Folgt mir auf:
    
     
Thalia buecher.de 
Goodreads Lovelybooks 
Was Liest Du?
 Amazon
WhatchaReadin' 
Büchertreff
Zuletzt besprochene Mal- und Hobbybücher*:
   
Demnächst:
   

Impressum

Datenschutz



#bloggergegenrechts
Für Toleranz und Diversität!
 
Zuletzt besprochene Romane / Sachbücher*:    Demnächst:
       
  
  * ein Klick auf das Cover bringt euch zur Rezension!

Donnerstag, 18. August 2016

[Classic Confessions - N°. 12] Welches moderne Buch hat für dich Klassiker-Potential?

Antonia vom Blog "Lauter und Leise" hat sich diese Aktion ausgedacht, bei der das Augenmerk auf alte und neue Klassiker gerichtet werden soll - denn Klassiker können wirklich Spaß machen und sind oft auch für moderne Leser sehr lesenswert! Die Aktion läuft noch bis Juni 2017, und dann wird sogar noch ein großes Buchpaket verlost. 

HIER findet ihr Antonias Beschreibung der Aktion und HIER alle bisherigen Fragen. 

Die Frage dieser Woche finde ich sehr interessant, denn sie beinhaltet eigentlich noch eine weitere Frage: ab wann zählt ein Buch überhaupt als Klassiker? Sobald es einen oder besser noch mehrere Literaturpreise erhalten hat? Muss das Buch darüber hinaus mindestens soundso alt sein? Der Autor am besten schon verstorben? Muss es sich millionenmal verkauft haben - oder ist das eher ein Gegenargument? Oder auch: darf ein Klassiker überhaupt unterhaltsam sein?



Wenn ich darüber nachdenke, was für mich einen Klassiker darstellt, bleiben meine Gedanken diffus: Anspruch soll es haben, mich irgendwie zum Nachdenken bringen. (Kafkas Axt und so, ihr wisst schon.) Der Schreibstil darf nicht zu plump sein, die Geschichte nicht zu abgedroschen. Es soll etwas sein, was Generationen überdauert - ein Buch, das Leser in 5, 50, oder auch 500 Jahren noch mit Gewinn lesen können.

Aber... Ist das objektiv messbar? Wer entscheidet das? Klar, bei "alten" Klassikern sieht man ja, ob sie den Zahn der Zeit überstanden haben. Goethes Faust wird zum Beispiel auch 208 Jahre nach Erscheinen noch gelesen, das sollte reichen. Da wir jedoch noch nicht in die Zukunft reisen können, wissen wir nicht, ob zum Beispiel Haruki Murakami dieses Kriterium später mal erfüllen wird.

Sind wir bis dahin also auf Weissagungen angewiesen? Wer sind dabei unsere Propheten? Literaturexperten im Elfenbeinturm? Das Kollektiv der modernen Leser?

Da ich auf diese Antworten keine zufriedenstellenden Antworten zu bieten habe, kommen hier Bücher, von denen ich mir ziemlich sicher bin, dass man sie irgendwann als Klassiker betrachten wird oder sie sogar heute schon als moderne Klassiker bezeichnen könnte:

Ein Klassiker in der Tradition von JR Tolkien: "Das Lied von Eis und Feuer" von George RR Martin

"Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab!"
(Klappentext des ersten Bandes)

Zu der Reihe muss ich doch eigentlich gar nichts mehr sagen, oder? Eine irrsinnig komplexe Welt mit einer Vielzahl von komplexen Charakteren und zeitlosen Themen.

Ein Klassiker der dystopischen Literatur: "Alles, was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro
"Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen…"
(Klappentext)

Aus meiner Rezension: Es geht in meinen Augen nicht nur über die Ethik der Wissenschaft, sondern es ist auch ein prägnantes, eindringliches Sinnbild der Sterblichkeit; auf eine gewisse Art und Weise kann man sich wiederfinden in diesen Kindern. Die Art und Weise, wie Kazuo Ishiguro diese Geschichte erzählt - ohne Drama, ohne großartigen Spannungsbogen - war für mich zwar gewöhnungsbedürftig, aber dennoch erstaunlich fesselnd und originell.

Ein Klassiker, der irgendwann mal in einen Atemzug mit Sherlock Holmes genannt werden könnte: Die "Cormoran Strike"-Reihe von "Robert Galbraith" (alias JK Rowling)
"Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen. 

Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr…"
(Klappentext) 

Aus meiner Rezension: Ich habe die erste Seite mit dem Vorsatz aufgeschlagen, möglichst schnell zu vergessen, wer Robert Galbraith in Wirklichkeit ist, oder mich zumindest nicht davon beeinflussen zu lassen. Und tatsächlich war das nicht annähernd so schwer, wie ich erwartet hätte! Denn "Der Ruf des Kuckucks" liest sich wirklich völlig anders, nicht nur vom Thema her, sondern auch vom Schreibstil. Dieser ist unerwartet förmlich und gehoben, wodurch ich den Eindruck gewann, einen klassischen englischen Krimi zu lesen - und dennoch beißt er sich auf interessante Art und Weise mit den modernen Themen und der oft nicht unbedingt höflichen Sprache der verschiedenen Charaktere. Für mich ergibt das eine durchaus ansprechende Mischung!

Ein Klassiker des Magischen Realismus: "The Gracekeepers" von Kirsty Logan
(noch nicht ins Deutsche übersetzt)
"As a Gracekeeper, Callanish administers shoreside burials, laying the dead to their final resting place deep in the depths of the ocean. Alone on her island, she has exiled herself to a life of tending watery graves as penance for a long-ago mistake that still haunts her. Meanwhile, North works as a circus performer with the Excalibur, a floating troupe of acrobats, clowns, dancers, and trainers who sail from one archipelago to the next, entertaining in exchange for sustenance.

In a world divided between those inhabiting the mainland (“landlockers”) and those who float on the sea (“damplings”), loneliness has become a way of life for North and Callanish, until a sudden storm offshore brings change to both their lives–offering them a new understanding of the world they live in and the consequences of the past, while restoring hope in an unexpected future. "
(Klappentext)

Aus meiner Rezension: Das Buch spaltet die Gemüter, was ich sogar nachvollziehen konnte: die Handlung dümpelt meist behäbig vor sich hin und ist in meinen Augen auch eher zweitrangig - die Geschichte lebt von einer traumgleichen Atmosphäre, ungewöhnlichen, kraftvollen Bildern und einem Schreibstil voll zarter Poesie. Man kann sich nie darauf verlassen, dass ein Charakter der ist, der er zu sein vorgibt, und auch sonst lässt das Buch Vieles unausgesprochen. Mir hat es sehr gut gefallen, mich für ein paar Stunden davon einlullen zu lassen und danach über die vielen angesprochenen Themen nachzudenken...

Klassiker der allgemeinen Belletristik: "Kirschblüten und rote Bohnen" von Durian Sukegawa
"Sentaro ist gescheitert, nach allen Regeln der Kunst: Er ist vorbestraft, trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht das beste Bohnenmus, das man sich nur denken kann. Die Begegnung mit ihr verändert alles. Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst und tatsächlich gewinnt er nicht nur die Lust am Backen, sondern auch die Freude am Sinnlichen und an den kleinen Dingen des Lebens zurück. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien …"
(Klappentext) 

Aus meiner Rezension: Wenn man die Handlung zusammenfasst, passiert strenggenommen nicht viel. Den ersten Teil könnte man zum Beispiel umschreiben mit: "Ein unglücklicher Mann verbringt jeden Tag damit, Dorayaki zu backen, stellt eine alte Frau mit deformierten Händen als Angestellte ein und lässt sich von ihr beibringen, besseres Bohnenmus zu kochen. Eine Schülerin aus einer armen Familie wird zur Stammkundin." 

Das klingt an sich wenig aufregend, aber tatsächlich übte das Buch auf mich einen unwiderstehlichen Sog aus; ich konnte es bis in die frühen Morgenstunden einfach nicht beiseite legen. Es geht gar nicht so sehr darum, was passiert - der Sinn und Zauber des Buches liegt meines Erachtens zwischen den Zeilen, wenn man sich nur unvoreingenommen darauf einlässt. Und das lohnt sich! Verschiedene Leser können sicher verschiedene Botschaften für sich herausziehen, und die meine war: sei achtsam dem Leben gegenüber.

Und die Bücher, die ich in meiner Literarischen Schatzkiste vorstellen, sind meines Erachtens auch moderne Klassiker! 

Kommentare :

  1. Hellooooow :D Hier ist Lumina!
    Goodreads empfiehlt mir kostant die Bücher von Kazuo Ishiguro! Aber ich hatte mir es noch nicht getraut.

    Aber "Kirschblüten und rote Bohnen" von Durian Sukegawa klingt fantastisch und es landet direkt auf meine Leseliste! Es trifft genau meinen Geschmack! Und Mus aus roten Bohnen..uh...ich weiß nicht, ob ich es probieren würde :'D
    In solcher Bücher geht es nicht darum, was passiert, sondern wie es passiert und genau das gefällt mir. :)

    Liebe Grüße,
    Lumina

    p.s. Von Murakami möchte ich irgendwann "1Q84" und "Norwegian Woods" lesen :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Lumina,

      bei Kazuo Ishiguro ist "Was vom Tage übrig blieb" auch ein guter Einstieg! Da gibt es auch einen wunderbaren Film zu.

      Auch von "Kirschblüten und rote Bohnen" gibt es einen Film, den habe ich allerdings noch nicht gesehen.

      LG,
      Mikka

      Löschen

Danke für deinen Kommentar! :D