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Montag, 3. April 2017

[ Rezension ] "Die Gerechte" von Peter Swanson

Peter Swanson: Die Gerechte
Peter Swanson: Die Gerechte
Meine Wertung 5 von 5 Sternen
Titel Die Gerechte
Originaltitel The Kind Worth Killing
Autor(in) Peter Swanson
Übersetzer(in) Fred Kinzel
Verlag* Blanvalet
Seitenzahl* 416
Erscheinungsdatum* 16. Januar 2017
Genre Thriller
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches


"Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als eine attraktive Frau sich neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?"
(Klappentext)
Um es kurz zu fassen: "Die Gerechte" ist ein rundum geniales Buch - für mich definitiv einer der originellsten, raffiniertesten Thriller der letzten Jahre und mehr als genug Anlass, ab jetzt unbesehen jedes Buch des Autors zu kaufen.

Um es nicht ganz so kurz zu fassen:

Die meisten Bücher, egal welchen Genres, haben mindestens einen Hauptcharakter, den der Leser trotz eventueller Schwächen als grundlegend guten Menschen ansehen und mit dem er sich identifizieren kann. Sogar charismatische Psychopathen haben normalerweise einen positiv besetzten Gegenspieler: Hannibal Lecter würde zum Beispiel nicht halb so gut funktionieren ohne Clarice Starling.

Eine Geschichte rund um eine Figur aufzubauen, die überhaupt nicht in das übliche Schema eines guten Menschen passt oder sich nicht mal annähernd in soziale Normen pressen lässt, ist ein literarischer Drahtseilakt - und wenn er gelingt, gebührt dem Autor tosender Applaus für dieses Kunststück.

Zu meinen Lieblingsautorinnen gehört zum Beispiel Gillian Flynn, die unzuverlässige Protagonistinnen mit ernsthaften Persönlichkeitsstörungen schon lange vor ihrem Bestseller "Gone Girl" perfektioniert hatte.Und Peter Swanson braucht sich nicht hinter Mrs. Flynn zu verstecken, denn mit "Die Gerechte" hat er in meinen Augen den perfekten Thriller und die perfekte Anti-Heldin geschrieben.

Die Geschichte wird von vier sehr unterschiedlichen Personen erzählt - und dreien davon kann der Leser nicht über den Weg trauen. Was eigentlich nicht funktionieren kann, es aber trotzdem tut.

Die im Klappentext erwähnte attraktive Frau, die einem Wildfremden aus heiterem Himmel ihre Hilfe bei einem Mord anbietet, heißt Lily, und sie ist es, in deren Kopf der Leser die meiste Zeit verbringt. Schnell wird klar: Man sollte diese Frau nicht mögen. Man sollte ihre Taten nicht gutheißen und ihr ganz gewiss nicht die Daumen drücken. Und trotzdem habe ich all das getan; auf verquere Art und Weise mochte ich Lily, und deswegen bin ich ihr gerne auf ihren dunklen Wegen gefolgt.

Über die anderen Charaktere möchte ich lieber noch gar nichts verraten, daher nur soviel: ich fand sie alle grandios, denn sie sind auch dann glaubhaft, wenn sie Dinge tun, die normale Menschen niemals tun würden.

Auch wenn die Grundidee der Geschichte an "Der Fremde im Zug" von Patricia Highsmith erinnert (was sicher eine beabsichtigte Hommage ist, da Lily am Anfang des Thrillers ein Buch der Autorin liest), macht Peter Swanson doch etwas ganz Eigenes daraus. Die Geschichte ist sehr geschickt und intelligent konstruiert, und gerade die unerwarteten Wendungen sind fantastisch. Besonders die erste davon hat mich kalt erwischt, und ich hatte das Gefühl: Ok, ab jetzt ist wirklich alles möglich - da hätte ich niemals mit gerechnet!

Der englische Titel ist "The Kind Worth Killing", also in etwa: "Die, die es wert sind, getötet zu werden", und tatsächlich bringt das Buch den Leser immer wieder dazu, darüber nachzudenken, ob wir Mord unverzeihlich finden und falls ja, warum eigentlich.

Spannend fand ich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite, und ich war tatsächlich traurig, als ich das (überraschende!) Ende erreicht hatte.

Der Schreibstil passt perfekt zur Geschichte. Ganz sachlich und ruhig werden die unglaublichsten Dinge erzählt, und gerade diese trügerische Ruhe macht die Geschehnisse oft umso erschreckender.
Der Thriller ist meines Erachtens ein Meisterwerk des Genres, mit drastisch unerwarteten Wendungen und einer zwiespältigen, perfiden, komplizierten Protagonistin, die sich über so banale Konzepte wie 'gut' und 'böse' mit unergründlichem Lächeln hinwegsetzt.

Wer Amy Elliot aus "Gone Girl" von Gillian Flynn interessant fand oder Brünhilde Blum aus der "Totenfrau"-Trilogie von Bernhard Aichner mochte, dem könnte auch Lily Kintner aus "Die Gerechte" gefallen.
Cover 4 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 5 Sterne
Charaktere 5 Sterne
Schreibstil 4 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo Mikka,
    oh ha, das hört sich ja mal nach einem gewaltigen Werk an. Spannend, die Charaktere jenseits von gut und böse.
    Hab ich übrigens schon mal erwähnt, dass ich deine Rezensionen sehr mag? Danach fühlt man sich immer so umfassend informiert :)
    Wie bist du eigentlich auf dieses Buch aufmerksam geworden?
    Grüße Daniela

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    1. Huhu Daniela,

      herzlichen Dank für das Lob! Ich muss mich bei meinen Rezensionen immer bremsen - meist schreibe ich erstmal, und dann muss ich beinahe jedes Mal ausgiebig kürzen, damit die Rezension auch auf allen Seiten kurz genug zum hochladen ist... Die sind fast immer viel zu lang. :-)

      Das Buch hat unser Krimilesekreis für diesen Monat ausgewählt! Wobei ich gerade bei einem Blick auf die Uhr feststelle, dass ich gleich losfahren muss, wir treffen uns heute Abend in unserer Lieblingsbuchhandlung, die dann immer extra für uns noch bis etwa 20 Uhr aufhat. :-)

      LG,
      Mikka

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  2. Hallo Mikka,

    eine tolle Rezi und du machst mir gerade etwas Angst, bezüglich deines Vergleichs zwischen Gillian Flynn und Peter Swanson. Denn mit ihrem Schreibstil und Charakteren kam ich gar nicht klar.

    "Die Unbekannte" subbt noch bei mir und es zieht mich jetzt nicht gerade dazu hin ;) Hast du es schon gelesen?

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Huhu Uwe,

      in unserem Krimi-Lesekreis sind auch zwei dabei, die mit Gillian Flynn nix anfangen können! Da "Die Gerechte" unser Monatsbuch war und wir uns heute Abend treffen, um das Buch zu bequatschen, werde ich dann ja sehen, ob sie es mochten oder nicht. Falls nicht, dann würde es wohl dafür sprechen, dass es dir vielleicht auch nicht so gefällt?

      "Die Unbekannte" habe ich noch nicht gelesen, möchte das aber jetzt unbedingt tun.

      LG,
      Mikka

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  3. Hallo Mikka,

    ich habe deine Rezi bei meiner verlinkt. Ich hoffe, es stört dich nicht. Wenn du sag einfach Bescheid ;)
    Liebe Grüße
    Meiky

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    1. Huhu Meiky,

      nein, das stört mich natürlich überhaupt nicht! :-) Eigentlich wollte ich mir auch schon länger mal angewöhnen, unter meinen Rezensionen die Rezensionen anderer Leute zu verlinken, aber ich denke nie dran...

      LG,
      Mikka

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  4. Huhu Mikka!

    Endlich komme ich mal dazu, zu deiner Rezension auch endlich meinen Senf dazuzugeben. :D Die liest sich echt wunderbar.
    Ich fand es auch echt raffiniert geschrieben wie die Protagonistin einfach mal überhaupt nicht klassisch ist, sondern völlig falsche Weltansichten hat, die aber wiederum durchaus begründet sind. Zusammen mit den Wendungen, die ich nie kommen sah, war das Buch damit wirklich ein Genuss.
    Die Anlehnung an "Der Fremde im Zug" von Patricia Highsmith ist mir leider nicht aufgefallen, da ich das Buch nicht kenne, aber solche Eastereggs finde ich toll. Und von Gillian Flynn werde ich in Zukunft vielleicht auch mal ein Buch lesen.

    Übrigens habe ich diesen Beitrag in meinem Beitrag zu deiner Aktion Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt. Mit dem Umsetzen der Kommentare hänge ich leider etwas nach, aber vielleicht schaffe ich es trotzdem nächste Woche wieder mitzumachen. Einige interessante Beiträge habe ich jedenfalls gefunden, die ich gerne auch anderen zeigen würde. :)

    Liebe Grüße,
    Diana

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    1. Huhu Diana,

      also, wenn du "Die Gerechte" gut fandest, sind die Chancen recht gut, dass du auch Gillian Flynn mögen wirst! Ein Mitglied unseres Krimi-Lesekreises kann Gillian Flynn überhaupt nicht leiden, und die mochte auch "Die Gerechnete" nicht, irgendwie ist das so die gleiche Art Thriller, finde ich.

      Deine Kreuzfahrt ist mir bisher wohl durch die Lappen gegangen, sonst hätte ich sie schon verlinkt - das mache ich dann nächste Woche. :-)

      LG,
      Mikka

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  5. Huhu Mikka,

    jetzt musste ich im Gegenzug erstmal deine Rezension zu "Die Gerechte" lesen. Ist ja witzig, uns ist beiden direkt der Vergleich mit "Gone Girl" eingefallen... bzw. habe ich ja auch noch "Girl on the train" ins Rennen geworfen.
    Was ich an dem Buch besonders mochte ist, dass sich der Autor durch die ohnehin schon ungewöhnlichen Twists im Handlungsverlauf am Ende nicht gezwungen sah, irgendeine völlig unlogische Auflösung aus dem Hut zu zaubern - hat man in dem Genre ja bisweilen ;-) - sondern die Story ganz stimmig ausklingt. Für mich zwar auch nicht ganz so überraschend (wegen einer Kleinigkeit direkt am Anfang), aber das Ende passt trotzdem sehr gut.

    Hab einen schönen Tag, ich stöbere noch ein wenig.
    Liebe Grüße
    Alex

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    1. Huhu Alex,

      ja, das Ende fand ich auch gut gelungen! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D