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Samstag, 5. November 2016

[ NaNoWriMo Tagebuch ] Tag 4

10.000 Wörter!!! Woohoo!! 

Es ist nicht mein persönlicher Rekord für den vierten Tag, aber trotzdem alles andere als ein schlechter Start! Wenn ich so weiterschreibe, schaffe ich die 75.000 Wörter, die ich mir für den Monat vorgenommen habe, denn für ein Fantasybuch sind 50.000 echt zu wenig.

Heute lief es richtig gut, und ich schaffe es dieses Jahr zum allerersten Mal, seit ich bei NaNoWriMo mitmache, wirklich den Inneren Kritiker auszusperren und einfach zu schreiben, ohne jede Passage direkt noch zweimal zu lesen, um sie zu korrigieren oder zu ändern. Es schreibt sich viel entspannter, wenn man sich sagt: Ok, der erste Entwurf ist auch bei veröffentlichten Autoren Grütze, aber korrigieren kann man immer noch später und dann viel sinniger, wenn die Geschichte erstmal steht.

Deswegen kann es mich im Moment auch nicht jucken, wenn meine Charaktere mal wieder tun, was sie wollen. Mein Mann schüttelt darüber immer den Kopf und sagt: Aber DU bist doch die Autorin! Die tun doch nur das, was du schreibst! Ja, das stimmt natürlich, aber ich kenne eigentlich niemanden, der schreibt, und das Phänomen nicht kennt, dass sich die Charaktere irgendwann verselbstständigen.

Der bekannte Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf erzählt auf Lesungen gern, dass er manchmal seiner Hand beim Schreiben zusieht (er schreibt seine Romane handschriftlich) und zu ihr sagt: "Oh Mann, hör jetzt nicht auf, is' gerade so spannend!!"

Bei mir gibt es zum Beispiel Harpo Gresebruck, den Geist eines jungen Lebemanns aus dem vorletzten Jahrhundert meiner Welt, der erst GAR NICHT und dann eigentlich nur als kleiner Gag für den Prolog gedacht war, aber inzwischen einen Weg gefunden hat, wie er meine Helden bis zum bitteren Ende begleiten kann, egal wohin die Reise geht. Und er hat mehr Persönlichkeit als manche der geplanten Charaktere! Ich liebe Harpo. Harpo for president! Aber ich bin misstrauisch: wenn ein Nebencharakter so sympathisch ist, passiert am Schluss oft was Unerfreuliches. Entweder begeht er nachher einen Verrat, der dann richtig bitter ist, weil er so nett war, oder er geht drauf, weil er sich opfert, um die Welt zu retten. Oder so. Tut mir das nicht an, Harpo!

Und mein Magierlehrling Kore sollte in dem Kapitel, das ich heute geschrieben habe, eigentlich eine schwere Schuld auf sich laden, indem er zu stolz ist, um um Hilfe zu bitten und dadurch den Tod eines Kindes verursacht. Aber davon wollte Kore nichts wissen. Keine Chance. Die Szene ließ sich nicht schreiben. Ganz im Ernst! Ich fing an, die Szene zu schreiben, aber dann entwickelte sie sich in eine ganz andere Szene, die irgendwie damit endete, dass Kore mit einem zufrieden grunzenden Frischling unter dem Arm im Wald stand.

Was soll denn das jetzt? wollte ich wissen, und er zuckte nur mit den Achseln. Ein wenig verärgert markierte ich die Szene als in der Überarbeitung zu löschen und schickte ihn nochmal los, um seinem Schicksal zu begegnen. Nur bog er diesmal auf halbem Weg ab und ging einen trinken.

  Hör mal, sagte er irgendwann. Das ist doch Quatsch. Ich wäre doch der erste, der um Hilfe bittet, und ich würde nie, nie, NIEMALS aus Stolz das Leben eines Kindes riskieren. Außerdem, ist das nicht ein bisschen zu heftig für den ersten Akt? 

Und mir wurde klar: er hatte recht. Denn der Kore, wie er sich in den letzten Tagen entwickelt hat, ist nicht mehr der Kore, den ich mir vor ein paar Wochen ausgedacht habe. Und ich brauchte die Szene mit dem Frischling (auch wenn sie es niemals ins fertige Manuskript schaffen wird), um das zu kapieren, denn sie zeigte Kore so, wie er in seinen eigenen Augen ist. Erstens ist er jünger, und zweitens ist er ein ganz Lieber, und drittens hat er 0 Selbstvertrauen. Aber ich wusste nicht: ja, was mach ich denn dann mit dir? Wenn du keine Schuld auf dich lädst und lernen musst, damit umzugehen, was wird denn DANN deine persönliche Entwicklung im Laufe der Geschichte sein?

Ja, das wird leider noch bitter..., sagte er traurig. Zuerst schien es danach doch eigentlich gut für ihn zu laufen - in seiner Fassung der Geschichte schaffte er es, das Kind zu heilen und fühlte sich danach wie der König der Welt. Aber warum konnte er das auf einmal? Weil er sich vorher Mut und Selbstvertrauen angetrunken hatte. Ihr ahnt, worauf das hinauslaufen wird?

Hach, das macht gerade echt Spaß, auch wenn es verdammt viel Arbeit ist.

Kommentare :

  1. Oh, ich bin gespannt, das läuft ja super bei dir.
    Ich sollte auch mal endlich Szenen schreiben, damit meine Charaktere aus Mich rauskommen. :D Ist Harpo ein Dandy?

    LG
    gann

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    Antworten
    1. Huhu gann,

      naja, es spielt ja nicht in unserer Welt, insofern gibt es dort den Begriff Dandy eigentlich nicht, aber das kommt schon hin! Ich muss endlich mal genau überlegen, wie sich die Leute in dieser Welt eigentlich kleiden, damit ich Harpo entsprechend ausstaffieren kann.

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D