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Samstag, 1. April 2017

[ Rezension ] "Ich bin die Nacht" von Ethan Cross

Ethan Cross: Alle 3 "Sheperd" Thriller
Ethan Cross: Alle 3 "Sheperd" Thriller
Meine Wertung 2 von 5 Sternen
Titel Ich bin die Nacht 
Originaltitel The Sheperd
Autor(in) Ethan Cross
Übersetzer(in) Dietmar Schmidt
Verlag* Bastei Lübbe
Seitenzahl* 400
Erscheinungsdatum* 20. Dezember 2013
Genre Thriller
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei Amazon
Das Hörbuch auf der Seite des Verlags
Das Hörbuch bei Audible

"Mein Name ist Francis Ackerman junior. Ich bin das, was man gemeinhin einen Serienkiller nennt. Doch ich töte nicht wahllos, und jedes meiner Opfer bekommt eine faire Chance, denn ich fordere es zu einem Spiel heraus. Wer gewinnt, überlebt. Ich habe noch nie verloren. Die meisten Menschen werden mich verabscheuen. Einige, die mir ähnlich sind, werden mich verehren. Aber alle, alle werden sich an mich erinnern. Mein Name ist Francis Ackerman junior. Ich bin die Nacht, und ich möchte ein Spiel mit Ihnen spielen."
(Klappentext)

Die Grundidee des Buches klingt sehr interessant und verspricht einen originellen psychologischen Thriller.

Francis Ackerman Junior ist ein Serienkiller - aber er ist auch ein Opfer, denn er wurde als kleiner Junge von seinem eigenen Vater mittels Folter und Gehirnwäsche  gebrochen und gezielt zum Serienkiller abgerichtet. Das wirft natürlich viele ethische Fragen zu Schuld und Eigenverantwortung auf: Inwieweit ist Ackerman verantwortlich für seine grausamen Taten?

Tatsächlich könnte die Geschichte an sich grandios sein, aber für mich scheitert das Buch leider gnadenlos an der Umsetzung.

Fand ich das Buch auf den ersten 100 Seiten noch spannend und unterhaltsam, kam es mir danach zunehmend vor wie ein schlechter Actionfilm mit vollkommen unrealistischen Stunts und Kampfszenen. Ständig wird irgendjemand mühelos mit nur einem Schlag bewusstlos geschlagen; ein Mann tritt barfuß eine Tür ein (was normalerweise mindestens ein paar gebrochene Zehen nach sich ziehen müsste); jemand befreit sich auf eine Art und Weise von seinen Handschellen, die im echten Leben wohl ein Auskugeln von Gelenken erfordern würde... Und das sind noch die harmlosen Beispiele, denn mit den wirklich unglaublichen würde ich schon zuviel verraten.

Da es mir immer schwerer fiel, die Geschehnisse zu glauben, flaute die Spannung für mich auch immer mehr ab.

Der interessanteste Charakter war für mich der Killer, Francis Ackerman Junior. Denn so unmenschlich und sadistisch seine Taten auch sind, zeigt er doch immer wieder, dass er eigentlich ein ganz anderer Mensch hätte sein können, wenn er als kleiner Junge nicht durch die Hölle gegangen wäre.

Anders, als vom Klappentext her zu erwarten wäre, spielt Ackerman auch nur die zweite Geige, denn meist steht der von seiner Vergangenheit gequälte Ex-Cop Markus im Mittelpunkt. Er und die anderen Charaktere wirkten auf mich sehr klischeehaft, fast wie aus dem Baukasten für Thriller-Charaktere. Zugegeben, gegen Ende wirft das Buch nochmal alles über den Haufen, was man über sie zu wissen glaubte, aber in meinen Augen war das keine geniale unerwartete Wendung, sondern eine gänzlich unglaubwürdige Auflösung.

Während der Leser sich noch verwirrt fragt, wie das alles möglich sein soll, behauptet Markus auf einmal, er hättet sich dies oder jenes ja schon gedacht, weil ihm gewisse Dinge direkt aufgefallen seien... Nur: das wurde vorher mit keinem Sterbenswort erwähnt. Tatsächlich wurde Markus in den Szenen, auf die sich das bezieht, als ganz und gar ahnunglos dargestellt - wäre ihm da wirlich schon etwas aufgefallen, hätte der Leser das an seinen Gedanken oder Taten merken müssen! So wirkte es auf mich lediglich wie der halbherzige Versuch, die Wendung glaubhafter zu machen.

Es gibt auch eine kleine Liebesgeschichte, aber auch die kam mir vor wie rasch zusammengeschustert, damit Markus jemanden hat, den er auf heroische Art retten kann.

Der Schreibstil konnte mich unglücklicherweise auch nicht überzeugen. Mal fand ich ihn sehr flach, dann gab es wieder überzogen dramatische Formulierungen: da öffnen sich "brüllend die Tore zur Hölle", der Wind heult "wie der Schrei einer Todesfee"... In vielen Szenen werden Charaktere wiederholt auf die immer gleiche Art beschrieben: der Mann im dunklen Hemd beobachtete, der Mann im dunklen Hemd sah, der Mann im dunklen Hemd grinste...
Die Grundidee hatte mich noch fasziniert: Ein Serienkiller, der als Kind von seinem Vater gezielt zum Serienkiller abgerichtet wurde? Das klang sehr originell und ungewöhnlich. Tatsächlich war ich auf den ersten 100 Seiten durchaus noch sehr angetan, aber im Laufe des Buches nahmen Glaubwürdigkeit und Spannung immer mehr ab - und das wurde noch gekrönt von einer konstruierten, wenig plausiblen Auflösung, bei der vieles einfach aus dem Nichts herbeigezaubert schien. Die Charaktere wirkten auf mich flach und klischeehaft, und auch der Schreibstil konnte mich überhaupt nicht überzeugen.

Sehr schade, denn die Geschichte hätte sehr viel Potential gehabt!
Cover 5 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 2,5 Sterne
Charaktere 1,5 Sterne
Schreibstil 2,5 Sterne
Logik und Schlüssigkeit
Glaubwürdigkeit
Auflösung
1,5 Sterne
1,5 Sterne
1,5
Romantik 2 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo Mikka,

    ich bin gerade durch deinen Monatsrückblick für März auf diese Rezension gestoßen. Hattest du dir denn alle drei Bücher der Trilogie (ist es überhaupt eine Trilogie?) gekauft?
    Ich habe nämlich den Fehler gemacht, mir den dritten Band zu kaufen, weil er sich eben so interessant anhörte und die Aufmachung auch etwas Besonderes ist. Aber genau dieselben Kritikpunkte wie du hatte ich auch. Ich war so enttäuscht von diesem Buch ("Ich bin der Schmerz"), es gefiel mir gar nicht.
    Diese flachen Charaktere, die seltsamen Kampfszenen...ich fühlte mich manchmal auch wie in einem schlechten Actionfilm. Ich finde das auch sehr schade, Potential hätten die Bücher nämlich.
    Aber gut, dass ich mit der Meinung nicht alleine dastehe.

    Viele Grüße
    Sarah

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    Antworten
    1. Huhu Sarah,

      einen Teil davon habe ich mir gebraucht sehr günstig gekauft, einen habe ich als Prämie irgendwo bekommen (vielleicht Lovelybooks?) und einen habe ich im öffentlichen Bücherschrank gefunden.

      War also kein ganz so großer Verlust, und ich werde den zweiten und dritten Band jetzt weiterverkaufen, und der erste Band, der vom Zustand nicht so gut ist, wandert in den öffentlichen Bücherschrank zurück.

      Ja, es ist wirklich sehr, sehr schade...

      LG,
      Mikka

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  2. Huhu Mikka,
    ich habe das Buch auch vor kurzem gelesen. Wie du sagst, die Grundidee ist super und die Inhaltsangabe sehr vielversprechend. Mir hat die Geschichte dann letztendlich überhaupt nicht gefallen. Schade, dass Ackerman keine größere Rolle bekommen hat. Ich weiß noch nicht ob ich die anderen Teile lesen werde. Ich werde Teil zwei zunächst ganz hinten ins Bücherregal stellen :D

    LG Steffi

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    1. Huhu Steffi!

      Also, ich werde Band 2 und 3 jetzt verkaufen, ich lese sie bestimmt nicht mehr... X-D

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D