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Freitag, 15. April 2016

"Zerfall" (Hamburg Rain 2084, Band #4) von Thomas Zeller


Meine Wertung 3 von 5 Sternen
Titel Zerfall
Originaltitel ---
Autor(in) Thomas Zeller
Übersetzer(in) ---
Verlag* Knaur
Seitenzahl* 188
Erscheinungsdatum* 10. November 2015
Genre Dystopie
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei

"Was zuerst nach einem banalen Energiebdiebstahl aussieht, entpuppt sich zu einem perfiden Plan ganz Hamburg für immer in Dunkelheit versinken zu lassen. Der Bürgermeister befiehlt dem Elektriker Robert und dem gebietskundigen Boten Sebastian in die tiefsten Schichten der Stadt hinabzusteigen um die drohende Katastrophe abzuwenden. Mehr als hundert Meter tief unter der Erdoberfläche geraten die beiden in die Hände der gefürchteten Bande Mara Trucha. Bald wird ihnen klar, welch tödliches Ausmaß der Plan der mafiösen Bande verfolgt: die ganze Stadt in Dunkelheit zu stürzen und in ihre Gewalt zu bringen. Gelingt es den beiden, das grauenvolle Unheil von Hamburg abzuwenden?"
(Klappentext)
In diesem Teil von Hamburg Rain 2084 spielen Technik und Wissenschaft eine enorm große Rolle. Ein Physiker, der mangels besserer Jobangebote als Elektriker arbeitet, und ein Kurier, der in Wirklichkeit ein wahres Wunderkind ist, was Chemie betrifft, sollen einen Fall von Energiediebstahl aufklären und geraten dabei mit einer brutalen Bande aneinander, die Wissenschaftler entführen lässt und illegal Bestände von Plutonium-238 aufkauft, um durch die Kontrolle der Energie die Macht über die Stadt an sich zu reißen.

Da trifft es sich natürlich gut, dass dieser Band von Thomas Zeller geschrieben wurde, der einen ingenieurwissenschaftlichen Background hat. Man merkt immer wieder, dass er Ahnung hat von dem, was er schreibt! Die wissenschaftlichen Grundlagen nehmen sehr viel Raum ein und der interessierte Leser kann alles Mögliche lernen, vom Unterschied zwischen Alpha- und Betastrahlung bis hin zur Funktionsweise von U-Booten. Ich muss zugeben: obwohl ich es sehr zu schätzen weiß, wenn ein Buch mir das Gefühl gibt, dass es sozusagen auf soliden Füßen steht, wurde mir das doch manchmal ein bisschen zuviel. Ich empfand es als ermüdend, und es erschwerte mir das Lesen.

Natürlich werden auch wieder Elemente der ersten drei Bände aufgegriffen: die ungerechte soziale Hierarchie der riesenhaften Stadt, die Gangs, die die unteren Ebenen beherrschen, das harte Leben der ärmeren Einwohner, die zum großen Teil noch nie echtes Tageslicht gesehen haben... Das Hamburg im Jahr 2084 ist weniger eine Stadt als eine marode, kranke Welt im langsamen Todeskampf, in dem sogar die Reichen und Mächtigen Gefangene sind. Diese Themen fand ich nach wie vor hochinteressant!

Auch dieser Band war  wieder originell, einfallsreich und (zumindest anfangs) spannend - bis auf die eben angesprochenen Schwierigkeiten.  Im letzten Drittel beschlich mich leider das Gefühl, dass die Handlung zunehmend konfus und unglaubwürdig wurde. Die Geschehnisse überschlagen sich geradezu, aber auf mich wirkte das wie ein Blendfeuer, um davon abzulenken, dass nicht alles Sinn ergibt.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Robert und Sebastian, zwei junge Männer, die das Leben ziemlich gebeutelt hat und die deswegen nicht den Luxus haben, sich allzu viele moralische Skrupel zu leisten - und dennoch versuchen beide ihr Bestes. Ich fand interessant, dass sie keine perfekten Helden sind, sondern sich in einer moralischen Grauzone bewegen, und im Grunde waren mir beide auch sympathisch.

Dennoch hatte ich das Gefühl, nur an der Oberfläche zu kratzen und sie nicht wirklich tiefergehend kennenzulernen; vielleicht lag das einfach am Tempo der Geschichte.

Erst gegen Ende spielt die Schwester des Bandenchefs eine größere Rolle, was mich leider wenig überzeugt hat. Sie macht einen Sinneswandel durch, der mir zu plötzlich kam und zu schnell ging. Wäre sie schon früher mehr in die Geschichte integriert worden, hätte sie ein großartiger Charakter sein können!

Ein paar Charaktere aus früheren Bänden tauchen wieder auf, und mir gefiel, wie die verschiedenen Bände der Reihe dadurch lose miteinander verknüpft werden.

Der Autor beschreibt das Hamburg der Zukunft souverän - zwar eher nüchtern und knallhart, was aber wunderbar zur Stimmung passt. Schließlich befinden wir uns in den unteren Ebenen, wo das Recht des Stärkeren herrscht und nur wenig Raum bleibt für Schönheit oder Poesie! Dennoch baut der Schreibstil eine fesselnde Atmosphäre auf.
Bandenkriege, Energie als umkämpftes Kapital, Sozialkritik und eine dem Untergang geweihte Stadt... Die Geschichte hat eine spannende Grundidee zu bieten, und auch die Charaktere haben viel Potential. Anfangs gefiel mir, wie gründlich der Autor die wissenschaftlichen Grundlagen erklärt, aber mehr und mehr fand ich es zu ausführlich und dadurch ermüdend. Leider gleitet die Handlung in meinen Augen im Laufe des Buches ohnehin mehr und mehr ins Unglaubwürdige ab, und auch die Charaktere konnten ihr Potential nicht ganz ausschöpfen.

Cover 4 Sterne
Originalität 4 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo
(Abzüge für ermüdendes Technobabbel und konfuses letztes Drittel)
2 Sterne
Charaktere 2,5 Sterne
Schreibstil 4 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo Mikka,

    Vielen Dank für Deine Rezension! Sie zegt, dass der Wert einer ehrlichen Meinung nicht bloss durch die Anzahl von Sternchen zu beziffern ist. Ich nehme die Kritikpunkte sicherlich für mein nächstes Buchprojekt mit. Bei den Vorgaben für die Buchreihe »Hamburg Rain 2084« findet sich auch eine Einschränkung der Seitenzahl, daher sind die Geschichten sehr kurz, um wirklich tief in die Protagonisten hineinzugehen (man muss auch die bandübergreifenden Charaktere mit einbeziehen, damit man Schnittpunkte zwischen den Geschichten hat). Ich hätte auch gerne mehr Zeit mit Amanda (Babosos Schwester) verbracht, um ihre inneren Konflikte aufzudecken. Manche Leser finden auch, dass die Geschichte nicht wirklich abgeschlossen ist. Dem stimme ich zu, denn ich hatte vor, Amanda »auferstehen« und Robert nach der wirklichen Todesursache seines Bruders suchen zu lassen. Der Spagat zwischen offenem und geschlossenem Ende ist eine Art Kompromiss und ist nicht jedermanns Sache, das ist mir sehr wohl bewusst.

    Ich danke Dir noch einmal, dass Du die Zeit genommen hast, eine konstruktive Rezension zu schreiben.

    Thomas (Autor von »Zerfall«)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Thomas,

      ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr einschränkend ist, wenn man eine Geschichte auf relativ wenigen Seiten erzählen muss! Ja, ich hätte auch gerne noch mehr über Amanda und Robert gelesen, das habe ich gar nicht erwähnt.

      Danke, dass du die Rezension so gelassen aufnimmst!

      Liebe Grüße,
      Mikka

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  2. Hallo Mikka,

    bei dem Teil der Reihe reizen mich grad diese wissenschaftlichen Ausführungen. So etwas lese ich immer total gern, wenn es in eine Geschichte eingebettet wird. Das von dir erwähnte "Blendfeuer" schreckt mich schon ein bisschen ab. Mal abwarten, wann ich die Reihe weiterverfolgen werde. Das Prequel war der Hammer, aber "V 2" war dann doch nicht ganz meins.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    Antworten
    1. Huhu Nicole,

      bisher habe ich ja das Prequel und vier Bände gelesen, und meine Meinung viel extrem unterschiedlich aus!

      Ich mag "Technobabbel" (wie das unter Star-Trek-Nerds liebevoll genannt wird) eigentlich auch ganz gerne; ich vermute, hier war einfach das Problem, dass meine Physikkenntnisse eher rudimentär sind und ich daher irgendwann überfordert war.

      LG,
      Mikka

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    2. Huch! Mit umfangreichen Physik-Kenntnissen kann ich auch nicht aufwarten. Naja, ich werde sehen, welche Band ich mir als nächstes schnappe.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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Danke für deinen Kommentar! :D