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Montag, 7. März 2016

"Selection - Die Elite" von Kiera Cass


Meine Wertung 2 von 5 Sternen
Titel Selection - Die Elite
Originaltitel Selection - The Elite
Autor(in) Kiera Cass
Übersetzer(in) Susann Friedrich
Verlag* Fischer
Seitenzahl* 384
Erscheinungsdatum* Februar 2014
Genre Dystopie / Jugendbuch
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei

"Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert."
(Klappentext)
Der erste Band der Reihe war für mich so ein Buch, für das man gerne auf Schlaf verzichtet, um stattdessen nur so durch die Seiten zu fliegen. Ich fand die Mischung aus Dystopie und Castingshow originell, unterhaltsam und spannend, und ich hielt die Hauptfigur, America Singer, für ein sympathisches, intelligentes Mädchen, mit dem sich sicher viele junge Leserinnen identifizieren können.

Leider, leider hat mich der zweite Band aber schwer enttäuscht.

Schon im ersten Band hätte ich den Schwerpunkt der Geschichte gerne etwas verschoben - weniger Castingshow, mehr Dystopie. Ich wollte mehr über die Hintergründe all dessen erfahren: warum wurde das Kastensystem eingeführt, warum wurde die Demokratie zugunsten einer Monarchie abgeschafft, was genau sind die Pläne der Rebellen...Meine Erwartungen an den zweiten Band waren, dass er mir genau diese Dinge erklärt, aber das erfüllte er nur zum Teil. Zwar wird all das angesprochen, ja, aber eher oberflächlich, und stattdessen steht das Liebesdreieck zwischen America, Aspen und Maxon imer und immer wieder im Mittelpunkt.

Um ganz ehrlich zu sein, ist mir America in diesem Band unsäglich auf die Nerven gegangen, denn sie lebt in einem diktatorischen Kastensystem, könnte endlich etwas bewirken - und verschenkt ihre Möglichkeiten, weil sich ihre Gedanken stattdessen um ihre eigenen verwirrten Gefühle drehen.

Sie bekommt durch die Teilnahme an der Selection die einmalige Chance, sich über die Politik ihres Landes zu informieren, aber sie stöhnt über die schwierigen Berichte, die sie lesen soll, und greift auch eher widerwillig zu den Büchern. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass sie mal die Ärmel hochkrempelt und sich wirklich anstrengt, sich das unbezahlbare Wissen zu erarbeiten! Als sie die Aufgabe erhält, ein wohltätiges Projekt zu gestalten, fällt ihr schlicht und ergreifend nichts ein - ihr, die selber erlebt hat, mit welchem Schwierigkeiten die niederen Kasten zu kämpfen haben! Sie fragt Aspen, Maxon und ihre Zofen nach Ideen, und letztendlich fordert sie eine enorme Umwälzung, ohne sich die geringsten Gedanken darüber zu machen, wie sich diese Umwälzung tatsächlich realistisch umsetzen ließe.

Sie fragt sich öfter, ob sie wohl eine gute Prinzessin wäre, und meine Antwort wäre: Nein, America, das glaube ich nicht. Nicht, weil sie nicht intelligent genug wäre, aber sie erschien mir unfähig, entschlossen Entscheidungen zu treffen und das große Ganze im Blick zu behalten.

Sie kann sich auch zwischen Aspen und Maxon nicht entscheiden, und so fordert sie von beiden immer wieder mehr Zeit, mehr Zeit, mehr Zeit... Zeigt einer von beiden aber auch nur das leiseste Interesse an einem anderen Mädchen, schäumt sie vor Eifersucht! Ich fand sie zum Teil richtig manipulativ, denn wenn sie den Eindruck hat, sie könnte Maxon vielleicht verlieren, geht sie sofort hin und deutet an, dass sie sich ja eigentlich schon so gut wie für ihn entschieden habe... Romantisch fand ich das nicht mehr.

Die Geschichte zog sich für mich oft sehr, denn abgesehen von Americas zwiespältigen Gefühlen passiert über lange Strecken eigentlich nicht so arg viel. Die Rebellen greifen ein paar Mal an, aber das läuft im Prinzip immer gleich ab: große Panik, alle Mann in die Schutzräume, ein paar Verletzte oder Tote, zurück zur Dreiecksgeschichte und Beschreibungen von schönen Kleidern, komplizierten Frisuren und dekadenten Bällen, während draußen Leute hungern und sterben. Für mich kam da keine rechte Spannung auf. (Außerdem sollte man meinen, dass die Palastwache inzwischen auf die Idee gekommen wäre, einfach mal ein paar Wachposten aufs Dach zu stellen, damit die Angriffe nicht immer so völlig überraschend kommen.)

Den Schreibstil fand ich dagegen wieder sehr ansprechend, flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin beschreibt die Geschehnisse mit viel Liebe zum Detail und lebendigen Bildern.
In meinen Augen schreitet die eigentliche Geschichte in diesem Band nur sehr wenig voran. Zwar erfahren wir mehr über die Hintergründe des Kastensystems und die politischen Strukturen, aber der Schwerpunkt liegt für mich eindeutig auf der endlosen Dreiecksgeschichte zwischen America, Aspen und Maxon... Diese konnte mich leider nur wenig fesseln, da mir America in diesem Band eher unsympathisch war und ich ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen konnte.

Cover 5 Sterne
Originalität 3,5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 2 Sterne
Charaktere 2 Sterne
Schreibstil 4 Sterne
Romantik 2 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo.

    Ohhh, endlich jemand der meine Meinung teilt. ich fand den 2. Band einfach grauenhaft. Nicht nur wegen der Dreiecksbeziehung, sondern allen voran wegen Americas Charakter. Ich hatte beim lesen ganz oft das Gefühl eine andere America vor mir zu haben als die aus Band 1. Das war ein kompletter Charakterwechsel. Für mich war die Reihe nach band 2 auch erledigt, werde da zu 99% auch nicht mehr weiterlesen.

    LG Diana

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    1. Huhu Diana,

      ich habe den dritten und vierten Band blöderweise schon auf dem Kindle... Ich überlege noch, ob ich weiterlese, vielleicht wird es im dritten Band ja wieder besser.

      LG,
      Mikka

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  2. Hallo Mikka,
    also ich kann dir sagen, dass es sich lohnt wenigstens den dritten Band zu lesen, da die Rebellen dort eine größere Rolle spielen.
    Fand den zweiten Band genauso wie die ganze Reihe sehr gut, aber das ist ja Geschmackssache ;)

    Liebe Grüße vom #litnetzwerk
    Andrea :) (Mein Blog: book2pia.wordpress.com )

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    1. Huhu Andrea,

      ja, ich habe mich inzwischen auch entschieden, die Reihe trotzdem weiterzulesen! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D