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Samstag, 22. August 2015

"Ugly - Verlier nicht dein Gesicht" von Scott Westerfeld (Band #1)


Meine Wertung 4,5 von 5 Sternen
Titel Ugly - Verlier nicht dein Gesicht
Originaltitel Uglies
Autor(in) Scott Westerfeld
Übersetzer(in) Gabriele Haefs
Verlag* Carlsen
Seitenzahl* 432
Erscheinungsdatum* Februar 2011
Genre Dystopie
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei

"Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die für alle vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zur Pretty werden, in New Pretty Town leben und keine Sorgen mehr haben. Tallys Freundin Shay dagegen sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere über sie bestimmen. Als Shay flüchtet, lernt auch Tally die hässliche Seite der Pretty-Welt kennen. Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl ..."
(Klappentext)
In der Welt der Zukunft herrscht scheinbar einträchtige Harmonie. Alle Menschen sind glücklich, denn der Staat sorgt nicht nur für Grundbedürfnisse wie Kleidung und Nahrung, sondern kümmert sich auch um eine fundierte Bildung und vielfältige Unterhaltungsmöglichkeiten für die Freizeit. Es gibt keinen Rassismus und keine Vorurteile, denn alle Menschen sind gleich. Gleich gebildet, gleich erzogen - gleich wunderschön.

Denn am 16. Geburtstag wird jeder Mensch einer Schönheitsoperation unterzogen, die das Aussehen einer vorgegebenen Norm anpasst. Die Augen werden vergrößert, die Lippen voller und perfekt geschwungen gestaltet... Knochen werden abgeschliffen oder mit einem speziellen Kunststoff stärker herausgebildet, um eine vollkommene Symmetrie zu erschaffen. Sogar die Haut wird abgezogen und durch eine neue ersetzt, in einer genormten Hautfarbe.

Diese Grundidee fand ich sehr spannend, originell und interessant! Mal was ganz anderes: eine Dystopie, die erstmal wirkt wie eine Utopie, eine schöne neue Welt.

Der Autor treibt eine Entwicklung auf die Spitze, die es in der realen Welt ja tatsächlich gibt. In Film und Fernsehen oder in Hochglanz-Zeitschriften werden uns ganz bestimmte Schönheitsideale immer wieder vor Augen geführt. Viele junge Mädchen fühlen sich hässlich, weil sie diesen Idealen nicht entsprechen, was zu Magersucht, Bulimie oder anderen Essstörungen führen kann.

Wären wir wirklich alle glücklicher, wenn wir alle gleich schön wären? Wo bliebe da die Individualität?

Tally und Shay haben die Operation noch vor sich und symbolisieren die beiden Gegenpole dieser Problematik. Tally will einfach nur dazugehören, so sein wie alle, endlich ein hübsches Gesicht im Spiegel sehen. Shay dagegen will lieber hässlich bleiben, als im wahrsten Sinne des Wortes ihr Gesicht zu verlieren.

Am Anfang erschien mir Tally unglaublich naiv und oberflächlich, aber andererseits konnte ich ihren brennenden Wunsch, dazuzugehören, auch nachvollziehen. Im Laufe der Geschichte wird sie zunehmend gezwungen, als Individuum zu handeln, Wagnisse einzugehen und die Dinge zu hinterfragen, und als Leser merkt man, dass sie auch intelligent, entschlossen und mutig handeln kann.

Sie wuchs mir schnell ans Herz, und ich habe wirklich mit ihr mitgefiebert. Denn sie gerät immer wieder in Situationen, in denen es die eine richtige Lösung nicht gibt, sondern sie nur die Wahl zwischen zwei Übeln hat! Einen Freund verraten, oder ein Versprechen gegenüber einem anderen Freund brechen?

Mir hat Tallys Humor sehr gut gefallen, der dramatische Situationen oft ein wenig auflockert. Auch die anderen Charaktere fand ich gut geschrieben: glaubhaft, komplex und interessant.

Die Liebesgeschichte ist in meinen Augen schön und anrührend, und sie stellt Tally vor spannende moralische Probleme! Ich fand sie auch nicht kitschig oder übertrieben.

Die Geschichte hat mich sehr schnell in ihren Bann gezogen, und je mehr man über diese schöne, schreckliche Welt erfährt, desto mehr Fragen kommen auf... Man merkt nach und nach, dass hinter der perfekten Fassade ein gnadenloses System abläuft wie ein Uhrwerk - und Rädchen, die sich nicht drehen wollen, werden zurecht geschliffen oder entsorgt.

Ein paar Dinge erschienen mir noch nicht so ganz schlüssig, aber ich vermute, dass man darüber in den nächsten Bänden mehr erfährt. Wie finanziert sich dieses System zum Beispiel? Es muss doch mit enormen Kosten und einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden sein, alle Bürger operieren zu lassen! Und danach müssen die neuen Pretties auch erstmal nicht arbeiten, wenn sie nicht wollen, sondern können in Saus und Braus leben - mit Champagner und Kaviar, wenn sie das so wollen. Wer baut in dieser Welt die Lebensmittel an? Wer bringt den Müll weg, wer baut die Häuser?

Der Schreibstil ist eher einfach, aber dennoch ansprechend. Interessant fand ich, dass in Tallys Umgangssprache unheimlich viele Begriffe enthalten sind, die einem immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass man in einer fremden, merkwürdigen Zukunft ist. Ich habe das Buch auf deutsch UND englisch gelesen und muss sagen, die Übersetzerin hat das perfekt hingekriegt!
Das Buch spielt in einer weit entfernten Zukunft, in der scheinbar alle Menschen glücklich sind und friedlich miteinander auskommen. Ein Teil dieser Harmonie wird erreicht, indem die Menschen einem bestimmten Schönheitsideal angepasst werden: am 16. Geburtstag wird man operiert, und danach ist man so wunderschön wie alle anderen auch, mit genormten Gesichtszügen und genormter Hautfarbe. Aber natürlich steckt mehr hinter der schönen Fassade...

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich fand die Grundidee ungewöhnlich und einfallsreich, die Charaktere gut geschrieben und die Entwicklung der Handlung sehr spannend. Ich freue mich schon auf den zweiten Band!
Cover 4 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 4,5 Sterne
Charaktere 4,5 Sterne
Schreibstil 4 Sterne
Humor 4 Sterne
Romantik 4 Sterne

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