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Donnerstag, 17. März 2016

"Feuerstimmen" von Christoph Hardebusch



Meine Wertung 3,5 von 5 Sternen
Titel Feuerstimmen
Originaltitel ---
Autor(in) Christoph Hardebusch
Übersetzer(in) ---
Verlag* Piper
Seitenzahl* 496
Erscheinungsdatum* 17. März 2016
Genre High Fantasy
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei

"Seit einer Ewigkeit lag der Schrecken in den Tiefen der Meere verborgen und war von den Menschen fast vergessen. Doch nun ist der fünfte Drache, ein allmächtiges Geschöpf der Finsternis, erwacht. Und er will etwas zu Ende bringen, das ihm vor Jahrhunderten nicht gelungen war: die Welt zu unterjochen. Im Verborgenen wächst die Macht des Drachen, und die Menschen erkennen erst spät, dass sie mehr und mehr zum Spielball der Dunkelheit werden. Während die junge Königin Elena alles versucht, um ihr Volk zu schützen, erfährt der Barde Aidan, dass er eine ganz besondere Gabe besitzt, die im Kampf gegen den Drachen die entscheidende Rolle spielen könnte - den Gesang der Magie ..."
(Klappentext)
Bevor ich meine Meinung zum Buch an sich kundgebe, möchte ich euch ein bisschen was über die Geschichte seiner Entstehung erzählen. Denn obwohl Christoph Hardebusch durchaus eine anerkannte Koryphäe der deutschen Fantasy-Literatur ist, Lesern zum Beispiel bekannt durch seine "Trolle" und "Sturmwelten", war es tatsächlich dieser Hintergrund, der mich unheimlich neugierig auf das Buch gemacht hat.

Und zwar hat sich Christoph Hardebusch beim Schreiben zusammengetan mit Dennis "Sly" Schunke, dem Frontmann der Band Van Canto - und da ich deren Musik sehr spannend finde, musste ich das Ergebnis natürlich auf jeden Fall lesen! Van Canto machen Heavy Metal mit einer Besonderheit: sie singen a capella, was für Metal ja ziemlich ungewöhnlich ist. Das ist auch keineswegs nur ein billiger Trick, um Aufmerksamkeit zu erregen, sondern dahinter stehen Musiker, die ihr Handwerk beherrschen.

Jedenfalls war es beiderseits eine fruchtbare Zusammenarbeit, denn mit gemeinsamen Ideen entstand nicht nur das Buch "Feuerstimmen", sondern auch das Konzeptalbum "Voices of Fire". Buch zur Musik, oder Musik zum Buch? Laut dem Sänger schwer zu sagen, denn: »Wir haben hier wirklich Hand in Hand gearbeitet. Unsere Kompositionen haben den Roman beeinflusst und umgekehrt. Wir haben eine eigene Welt erschaffen, es geht um konkurrierende Königreiche, um große Schlachten, um Drachen, Feuer und Barden. Nicht immer alles bierernst, aber es kracht an allen Ecken und Enden und ist großes Kopfkino, eigentlich wie Van Canto auch.«

Hier findet ihr die Webseite von Van Canto und ein Klick auf das Cover bringt euch direkt zum Album "Voices of Fire":
Jetzt aber zum eigentlichen Buch.

Die einfallsreiche Welt zog mich schnell in ihren Bann. Mir gefiel, dass hier bis ins kleinste Detail alles stimmig und durchdacht erscheint: nicht nur die Geographie des Landes, die Politik oder das Magiesystem, sondern auch Dinge wie Sternbilder, Essen, Kleidung, Mythen und Sagen. Erst, wenn eine Welt in sich schlüssig und glaubhaft ist, kann ich so richtig in die Geschichte eintauchen und mich auch auf die fantastischen Aspekte einlassen, und das machte der Autor mir sehr einfach.

Christoph Hardebusch bringt viele interessante Ideen ein, die man so nicht in jedem zweiten Fantasybuch liest. Originell fand ich zum Beispiel, dass es hier abgesehen von den vier üblichen Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft noch das Element der Harmonie gibt, das dazu bestimmt ist, die anderen vier zu einen und zu unterstützen, und dass jedes dieser Elemente von einem Drachen verkörpert wird. Darüber hinaus liegt auch in der Musik, die allen Dingen innewohnt, die aber nur wahre Barden wahrnehmen können, eine ganz eigene Magie.

Die Handlung ist überwiegend sehr spannend umgesetzt, mit vielen rasanten Kampfszenen, die der Autor so packend und wortgewaltig beschreibt, dass man sie quasi vor sich sehen kann! Allerdings gab es für mich auch ein paar Durststrecken, in denen die Geschehnisse mir zum Teil etwas vorhersehbar erschienen. Das liegt aber sicher vor allem daran, dass die beiden wichtigsten Charaktere der Geschichte, Aidan und Elena, eben eine klassische Heldenreise antreten, wie sie in vielen Fantasybüchern vorkommt.

Aidan halte ich für einen sehr lebendigen, glaubhaften Charakter. Pfiffig, frech und manchmal respektlos, aber auch liebenswert und im tiefsten Herzen selbstlos. Er war mal ein großer Sänger, bekannt und verehrt, aber dann geschah etwas, wodurch er große Schuld auf sich lud. Dieser Zwiespalt machte ihn für mich umso interessanter, und dadurch gewann er meines Erachtens auch an emotionaler Tiefe. Er sträubt sich dagegen, ein Held zu sein, und doch ist es ihm vorherbestimmt.

Seinen besten Freund Revus habe ich auch direkt ins Herz geschlossen, denn es ist einfach rührend, mit welch bedingungsloser Freundschaft er an Aidan hängt. In meinen Augen ist ganz wunderbar, dass die Freundschaften in diesem Buch so wunderschön und wichtig sind wie die Liebesgeschichte!

Aidan und Revus sind beileibe keine Heiligen. Sie haben in der Vergangenheit so manche Gaunerei begangen, gehören jedoch trotzdem unbestreitbar zu den Guten. Ich fand großartig, wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickeln!

Einen Großteil dieser Geschichte sehen wir durch Elenas Augen. Sie ist eine junge Königin der Gesegneten Inseln, die sich auf eine Queste begibt, um ihr Königreich zu retten. Sie war mir sympathisch, aber manchmal ein wenig zu perfekt: sie ist schön, mutig, selbstlos, intelligent, charismatisch, eine exzellente Kämpferin... Genau wie Aidan muss sie viele gefährliche Situationen bestehen, aber im Gegensatz zu ihm erlebt sie in meinen Augen keine große innere Wandlung, und das hat mir einfach gefehlt. Sie ist meines Erachtens am Ende der Geschichte immer noch der gleiche Mensch, der sie am Anfang war.

Ihre Leibwächterin Kaleona empfand ich als ein wenig blass. Sie ist Elena treu ergeben, aber über diese bedingungslose Treue hinaus habe ich nicht den Eindruck, sie wirklich kennengelernt zu haben. Dennoch würde ich sagen, dass die Freundschaft der beiden Frauen mich berührt hat.

Die Liebesgeschichte ist an sich schön und romantisch geschrieben, dennoch tat sie sich schwer damit, mich zu überzeugen - der Funke sprang für mich einfach nicht so recht über.

Der Schreibstil ist oft sehr humorvoll, was mir gut gefiel - ich liebe es, wenn Fantasy sich nicht immer so ernst nimmt, sondern auch etwas zum Lachen bietet! Der Autor beherrscht aber durchaus auch die ernsteren Tonarten. Ich fand den Schreibstil sehr ansprechend: wortgewaltig, bunt und lebhaft. Nur manchmal war mir die ein oder andere Formulierung etwas zu dramatisch, oder eine Passage enthielt für meinen Geschmack zu viele gehäufte Adjektive, aber im Großen und Ganzen war ich sehr angetan von der Erzählstimme.

Das Ende fand ich leider eher enttäuschend. Es bot meiner Meinung nach keine großen Überraschungen, driftete dafür aber ein wenig in den Kitsch ab. Ehrlich gesagt konnte ich mir eine Szene fast in einem Disneyfilm vorstellen...

Natürlich möchte ich abschließend einen kleinen Einblick in das Van-Canto-Album "Voices of Fire" nicht vorenthalten! Auch, wenn es manchmal schwer zu glauben ist: abgesehen vom Schlagzeug ist das wirklich alles a capella - die instrumentale Begleitung wird von den Musikern mit ihren Stimmen imitiert.



Drachen, Seeteufel, Bardenmagie und uralte Prophezeiungen - das Buch hat viele interessante, originelle Ideen zu bieten! Die Geschichte ist meist rasant, mit vielen Kampfszenen, hatte aber für mich dennoch die ein oder andere Spannungsflaute. Die Charaktere haben mich zum Teil begeistert, zum Teil eher kaltgelassen, daher konnte mich die Liebesgeschichte auch nicht uneingeschränkt überzeugen. Der Schreibstil hat mich dagegen vollkommen überzeugt, und das Buch hat mir trotz eines in meinen Augen unbefriedigenden Endes im Großen und Ganzen Spaß gemacht und mich gut unterhalten.
Cover 4 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 3,5 Sterne
Charaktere 3,5 Sterne
Schreibstil 4,5 Sterne
Humor 4 Sterne
Romantik 3 Sterne
Auflösung & Ende 2 Sterne

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