie je gelesen hätten! Also, wer weiß, vielleicht gefällt es dir ja auch besser als mir? Der Ekelfaktor ist bei fleischfressenden Spinnen jedenfalls gegeben. ;-)

      LG,
      Mikka

      Löschen
  2. Hallo Mikka,

    das Buch liegt bereits auf meine Stapel für Juni und deine gut dargestellte Meinung reizt mich, ob es mir genauso gehen wird. Die Thematik reizt mich und ich bin auf jeden Fall gespannt.

    Liebe Grüße,
    Uwe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Uwe,

      dann bin ich auch sehr gespannt, wie dir das Buch gefallen wird! Viele sind ja sogar sehr begeistert davon. :-)

      LG,
      Mikka

      Löschen
  3. Hi!

    Also hier wusste ich gleich von Anfang an, dass das nix für mich ist - ich mit meiner Spinnenphobie, nein danke :D. Aber eine Anmerkung wollte ich trotzdem da lassen: Da ich gesehen habe, dass es da noch einen zweiten Teil gibt, kommen die Erklärung vielleicht erst dort?

    Liebe Grüße
    Ascari

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Ascari,

      das kann gut sein! Aber ich finde immer, jeder Band muss irgendwie auch in sich plausibel sein und der Leser sollte wenigstens schon ein paar Erklärungen bekommen, wenn auch noch nicht alle. :-)

      LG,
      Mikka

      Löschen
    2. Da bin ich natürlich ganz bei dir ... Fragt sich halt nur, was der Autor als "plausibel" sieht :D.

      Liebe Grüße
      Ascari

      Löschen
  4. Ich hab gestern die massive Werbung im Frankfurter Hauptbahnhof gesehen und danke Dir für diese Rezension. Ich dachte mir schon, dass Titel und Werbung nicht ganz erreicht werden können. Schade drum. Sehr hilfreich, wie gut und detailliert Du das beschrieben hast. Leider ein Problem bei vielen Thrillern: Gute Idee, guter Anfang und dann lässt es langsam nach...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Julia,

      oh, ich habe gar nicht mitbekommen, dass es so intensiv beworben wird! Aber wir leben hier auch auf'm Dorf. :-)

      LG,
      Mikka

      Löschen

Danke für deinen Kommentar! :D