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Dienstag, 13. Juni 2017

[ Rezension ] "Die Rebellion der Maddie Freeman" von Katie Kacvinsky

Katie Kacvinsky: Die Rebellion der Maddie Freeman
Seelenlose digitale Welt?
Meine Wertung 3,5 von 5 Sternen
Titel Die Rebellion der Maddie Freeman
Originaltitel Awaken
Autor(in) Katie Kacvinsky
Übersetzer(in) Ulrike Nolte
Verlag* Boje (Bastei Lübbe)
Seitenzahl* 368
Erscheinungsdatum* 22. Juli 2011
Genre Dystopie / Jugendbuch

* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei Amazon
Das Hörbuch bei Audible

Handlung

"Eine Stadt in den USA, nur wenige Jahre in der Zukunft: Plastikbäume, Online-Dates und Schule im Netz - Maddie, 17, lebt wie die meisten ein digitales Leben. Und merkt kaum, wie seelenlos sich das anfühlt. Bis sie sich Hals über Kopf in den etwas älteren Justin verliebt. Für ihn findet das wahre Leben offline statt. Er nimmt Maddie mit in Coffeeshops und Clubs und sie fühlt sich immer mehr von diesem echten Leben angezogen.

Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Künstlichkeit der Welt und die Anonymität der sozialen Netzwerke. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben - und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zur Schlüsselfigur. Doch für welche Seite wird sie sich entscheiden?"
(Klappentext)

Meine Meinung

Im Jahr 2060 hat sich die Welt in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt, doch das geht einher mit einer drastischen Verarmung des sozialen Lebens, auch wenn die meisten Menschen das gar nicht so empfinden. Zwischenmenschliche Interaktion spielt sich immer ausschließlicher in der virtuellen Realität ab, während man offline nur noch das Allernötigste tut, wie Essen oder Schlafen. In vielerlei Hinsicht ist die Welt des Buches eine glaubhafte Weiterentwicklung der sozialen Medien, wie wir sie heute kennen, und unseres Umgangs damit. Die Autorin spricht spannende Themen mit viel Potential für Sozialkritik an, was im Grunde die perfekte Grundlage für eine Dystopie bietet.
Allerdings ist die im Titel versprochene Rebellion weniger dramatisch, als man erwarten würde. Maddies erster großer Akt der Rebellion geschah, als sie 15 Jahre alt war – und da war es in meinen Augen mehr eine Kombination der Umstände als echte Rebellion aus Überzeugung. Mehr möchte ich da noch nicht verraten! 

Zu Beginn des Buches ist Maddie jedenfalls 17 und fast schon übertrieben angepasst, ein Resultat der Erziehung ihres kontrollsüchtigen Vaters. Mit großen Augen bestaunt sie fassungslos, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die ganz dreist an der Tür klingeln, um gemeinsam einen Kaffee trinken zu gehen, statt nur ein digitales Café aufzusuchen. Sie ist keine Kämpferin, keine starke, aufmüpfige Rebellin, sondern ein unsicheres Mädchen, das es am liebsten allen recht machen würde. Ja, sie war mir sympathisch, ich konnte mit ihr mitfühlen, und trotzdem wünschte mir mir etlichemal, sie würde ihr Schicksal endlich entschlossen in die eigenen Hände nehmen, statt sich immer nur mitziehen zu lassen! Das Zeug dazu hat sie, das kann man ein paarmal erahnen. 

Justin ist entschlossen, sie herauszulocken aus der trügerischen virtuellen Sicherheit. Er blieb für mich allerdings lange nur schwer greifbar: man erfährt, dass er unglaublich wichtig ist für die Rebellion, aber bis auf wenige kurze Einblicke nicht viel darüber, was er eigentlich genau tut, um den Respekt und die Verehrung zu rechtfertigen, die ihm entgegengebracht werden.

Maddie gegenüber verhält er sich sehr wechselhaft und meist nicht unbedingt so, dass es romantische Gefühle ermutigen würde, was sie allerdings nicht davon abhält, ihn anzuhimmeln. Die Liebesgeschichte entwickelt sich ziemlich schnell und rückt dann über weite Strecken in den Mittelpunkt, während die Dystopie in den Hintergrund gerät. Mir war die Sprache ehrlich gesagt oft zu kitschig – besonders, wenn man bedenkt, wie kurz Maddie und Justin sich erst kennen! 

Das Buch ist zwar durchaus unterhaltsam, die Geschichte ist jedoch nicht so packend oder vielschichtig, wie ich erwartet hatte. Für eine Dystopie fehlte mir das Gefühl der Dringlichkeit oder Bedrohung! 

Die Welt erschien mir ebenfalls nicht bis ins Letzte durchdacht oder logisch: 

Wenn alle immer online sind, wer hält dann derweil die Welt am Laufen? Denn noch lassen sich Menschen nicht von digitalem Gemüse ernähren oder ein Haus aus digitalen Bausteinen erbauen! Die Welt braucht Krankenhäuser, Fabriken, landwirtschaftliche Betriebe und vieles mehr, das sich nicht digitalisieren lässt. Es muss eine breite Masse geben, die das Lebensnotwendige produziert, dennoch scheinen es hier nur die Rebellen zu sein, die bewusst offline leben.  

Man kann das Buch gut in wenigen Tagen durchlesen und sich dabei nicht langweilen, denn die Sprache ist zwar einfach, dabei aber ansprechend und flüssig. Wirklich herausragend fand ich den Schreibstil jedoch nicht; für meinen Geschmack wird zu oft Oberflächliches beschrieben, wie das Aussehen und die Kleidung der verschiedenen Personen – auch, wenn es gerade viel interessantere Themen geben würde. 

Fazit

Im Jahr 2060 verbringen die Menschen einen Großteil ihrer Zeit online, sowohl beruflich als auch privat, und schon die Kinder werden im digitalen Schulsystem unterrichtet. Joggen, Essengehen, Tanzen, Flirten? Alles digital, alles ganz ohne Risiko... Alles irgendwie weichgespült.

Das Potential für eine spannende, sozialkritische Dystopie ist vorhanden, wird aber in meinen Augen nicht voll ausgeschöpft: viel Liebesgeschichte, relativ wenig Rebellion! Da es sich hier jedoch um einen ersten Band handelt, könnte sich das in den Folgebänden natürlich noch ändern.

Ein Buch, das man gut nebenher lesen kann, meiner Meinung nach aber nicht unbedingt lesen muss.

REZENSIONEN ZU DIESEM BUCH BEI ANDEREN BLOGS

1. Script of Life (3,5 Sterne) 
2. Mandys Bücherecke (3,5 Sterne)
3. LeseLustLiebe (4 Sterne)
4. Lesedelfin (4 Sterne)
5. Geschichtenabenteurerin (5 Sterne)

Cover 3,5 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 3 Sterne
Charaktere 3,5 Sterne
Schreibstil 3,5 Sterne
Logik & Schlüssigkeit 2,5 Sterne
Romantik 3,5 Sterne

Kommentare :

  1. Huhu Mikka,

    das Buch habe ich vor längerer Zeit gelesen und fand es auch nicht wirklich überzeugend. Da hatte ich mir von der Dystopie mehr erhofft. Auch für mich rückte die Liebesgeschichte und das Anschmachten zu sehr in den Vordergrund. Da gab es ein, zwei Seiten, wo ich nur noch mit den Augen rollen konnte (...An Justin sah Schmieröl einfach gut aus... ;). Das war dann doch nichts für mich und bis jetzt konnte ich mich nicht zur Fortsetzung durchringen. (Rezi dazu auch auch meinem Blog) Falls du den zweiten Band liest, bin ich auf deine Meinung gespannt.

    Liebe Grüße von Conny und dir schon mal ein nettes Lese-Wochenende :)

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    Antworten
    1. Huhu Conny,

      ich habe letztens die ersten beiden Bände bei einem Gewinnspiel gewonnen, deswegen werde ich den zweiten Band wahrscheinlich auch noch lesen. Nur wahrscheinlich nicht direkt...

      Die auch ein schönes Wochenende! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D