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Sonntag, 12. Juni 2016

"Firstborn - Der Gejagte" von Filip Alexanderson


Meine Wertung 3 von 5 Sternen
Titel Firstborn - Der Gejagte 
Originaltitel Förstfödd
Autor(in) Filip Alexanderson
Übersetzer(in) Nika Karen Müller
Verlag* Goldmann
Seitenzahl* 448
Erscheinungsdatum* 16. Mai 2016
Genre Science Fiction / Fantasy 
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei Amazon

Stockholm. Nach einem schweren Unfall wird dem Studenten Jonas eine merkwürdige Kapsel aus dem Gehirn entfernt. Danach entwickelt er rasant unglaubliche Kräfte und macht sich auf die Suche nach einer Erklärung.

Zeitgleich werden in der Stadt Obdachlose aufgefunden, die mit milchig trüben Augen in einer Art Koma liegen, und dann geschieht auch noch ein Ritualmord an einem Säugling. Warum? Die Antwort auf dieses Rätsel liegt verborgen in der Parallelwelt der "Verborgenen", und auch Jonas' Suche führt ihn an die Grenzen dieser Welt.

Schnell wird er jedoch von beiden Seiten gejagt: von der Polizei der normalen Welt genauso wie von verschiedenen Vertretern der anderen Welt...
Das Buch ist in meinen Augen kein Thriller, wie es auf dem Klappentext steht, sondern eher eine Mischung aus Science Fiction, Action und Fantasy, mit einer Prise Sozialkritik.

Wie bei vielen Fantasyromanen gibt es hier eine komplexe Parallelgesellschaft, von der normale Menschen keine Ahnung haben: die Welt der "Verborgenen". Da gibt es die "Gemeinschaft" und die "Außerhalben", die "Irrlichter" und die "Reinblütigen"... Die Verborgenen wandeln unter uns, unerkannt. Das ist keine schöne Welt, bei der man sich als Leser wünscht, man könnte dazugehören, sondern eine harte, grausame, dreckige Welt, die die eigenen Kinder frisst. Von der Atmosphäre her erinnerte mich "Firstborn" an Sergej Lukianenkos "Wächter der Nacht".

Originell, komplex und vielschichtig ist diese Welt auf jeden Fall! Ich möchte hier noch gar nicht so viel darüber verraten, aber es ist definitiv kein Buch, bei dem ich an irgendeinem Punkt das Gefühl gehabt hätte: das habe ich schon mal gelesen. Der Autor hat viele interessante Ideen, alles scheint mir gut durchdacht und schlüssig aufgebaut - wenn auch nicht immer klar und verständlich erzählt.

Doch trotz dieser guten Grundlage und enormem Potential konnte mich die Geschichte nicht vollends überzeugen.

Lange war ich sehr verwirrt: wer sind diese "Verborgenen", diese "Anderen"? Magische Wesen? Außerirdische? Cyborgs? Das Ergebnis von Gentechnik? Manches davon kann man beim Lesen ausschließen, aber der Autor erklärt es im Grunde niemals wirklich. Überhaupt hatte ich erst nach der Hälfte des Buches wirklich das Gefühl, in der Geschichte angekommen zu sein, davor erschien mir alles sehr chaotisch und verworren.

Das Buch ist spannend, ja. Das aber hauptsächlich durch das rasante Tempo und die vielen Actionszenen - richtig mitgefiebert habe ich selten, denn die Geschichte berührte mich emotional kaum. Dabei geht es hier nicht nur darum, dass der junge Student Jonas unverhofft in diese merkwürdige Parallelgesellschaft hineinstolpert und herausfinden muss, wer er ist und was er kann, sondern auch um rituellen Kindsmord und Morde an Obdachlosen!

Ich denke, es lag vor allem an den Charakteren, die es mir sehr schwer machten. Ich habe es normal sehr gern, wenn Charaktere vielschichtig sind, nicht nur "gut" oder "böse", aber ihr Verhalten muss für mich in sich stimmig sein. Hier hatte ich oft das Gefühl, dass ich gar nicht richtig erfassen konnte, was einen bestimmten Charakter im Grunde seines Wesens ausmacht. Deswegen habe ich immer noch den Eindruck, Eldh und Jonas nicht wirklich zu kennen, und so konnte ich auch nicht tiefer gehend mit ihnen mitfühlen.

Der Schreibstil gefiel mir manchmal richtig gut - dort, wo  er mit düsteren Bildern eine dichte Atmosphäre erschafft und mit genau dem richtigen Takt und Tempo durch die Szenen führt.

Zitat:
"In Jonas' Kopf prallten die Gedanken aufeinander, wanden und krümmten sich wie in einem Fiebertraum. Es gab weder Anfang noch Ende. Das alte Leben hing an ihm wie ein rostiger Anker, aber der Rest wollte loslassen und sich mit in den Mahlstrom fortreißen lassen, der an ihm zerrte und zog."

Manchmal gefiel er mir jedoch überhaupt nicht, denn es gibt auch Szenen, in denen kurze, nüchterne Sätze quasi abarbeiten: was kann ich sehen, was kann ich hören, was kann ich riechen.

Zitat:
"Überall lagen Autoteile, Felgen- und Reifenstapel. Es roch nach Gummi, Öl und Schmutz. Ein schlecht eingestelltes Radio rauschte und knisterte." 
"Thriller" steht drauf, aber drin ist in meinen Augen etwas ganz anderes - auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, was das ist. Science Fiction? Fantasy? Auf jeden Fall jede Menge rasante Action und der ein oder andere Mord. So war das Buch natürlich irgendwie spannend, konnte mich aber dennoch nicht wirklich mitreißen, denn die Charaktere ließen mich leider bis zum Schluss eher kalt.  Der größte Pluspunkt des Buches ist meiner Meinung nach seine Originalität, denn der Autor hat hier eine wirklich ungewöhnliche, einfallsreiche Parallelwelt erschaffen.

Im Ganzen ergab das für mich ein Buch, dass sich in der ersten Hälfte sehr schleppend und konfus las. In der zweite hat es mir zwar mehr Spaß gemacht, aber dennoch bleibt es für mich eher ein "kann man lesen" als ein "muss man lesen".
Cover 4 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 3,5 Sterne
Charaktere 2,5 Sterne
Schreibstil 3 Sterne

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