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Sonntag, 12. März 2017

[ Rezension ] "Schattenkrone: Royal Blood" (Band #1) von Eleanor Herman

Meine Wertung 3 von 5 Sternen
Titel Schattenkrone: Royal Blood
Originaltitel Legacy of Kings
Autor(in) Eleanor Herman
Übersetzer(in) Christine Strüh
Anna Julia Strüh
Verlag* FJB (Fischer)
Seitenzahl* 592
Erscheinungsdatum* 23. Februar 2017
Genre Historisch / Fantasy
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
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"Stell dir eine Zeit vor, in der die Menschen den Göttern gleichgültig sind, und das Böse an den Rändern der Welt erwacht ...

Alex ist kurz davor, für immer aus dem Schatten seines mächtigen Vaters zu treten und der größte Heerführer aller Zeiten zu werden. Seine Verbündete Kat hat einen Plan, von dem Alex niemals erfahren darf. Die beiden verbindet weit mehr als sie ahnen.

Wem kannst du trauen? 
Und was ist am Ende stärker? 
Das Schicksal? 
Magie?
Oder deine Feinde?"
(Klappentext)
Zwar ist viel über Alexander den Großen bekannt, jedoch nur relativ wenig über seine Jugend. Gerade deswegen fand ich die Idee sehr spannend, daraus ein Jugendbuch zu machen, das historische Fakten mit Mythen, Sagen und Magie verbindet! Fantasy ist im Genre Jugendbuch ein Dauerbrenner, aber historische Fantasy?

Und man merkt schnell, dass Eleanor Herman weiß, wovon sie spricht! Kein Wunder, denn sie ist Historikerin, hat schon mehrere historische Sachbücher geschrieben und im Fernsehen historische Dokumentationen moderiert. Auch für ihre Jugendbuchreihe über den jungen Alexander hat sie umfassend recherchiert und sogar in Begleitung eines Archäologen die Originalschauplätze besucht.

Für mich waren die Einblicke in Leben und Kultur der Zeit das wahre Highlight des Buches: Wie kleideten sich die Menschen in Makedonien im Jahr 340 v.Chr., was aßen sie, welche Feste feierten sie? Woran glaubten sie? Ich war oft überrascht, was damals tatsächlich alles schon bekannt war, was ich für wesentlich neuere Erfindungen gehalten hatte! Ein paar Dinge habe ich ungläubig im Internet ein wenig recherchiert und musste feststellen: tatsächlich, die Menschen kannten damals schon Kajalstift, eine Art von Beton und biologische Kriegsführung.

Die Mischung aus Fantasy und Geschichte fand ich sehr ansprechend und originell, aber leider konnte mich nicht alles in diesem Buch so mühelos überzeugen.

Die Geschichte wird aus nicht weniger als sieben Blickwinkeln erzählt. Am königlichen Hof leben der junge Alexander, seine Mutter Olympias, seine Halbschwester Cynane und sein bester Freund Hephaistion. Die junge Katerina und ihr bester Freund Jacob stammen aus dem ländlichen Erissa und sind in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, aber das große 'Blutturnier', an dem Jacob teilnehmen will, führt auch sie in die Hauptstadt. Zuletzt gibt es noch die lydische Prinzessin Zofia, die ihren Wachmann Cosmas liebt, aber Alexander heiraten soll.

Dadurch, dass die Geschichte immer wieder zwischen den Charakteren hin- und herspringt, hatte ich nicht das Gefühl, sie wirklich gut und umfassend kennenzulernen. Die meisten blieben für mich bis zum Schluss eher flach, obwohl sie alle sehr viel Potential haben. Die Autorin erzählt mir zwar, was sie fühlen, zeigt es mir aber nur selten so, dass ich mitfühlen und mitleiden kann.

Natürlich kommt eine Geschichte für junge Leser(innen) nicht ohne Liebe aus - aber weil ich Probleme hatte, mit den Charakteren mitzufühlen, berührten mich auch die Liebesgeschichten nur selten. Außerdem kommt eine davon sehr überraschend, ohne dass die beiden Jugendlichen tatsächlich viel Zeit miteinander verbracht hätten!

Der Schreibstil hat seine großartigen und seine weniger großartigen Momente. Mal schafft es die Autorin, eine Szene mit ganz viel Atmosphäre so bunt und lebendig zu schildern, dass ich sie fast schon vor mir sehen kann, und dann findet sie auch wunderbare Worte. Dann gibt es wiederum Szenen, die mit extrem einfachen, kurzen Sätzen erzählt werden - und gerade in diesen Szenen habe ich mit der Erzählzeit gehadert, denn die Geschichte ist im Präsenz geschrieben, also der Gegenwartsform. Diese verträgt sich in meinen Augen nur schlecht mit dem historischen Hintergrund, und auch Namensabkürzungen wie "Roxie" wirkten auf mich zu modern.

Aber am meisten gestört habe ich mich leider daran, dass ich vieles nicht schlüssig oder glaubhaft fand. Wenn ein Charakter dringend in einen Raum muss, in dem etwas Geheimes aufbewahrt wird, dann ist das Gitter am Fenster eben locker. Oder zwei Wachen unterhalten sich in Hörweite lautstark und überdeutlich über wissenswerte Dinge und zeigen sich dann noch gegenseitig ohne ersichtlichen Grund die Geheimtür.

Auch die zeitlichen Abläufe fand ich öfter verwirrend. Dann hatte ich das Gefühl, eigentlich wären höchstens zwei oder drei Tage vergangen, aber dann stellt sich heraus, dass ein Charaktere eine große Strecke zurückgelegt hat oder etwas gelernt hat, was sich nicht in so kurzer Zeit lernen lässt.

Trotz aller Kritik hatte ich die Kapitel immer recht schnell durch, und manchmal fand ich die Geschichte durchaus spannend. Oft man es mir aber so vor, dass eine Szene im Grunde aus Sicht des falschen Charakters geschildert wird! Zum Beispiel sieht der Leser das große 'Blutturnier' nicht aus Sicht von Heph oder Jacob, die dabei mitkämpfen, sondern aus Sicht von Alexander, der das Turnier von der Zuschauertribüne aus verfolgt.
Das Leben des jungen Alexander von Makedonien, bevor aus ihm Alexander der Große wurde - erzählt als Jugendbuch, das historische Fakten mit Fantasy verbindet.

Die Einblicke in Leben und Kultur der Zeit fand ich sehr interessant und offenbar gut recherchiert, aber mit den Charakteren konnte ich nicht recht warm werden, und mit dem Schreibstil verband mich eine Art Hassliebe. Leider fand ich auch vieles nicht glaubhaft, so dass sich für mich auch nicht immer die gewünschte Spannung aufbaute.

Zusammenfassend würde ich sagen: "Schattenkrone" ist ein Buch mit ganz viel Potential, das aber leider nicht voll ausgeschöpft wird.
Cover4 Sterne
Originalität4,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 3,5 Sterne
Charaktere2,5 Sterne
Schreibstil3 Sterne
Schlüssigkeit / Glaubhaftigkeit2,5 Sterne
Romantik2,5 Sterne

Kommentare :

  1. Ich fand die Grundidee auch so gut und man hätte so viel aus dem Roman machen können! Aber die Figuren waren einfach so verdammt naiv und haben einfach nicht nachgedacht. Schrecklich nervig :-D

    Tolle Rezi!

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    1. Huhu Nona,

      ja, ich finde auch, man hätte viel mehr daraus machen können... Ich vermute, dass die Autorin vielleicht doch bessere Sachbücher schreibt?

      LG,
      Mikka

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  2. Hey,

    eine schöne Rezension :) Du weißt ja, dass ich das Buch etwas besser bewertet habe als du, aber bei vielem bin ich deiner Meinung - vor allem hierbei: "Für mich waren die Einblicke in Leben und Kultur der Zeit das wahre Highlight des Buches". Als Geschichtsstudentin ist dieser Aspekt bei Büchern für mich immer am interessantesten, vor allem, wenn es gut gemacht ist und die Mischung Historisches/Fantasy ist hier, wie du sagst, wirklich gelungen.
    Insgesamt kann ich dir aber nur zustimmen, dass die Autorin hier einiges an Potential nicht genutzt hat. Ich hoffe immer noch, dass sich das in Band 2 bessern wird.

    Liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Huhu Kerstin,

      ich werde Band 2 wahrscheinlich nicht mehr lesen, mich hat Band 1 einfach nicht genug überzeugt. Aber ich werde ein Auge auf die Rezensionen haben, vielleicht kann mich ja doch noch eine umstimmen. :-)

      LG,
      Mikka

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  3. Ahoy Mikka,

    hmmm... eigentlich wollte ich die Bücher unbedingt lesen, aber nach deiner tollen und schlüssigen Rezension sowie angesichts des Umfangs der Bände bin ich nun doch etwas demotiviert...

    LG, Mary <3
    P.S.: Ich finde deinen Hintergrund übrigens wunderschön *-*

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    1. Huhu Mary,

      es gab durchaus auch Teilnehmer der Leserunde, die das Buch toll fanden - aber viele waren dann doch eher enttäuscht. Ich hatte mir definitiv mehr davon versprochen! :-(

      Die Bücher im Hintergrund habe ich nicht selbst gemalt, die habe ich von Pixabay! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D