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Montag, 26. September 2016

Über das Belesensein

Wann ist man eigentlich belesen? Wer entscheidet das - und muss man das überhaupt sein?


Dass ich über dieses Thema schon eine Weile nachdenke, daran ist Steve Donoghue schuld. Steve ist ein amerikanischer Vielleser, Buchblogger, Booktuber, Literaturkritiker, Schriftsteller und Redakteur, der sich hauptsächlich mit anspruchsvoller Literatur beschäftigt: Klassiker, preisgekrönte (oder für Preise nominierte) Bücher und Ähnliches.

In seinen Videos plaudert er mit feinem Humor und selbstironischem Augenzwinkern über Literatur
und alles, was damit zu tun hat. Als scheinbar unbekümmerter Grenzgänger zwischen Feuilleton und Buchblog/Booktube postet er Hauls und nimmt an TAGs teil, äußert sich aber auch kritisch gegenüber dem Phänomen Booktube. Wie ein meist (!!) nachsichtiger Großvater schüttelt er verständnislos den Kopf über diejenigen unter den jungen Booktubern, die ausschließlich über die angesagtesten Bücher und Autoren reden - und das scheinbar völlig unreflektiert, indem sie einen Neuzugang nach dem anderen vor die Kamera halten, nur um dann nie wieder ein Wort darüber verlieren.

Schön und gut - aber was hat das jetzt mit Belesenheit zu tun?!

Am 23. Mai 2016 lud Steve ein Video hoch, in dem er seinem Unverständnis mit drastischen, sogar polemischen Worten  Ausdruck verlieh (in meinen Augen eher ein unglücklicher Ausrutscher als echte Böswilligkeit) und diesen Booktubern den Status als "echte" LeserInnen absprach.
""I mean, do they strike you as readers? When you watch their well-lit, well-filmed videos, with them sitting there wearing blush in front of studio lights, can you honestly picture them hunkered down with a book, happily reading, oblivious to everything else? I certainly can't picture that.""

("Ich meine, kommen die euch vor wie Leser? Wenn ihr euch ihre professionell ausgeleuchteten und gefilmten Videos anschaut, in denen sie geschminkt vor Studiolampen stehen, könnt ihr sie ehrlich vor euch sehen, wie sie, um ein Buch zusammengerollt, glücklich lesen, ohne etwas anderes wahrzunehmen? Ich kann mir das mit Sicherheit nicht vorstellen.")

Jaja... Was ist nun mit Belesenheit? 


Das Video löste einen wahrhaft epischen Shitstorm aus, komplett mit Hashtags wie #fakereadergirls und zunehmend persönlichen Hasstiraden gegenüber Steve. Aber so nach und nach flaute der Shitstorm ab, und wie ein Phönix erhob sich aus der Asche eine interessante Debatte zum Thema: What does it mean to be well-read? (Was bedeutet es, belesen zu sein?)  

!! Bevor ich jetzt endlich mit dem eigentlichen Artikel anfange: Was ich hier schreibe, ist meine subjektive Meinung, ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, schaue in keinster Weise auf Menschen herab, die eine andere Meinung vertreten, und halte mich selber auch nicht für belesener als andere. !!

Um es mal auf die in meinen Augen wichtigsten Punkte zu reduzieren, stellen sich mir vor allem die folgenden Fragen: 

Quantität oder Qualität? 

Bin ich automatisch belesen, wenn ich 150 Bücher im Jahr lese? Sozusagen als Fleißkärtchen für die 61.358 gelesenen Seiten? Kann ich mir das vorstellen wie in einem Videospiel: jedes Buch gibt Punkte, und alle 50 Bücher steige ich einen Level auf, bis ich schließlich die Trophäe "Belesenheit" erspielt habe? 

So hart das klingt, ich würde diese Frage beantworten mit: Nein, nicht unbedingt. 

Wenn es 150 dieser Liebesromane sind, auf deren Covern halbnackte, braungebrannte Männer dahinschmachtende Frauen in rüschigen Kleidern im Arm halten, dann fehlt mir da einfach ein gewisser inhaltlicher Nährwert.  Ganz ehrlich - macht es wirklich einen Unterschied, ob ich jetzt 5, 50 oder 150 dieser Bücher gelesen habe? 

Aha. Also, wenn ich dann jedes Jahr das Buch lese, das den Literatur-Nobelpreis gewonnen hat, dann bin ich belesen, weil es anspruchsvoll ist? 

Auch nicht. Ein Buch im Jahr ist dann doch ein bisschen wenig, denke ich. 

Na gut. Wie sieht es denn aus, wenn ich 100 Bücher lese, die alle super Bewertungen haben? Oder 100 Klassiker! Qualität und Quantität! Jetzt muss ich einfach belesen sein! 

Nö. Es tut mir leid, aber meine Antwort ändert sich dadurch nicht. Es kommt immer noch darauf an. 

Wie jetzt? Das ist doch nicht fair? 

Doch. Wenn es 100 Bücher aus dem gleichen Genre sind, mit dem gleichen Schwierigkeitsgrad, dem gleichen Beuteschema, dem gleichen Wasauchimmer - wenn diese 150 Bücher sich nicht auf irgendeine Art grundlegend voneinander unterscheiden, dann machen sie mich zwar zur Vielleserin, aber nicht belesen. 

Das erste Kriterium ist in meinen Augen also eine Mischung aus einer gewissen Quantität, verbunden mit Qualität und Abwechslungsreichtum. Aber was ist Qualität? Wer entscheidet das? 

Populär oder elitär? 

Ist die Qualität eines Buches ausreichend, um zur Belesenheit beizutragen, wenn es sich gut verkauft, also populär ist? Oder muss es Literaturpreise gewonnen haben, die seine Qualität bezeugen? Das ist eine unglaublich schwammige Frage, die sich meines Erachtens kaum beantworten lässt, denn auch hier ist weder das eine noch das andere klar abzugrenzen. 

Na toll. 

Ja, es gibt meiner Meinung nach durchaus Kriterien, anhand derer sich die handwerkliche Qualität eines Buches bestimmen lässt (Schreibstil, Spannungsbogen, Komplexität der Charaktere etc). Aber darüber hinaus gibt es schlicht und ergreifend keinen Gott der Literatur, dessen Wort Gesetz ist. Egal, wie hochdotiert der Preis oder wie angesehen der Kritiker - Belesenheit ist im Grunde etwas Subjektives, und insofern kann es niemals eine außenstehende Partei geben, die für mich entscheidet, was mich belesen macht. Auszeichnungen und gute Kritiken können aber durchaus Wegweiser sein auf dieser Reise. 

Denn ich würde nicht behaupten, dass mich zum Beispiel "Fifty Shades of Grey" belesener macht, nur weil es sich gut verkauft. Andererseits würde ich aber durchaus sagen, dass es zu meiner Belesenheit beitragen kann, weil es ein Genre ist, das ich sonst nicht lese, oder mich zum Nachdenken anregt über Themen, über die ich noch nie nachgedacht habe

"Fifty Shades of Grey"? Echt jetzt?! 

Ja, in meinen Augen kann mich auch ein Buch, das mir nicht gefallen hat und das ich vielleicht noch nicht einmal qualitativ hochwertig fand, weiterbringen auf meinem Weg zur Belesenheit!

Da wären wir wieder beim Abwechslungsreichtum. Schaut über den Tellerrand. Wagt euch raus aus eurer Komfortzone. Wechselt das Genre. Lest breitgefächert! 

Unterhaltsam oder fordernd? 

Ich habe es ja gerade schon angesprochen: auch ein Buch, das ich nicht mochte, kann eine Erfahrung sein und mich weiterbringen. Aber natürlich kann jetzt nicht das Ziel sein, nur noch Bücher zu lesen, die mir keinen Spaß machen!

Na, Gott sei Dank... 

Lesen sollte eine Freude sein, ein Genuss, vielleicht sogar eine Auszeit vom Leben. Es ist meiner Meinung nach völlig in Ordnung, unterhaltsame Bücher zu lesen - obwohl man manchmal den Eindruck gewinnen könnte, in der deutschen Literatur gilt ein Buch erst dann als "echte" Literatur (für "echte" Leser), wenn es langweilig, deprimierend oder anstrengend ist, am besten alles drei.

Jeder soll das Lesen, was ihm Spaß macht, ganz egal, ob Liebesroman, Fantasy oder Horror. Genauso wie uns ultimativ keiner sagen kann, was uns belesen macht, kann uns keiner vorschreiben, dass wir belesen sein müssen

Aber. Ganz großes Aber. 

Wenn man danach strebt, belesen zu sein, dann führt meines Erachtens kein Weg daran vorbei, auch mal Bücher zu lesen, die es einem nicht so einfach machen. Bei denen einem der Kopf raucht, die einen traurig, wütend oder fassungslos machen, oder zu denen man erst keinen Zugang findet. Die einen fordern, für die man arbeiten muss! Ich weiß nicht mehr, welcher Booktuber es war, der das mit körperlicher Fitness verglich: das ginge ja auch nicht ohne Schweiß und Muskelkater ab, denn von nichts kommt schließlich nichts. 

Du hast doch eben noch von Freude, Genuss und Auszeit gesprochen! 

Ja, das muss sich auch nicht widersprechen. Es kann eine Freude und ein Genuss sein, sich selbst zu fordern! Das kennen viele ja auch vom Sport, es kann ein wahnsinnig gutes Gefühl sein, wenn man sich so richtig ausgepowert hat.

Aber muss das wirklich sein? Muss Literatur fordern? Warum? Wer sagt das? Ist Belesenheit nicht ohnehin ein Standard, dem man niemals erreichen kann, und somit bedeutungslos?

Wie schon gesagt: alles eine Frage der persönlichen Empfindung und der persönlichen Entscheidung. Es gibt keinen Preis für Belesenheit, und vielleicht verstehst du unter Belesenheit ohnehin etwas ganz anderes als ich. Das hier ist nur meine ganz subjektive Sicht der Dinge. Die Motivation muss aus dir heraus kommen.

Niemand hat das Recht, die Nase darüber zu rümpfen, was du liest, warum du liest, wieviel du liest. Um die Band "Goethes Erben" zu ziteren: 

Ich allein will der Gott meiner eigenen Wahrheit sein. 

Kommentare :

  1. Antworten
    1. Huhu Carina,

      vielen Dank! :-) Danke fürs Leben!

      LG,
      Mikka

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  2. Ein sehr schöner Beitrag liebe Mikka =)
    Ich finde man sollte einfach lieben was man tut und nicht zwanghaft etwas erreichen wollen. Nie niemals würde ich mir die Respektlosigkeit herausnehmen über die Leidenschaft Lesen und Bücher, die andere Menschen wie auch immer ausleben, zu urteilen. Gerade das macht doch die Vielfalt aus oder?

    Ganz liebe Grüße
    Katie

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    Antworten
    1. Huhu Katie,

      ich denke auch, man sollte nur dann versuchen, etwas zu erreichen, wenn man es auch wirklich aus *eigenem Antrieb* erreichen will. Nicht, weil man glaubt, als Blogger müsste man Klassiker lesen, oder als Erwachsene dürfte man keinen Spaß mehr an Jugendbüchern haben etc. Ich glaube, im Grunde wollte ich genau darauf hinaus: was ich hier beschrieben habe, ist meine *persönliche* Auffassung von Belesenheit, und auch wenn mir meine eigenen Kriterien natürlich absolut plausibel erscheinen, kann meine Meinung niemals der Wahrheit letzter Schluss sein.

      Aber ich denke, es lohnt sich, einfach mal darüber nachzudenken, was man eigentlich vom Lesen erwartet: Unterhaltung? Bildung? Horizonterweiterung? Erotik? Nichts davon ist falsch, und es spricht absolut nichts dagegen, wenn man mit einer bestimmten Sache zufrieden ist. Aber es kann sich lohnen, auch mal bewusst was ganz Anderes zu lesen, dabei findet man vielleicht etwas, von dem man nie gedacht hätte, dass es einem gefällt.

      LG,
      Mikka

      Löschen
  3. Wow, na da hast du dir ja was von der Seele geschrieben :D

    Zustimmen kann ich dir grundlegend in allem. Ich bin auch der (subjektiven) Meinung, dass man belesen ist, wenn man vielfältig gelesen hat und liest. Eben vielleicht auch mal was unangenehmes, schwieriges, was einen gar nicht so reizt, aber eben auch weiterbringen kann.

    Ob das jetzt Tolstoi ist, Tolkien oder Shades of Grey - jedes Buch ist eine Erfahrung, aus der man lernen kann: positives oder auch negatives. Aber man denkt darüber nach und zieht seine Schlüsse daraus.

    Ich lese ja gerne querbeet, sträube mich aber trotz allem, auch mal zu Klassikern oder Biografien zu greifen, obwohl es mich doch irgendwie reizen würde. Nicht um "belesen" zu sein, aber eben um diese Art von Erfahrung zu sammeln. Früher hab ich z. B. viel mehr über Psychologie, Philosophie und Physik gelesen, und es war nicht einfach und hat mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht.
    Momentan bin ich aber in der Phase "leichtere" Kost zu lesen - wobei es dabei nicht zu leicht sein darf. Deine erwähnten Liebesschmonzetten zum Beispiel, damit kann ich überhaupt nix anfangen *g* Ein bisschen Nährwert, wie du es so schön ausdrückst, sollte schon drin sein. Deshalb betone ich auch immer, ich möchte eine Botschaft in einer Geschichte finden, etwas, das mich zum Nachdenken bringt, etwas gehaltvolles.
    Und das findet man eben (zum Glück) nicht nur in den Literatur-Preis-Büchern, sondern auch in ganz normalen Genres. Man muss nur ein bisschen darauf achten ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    Antworten
    1. Huhu Aleshanee,

      haha, ja, das brannte mir seit dem 23. Mai unter den Nägeln! :-D

      Ich strebe irgendwie schon danach, belesen zu sein, aber nicht, um irgendwas zu beweisen, sondern weil ich auch hoffe, dabei Neues zu entdecken und vielleicht sogar etwas über das Leben, das Universum und den ganzen Rest zu lernen. :-)

      Ja, ich finde auch, dass man oft in den unerwartetsten Büchern richtige Perlen findet. Ich lese ja zum Beispiel eher selten Liebesgeschichten, aber "Hummeln im Herzen" hat mich dann richtig bewegt - allerdings nicht so sehr mit der Liebesgeschichte wie mit der in einer Nebenhandlung beschriebenen rührenden Freundschaft zwischen einem grummeligen alten Buchhändler und der Protagonistin.

      LG,
      Mikka

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    2. Guten Morgen!

      Ich hab deinen tollen Post heute in der Stöberrunde verlinkt :)

      Liebste Grüße, Aleshanee

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    3. Huhu Aleshanee,

      das freut mich, danke! :-)

      LG,
      Mikka

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  4. Ein interessanter Bericht. Belesen zu sein kann ein gutes und gesundes Ziel sein und ich genieße es Wissen in mich einzusaugen, doch das erlernen hört niemals auf und das ist gut so.

    Liebe Grüße Nisnis

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    Antworten
    1. Huhu Nisnis,

      ja, das ist etwas, das ich mehr und mehr zu schätzen weiß, je älter ich werde! Schon ulkig, als Schülerin hätte ich vielleicht nicht erwartet, dass ich es im Alter von 40 immer noch spannend finden würde, Neues zu lernen. Als Kind glaubt man wohl, dass man irgendwann alles weiß, das man wissen muss?

      LG,
      Mikka

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  5. Wow Mikka, man merkt wirklich das du dir über dieses Thema Gedanken gemacht hast, er hat mir wirklich gut gefallen. Es regt definitiv an, selbst mal darüber nachzudenken und auch mal über den berühmten Tellerrand hinweg zu sehen. Ich werde deinen Text gleich auf jeden Fall auch teilen damit auch andere darauf aufmerksam werden.

    Viele herzliche Grüße,
    Rena

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    1. Huhu Rena,

      es freut mich, dass es dir gefällt! Ich hoffe wirklich, es fühlt sich niemand davon auf den Schlips getreten. :-)

      LG,
      Mikka

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  6. Ein toller Beitrag!

    Ich habe z.B. in meinem Leben sicher schon mehrere Tausend Bücher gelesen, aber als belesen würde ich mich nicht bezeichnen. Andere dagegen würde mich wahrscheinlich definitiv als belesen bezeichnen. Es ist halt wirklich Ansichtssache :)

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Huhu Lena,

      wahrscheinlich kann man selber nie mit 100%iger Sicherheit von sich selbst behaupten: ich bin belesen. Der Duden definiert belesen als: "durch vieles Lesen reich an [literarischen] Kenntnissen". Aber da fängt es doch schon wieder an - ab wann ist man denn reich? ;-)

      LG,
      Mikka

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  7. Huhu Mikka, :)

    deinen interessanten Ausführungen kann ich nur zustimmen, toller Beitrag! Es ist wirklich schwer zu definieren, wann jemand belesen ist oder nicht, wobei für mich die Vielfalt auch ein wichtiges Kriterium wäre. Ich bin zwar Vielleserin, würde mich aber nicht als belesen bezeichnen, da ich doch meist in meinen Lieblingsgenres bleibe und nur selten mal über den Tellerrand schaue. Obwohl ich dabei auch schon tolle Bücher entdeckt habe, wie zuletzt mit "Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr; ein Kriegsbuch, was ich sonst eigentlich strikt meide. Das sollte ich viel öfter mal riskieren und damit meinen Horizont nach und nach erweitern!

    Liebe Grüße von Conny :)




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    1. Huhu Conny,

      "Alles Licht, das wir nicht sehen" möchte ich auch noch lesen, obwohl ich sonst auch eher selten Kriegsbücher lese! Aber ich war ja auch sehr beeindruckt von "Die Bücherdiebin", und das ist schließlich auch ein Kriegsbuch... Da wären wir dann wieder beim Tellerrand! :-)

      LG,
      Mikka

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  8. Huhu,

    toller Beitrag! Ich selber lese ja eh nur das was mir Spaßmacht egal ob alt oder neu oder oder oder :) Weil bei mir Spaß dabei auch einfach im vordergrund steht. Belesen sein oder nicht, darüber dürfen sich andere den Kopf zerbrechen :)

    Tintengrüße von der Ruby

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    Antworten
    1. Huhu Ruby,

      das ist ja auch vollkommen in Ordnung! :-) Wie gesagt, eigentlich kann und muss Belesensein eine persönliche Wahl sein, und dann kann einem auch sonst niemand wirklich mit 100%iger Sicherheit sagen: Lies das hier, das macht dich belesen.

      LG,
      Mikka

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  9. Hallo Lena,

    das ist ein gut überlegter Bericht geworden. Es gibt Themen, die müssen erst im Kopf reifen und dann kann man darüber schreiben.

    Dieses Thema ist wahrscheinlich eines, das seit dem Buchdruck besteht und immer wieder heiß diskutiert wird. Ich denke, dass sich die Ansätze auch mit der Zeit ein wenig ändern. War es früher eine Auszeichnung viele Klassiker bzw. preisgekrönte Bücher zu lesen, ist es heute die Vielfalt, die ich für mich immer mehr entdecke und damit auch die Herausforderung Geschichten zu lesen, die ich eigentlich niemals zur Hand genommen hätte.
    Belesen zu sein hat für mich auch etwas mit Allgemeinbildung zu tun. Ich behaupte jetzt mal von mir, dass man mit mir über fast jedes Thema sprechen kann. Ich bin gerne informiert über Dinge. Natürlich gibt es Sachen, wie zB Chemie und Physik die mich nicht so sehr interessieren und ich nicht begabt dafür bin, aber dennoch lasse ich mich gerne belehren.
    Ich denke, es hängt auch davon ab, ob man sich neues Wissen aneignen will. Das kann auch mal in einem Fantasy Buch sein, das über nordische Götter handelt.

    Deshalb wünsche ich dir noch viel Spaß beim Lesen und das auch zum Vergnügen.

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

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    Antworten
    1. Huhu Marie,

      ja, ich denke auch, dass es ein uraltes Thema ist! Ich wette, dass es zu Goethes Zeiten Kritiker gab, die über diesen Jungspund Goethe und seine Werke die Nase gerümpft haben.

      Für mich ist es auch hauptsächlich die Vielfalt, die mir wichtig ist, wobei ich mich in letzter Zeit bemühe, auch mal wieder Klassiker und/oder preisgekrönte Bücher zu lesen - die Mischung machts!

      Ich habe immer das Gefühl, dass meine Allgemeinbildung große Lücken aufweist, gerade im Bereich Geographie und Geschichte, und eigentlich wollte ich da auch schon lange mal dran arbeiten...

      LG,
      Mikka

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  10. Hey :)

    Ich glaube, müsste ich meine Meinung zu diesem Thema mit einem Satz zusammenfassen, würde er lauten: Es ist mir egal, ob mein Gegenüber belesen ist oder nicht. Es ist mir schlicht und einfach nicht wichtig. Fühlt sich da jemand benachteiligt, wenn er das Gefühl hat, nicht belesen zu sein? Es ist doch so subjektiv, wer soll das beurteilen können? Ich kann 20, 200 oder 2000 Bücher gelesen haben - aber bin ich deswegen belesen? Und wenn ich mich hauptsächlich auf ein Genre beschränke - bin ich dann belesen? Ich weiß nicht, ich finde es gerade zu absurd, diese Fragestellung zu einem Shitstorm aufzubauschen ... Es gibt definitiv Wichtigeres, worüber man sich aufregen sollte.

    Liebe Grüße
    Ascari

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    Antworten
    1. Huhu Ascari,

      bei dieser Youtube-Debatte sagte eine englische Booktuberin sinngemäß: Du bekommt keinen speziellen Platz im Himmel, weil du belesen bist. Ich glaube, damit wollte sie genau das sagen - es gibt keine Preise fürs Belesensein, und es kann mir wirklich egal sein, ob Leser XYZ jetzt belesen ist oder nicht!

      Für mich war dieser Shitstorm einfach nur der Auslöser für eine interessante Fragestellung, und ich finde es durchaus eine legitime persönliche Wahl, zu sagen: ich möchte gerne nach Belesenheit streben. Aber das kann man niemandem sonst aufzwängen. Für mich ein Thema, über das man sich nicht aufregen, aber durchaus mal nachdenken sollte! :-)

      LG,
      Mikka

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  11. Über diese Frage habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht, aber ich stimme dir da zu. "Belesen" heißt für mich auch sowohl eine gewisse Anzahl an Büchern als auch eine breit gefächerte Auswahl zu lesen. Bei vielen Genres ist es ja leider echt so, dass man irgendwann, wenn man genug Bücher davon gelesen hat, im Grunde alles kennt.
    Und es zwingt einen ja auch niemand, belesen zu sein. Lesen sollte als Hobby ja in allererster Linie Spaß machen.

    Liebe Grüße :),
    Charlie

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    Antworten
    1. Huhu Charlie,

      ja, das stimmt! Ich habe ja so ein, zwei Jahre lang fast ausschließlich Romantasy gelesen, und irgendwann hatte ich dann bei jedem Buch das Gefühl, das alles schon tausendmal gelesen zu haben...

      LG,
      Mikka

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  12. Die Frage habe ich auch schon häufig für mich beantwortet und ich habe dabei eigentlich auch das gleiche Fazit gezogen wie du. Wichtig ist vor allem, dass man verschiedenartige Dinge ließt. Der eine oder andere Klassiker darf auch gerne dabei sein, aber man muss nicht jeden von ihnen gelesen haben. Ein Kollege von mir, den halte ich für unheimlich belesen, aber vielleicht liegt es daran, dass er so völlig andere Dinge ließt als ich. Seine Ausgabe von "Walden" von Henry D. Thoreau liegt noch auf meinem SUB. Aus dem Buch wird übrigens im Club der toten Dichter viel zitiert.
    Viele Grüße
    Erin

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    1. Huhu Erin,

      eigentlich hatte ich mir mal vorgenommen, die Autoren, die im "Club der Toten Dichter" erwähnt werden, auch zu lesen, aber das habe ich dann irgendwie wieder vergessen! "Walden" wäre vielleicht ein guter Anfang.

      LG,
      Mikka

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  13. Hey!
    Eine sehr spannende Frage. Für mich hat der Ausdruck "belesen sein" auch etwas mit einer breit gefächerten Allgeeinbildung zu tun, die man sich quasi angelesen hat. Jemand, der 150 Liebesromane im Jahr liest ist für mich eine Leseratte, aber nicht belesen. Jemand, der einen Kassiker im Jahr liest, aber ansonsten gar nichts, den würde ich nichtmal als Leser bezeichnen. "Belesen" ist er sicher nicht.
    Jemand liest viele Bücher im Jahr aus unterschiedlichen Genres. Der könnte in meinen Augen belesen sein. Kommt darauf an. Mir reicht das nämlich nicht ganz. Um als belesen zu gelten, muss er, in meinen Augen, aus diesen Büchern Wissen ziehen, welches er dann auch abspeichert udn abrufen kann.
    Meine Großtante war belesen. Die hat sich für viele Themen (Kunst, Geschichte, Geografie, Literatur, etc.) interessiert, sehr viele Bücher dazu gelesen und konnte dieses Wissen auch abrufen und weitergeben.
    LG
    Yvonne

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    1. Huhu Yvonne,

      stimmt, daran hatte ich nicht gedacht - natürlich sollte man das, was man liest, auch irgendwie speichern und verarbeiten! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D