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Freitag, 27. Mai 2016

"Das Feuerzeichen - Die Rebellion" (Band #2) von Francesca Haig


#anzeige: Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Meine Wertung 4,5 von 5 Sternen
Titel Das Feuerzeichen - Die Rebellion
Originaltitel The Fire Sermon - The Map of Bones
Autor(in) Francesca Haig
Übersetzer(in) Viola Siegemund
Verlag* Heyne (heyne>fliegt)
Seitenzahl* 480
Erscheinungsdatum* 9. Mai 2016
Genre Dystopie
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches


"In der düsteren Welt der Zukunft herrscht eine Zweiklassengesellschaft: Die perfekten Alphas regieren und genießen alle Privililegien, die Omegas – ihre vermeintlich weniger perfekten Zwillinge – werden tagtäglich unterdrückt und gedemütigt. Nachdem die Insel der Omegas zerstört wurde, ist Cass, zusammen mit ihren Freunden Piper und Zoe, auf der Flucht. Irgendwo jenseits des Ozeans, so hoffen sie, gibt es ein Land, in dem das Omega-Brandzeichen auf ihrer Stirn keine Rolle mehr spielt. Doch dazu müssen sie erst einmal an die Küste gelangen, und Cass' ruchloser Zwillingsbruder Zach ist ihnen dicht auf den Fersen ..."
(Klappentext)

Nach wenigen Seiten war ich schon wieder mitten drin in dieser so originellen wie düster-dystopischen Welt. Die wichtigsten Ereignisse des ersten Bandes fließen im ersten Teil des Buches ganz natürlich und nahtlos in die Geschichte ein, so dass man sich schnell erinnern und wieder zurechtfinden kann.

Eins vorneweg: mir ist inzwischen bewusst, dass es durchaus kritische Stimmen zu diesem zweiten Band gibt, aber das hat mich ehrlich gesagt sehr überrascht! Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich dasselbe Buch auf verschiedene Leser wirken kann, denn ich empfand es als würdigen Nachfolger und war wieder sehr begeistert.

Zugegeben, die trostlose Stimmung ist manchmal beinahe schon erstickend und die Spannung baut sich eher langsam auf - aber dennoch war ich schlicht gefesselt von der Geschichte.

Im ersten Teil sind Cass und ihre Freunde fast ständig unterwegs. Auf der Flucht. Auf der Suche nach alten Verbündeten. Auf der Mission, die Wahrheit über die Tanks zu verbreiten. Aber viele der Geheimverstecke sind verwaist, so dass die harte und entbehrungsreiche Reise sich immer weiter und weiter zieht. Viele Omegas wenden sich aus Verzweiflung an die Reservate, weil sie ja nicht wissen, dass sie dort in Tanks eingeschlossen werden sollen. Die Situation scheint aussichtslos.

Dieser erste Teil lebt in meinen Augen weniger von der eigentlichen Handlung als von den Gedanken und Gefühlen der Charaktere, von ihren Ängsten, Erinnerungen und Hoffnungen. Ich hatte den Eindruck, sie mit jeder Seite besser kennen zu lernen, und mir hat sehr gut gefallen, dass die Autorin ihrer Geschichte dafür die nötige Zeit lässt.

Cass hat schwer damit zu kämpfen, dass sie sich schuldig fühlt, überlebt zu haben. Es fällt ihr auch immer schwerer, nicht wegen ihrer Visionen den Verstand zu verlieren, und dennoch hat sie nicht aufgegeben und will ihren Bruder und seine Pläne, alle Omegas ihr Leben lang in Tanks einzusperren, aufhalten. Sie ist für mich immer noch eine sehr starke Heldin, gerade weil sie nicht perfekt ist, manchmal an sich selbst und ihren Zielen zweifelt und dennoch immer weitermacht. Besonders beeindruckt mich an ihr, dass sie nie aus den Augen verliert, dass es auch auf Seite der Alphas Opfer gibt, und dass es nur eine gemeinsame Zukunft (in welcher Form auch immer) geben kann.

Die komplexe, merkwürdige Beziehung zwischen ihr und Zack nimmt besonders gegen Ende wieder viel Raum ein, und ich fand gut, dass Francesca Haig aus Zack zwar einen extremen Charakter macht, aber keinen einseitigen Superschurken. Und irgendwie macht das seine Taten nur umso schockierender...

Im zweiten Teil gibt es dann wieder viel mehr Action, und man erfährt Schlag auf Schlag überraschende Dinge über diese Welt und ihre Geschichte. Unerwartete Allianzen werden geschlossen, und die Autorin hat mich mehr als einmal mit einer Szene heftigst getroffen... An einer Stelle musste ich das Buch erstmal zuklappen und für ein paar Minuten tief durchatmen. Francesca Haig hat wirklich ein Gespür dafür, einem das Grauen mit einem starken Bild direkt ins Gehirn zu pflanzen. Nichts ist tabu.

Der Schreibstil hat mich wieder sehr beeindruckt. So düster und bedrohlich diese Welt auch ist, so grauenhaft manche Ereignisse - die Autorin findet dennoch oft poetische Beschreibungen und wunderschöne Bilder.

Obwohl sie mich bereits ein Leben lang verfolgten, trafen mich die Bilder jedes Mal wieder mit voller Wucht und wie aus heiterem Himmel. Alle meine Sinne flossen dann ineinander. Der Lärm war tiefschwarz, die Flammen von einem gellenden Weiß, und das Brennen der Hitze überbot selbst die unerträglichsten Schmerzen, bis der Horizont dem gigantischen Feuer erlag und in einem grenzenlosen Augenblick die Welt ein Raub der Flammen wurde. 

Dieser Band wurde von einer anderen Übersetzerin übersetzt als der erste Band, und in meinen Augen ist die Übersetzung deutlich besser gelungen - die des ersten Bandes hatte mich nicht ganz überzeugt. Natürlich geht in einer Übersetzung immer ein klein wenig von dem verloren, was den Schreibstil des Originals einzigartig macht, aber Viola Siegemund ist es meines Erachtens gelungen, so nahe daran zu bleiben wie möglich.
Über lange Passagen verläuft die Handlung in diesem zweiten Band eher langsam, mit viel Augenmerk auf den Gefühlen und Gedanken der Charaktere, aber ich fand auch das spannend und fesselnd. Dennoch hat das Buch durchaus auch rasante Szenen und Kämpfe zu bieten, und man erfährt viel Neues über diese komplexe Welt - ich war sehr beeindruckt davon, wie gut und detailliert die Autorin ihre Geschichte durchdacht hat. Der Schreibstil ist wieder wunderbar, und die Übersetzung ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen.

Cover 4 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 4 Sterne
Charaktere 5 Sterne
Schreibstil 5 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo Mikka!

    Ganz so begeistert war ich vom zweiten Teil nicht, mir war das streckenweise - gerade am Anfang - einfach zu lang. Klar gehören die Gefühle und Gedanken der Protas dazu, aber das war für mich dann doch etwas zuviel des guten ;)
    Wirklich viel passiert ist nicht, was aber typisch ist für einen Mittelteil, leider. Trotzdem bin ich immer noch von der Idee fasziniert und ich hoffe jetzt sehr auf einen rasanten Abschlussband!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Huhu Aleshanee,

      ich liebe es, wenn eine Autorin sich richtig Zeit dafür nimmt, die Gedanken und Gefühle ihrer Charaktere zu beschreiben! Vielleicht, weil ich mich sehr für Psychologie interessiere? Und bei mir ist es auch einfach so: wenn mir ein Schreibstil richtig, richtig gut gefällt, dann liebe ich auch ruhige Passagen, wo nicht viel passiert. ;-)

      LG,
      Mikka

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  2. Hallo Mikka,

    es freut mich, dass dir Band 2 auch gefallen hat. Zu Beginn ist mir persönlich zu wenig passiert bzw. es wurde mir zu viel gewandert. Aber ansonsten kann ich dir nur voll und ganz zustimmen. Es - für einen Mittelteil vor allem - ein passabler 2. Band.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Huhu Nicole,

      irgendwie hat mich das Gewandere gar nicht so gestoert! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D