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Freitag, 5. Juni 2015

"The girl on the train" von Paula Hawkins



Meine Wertung 5 von 5 Sternen
Titel The girl on the train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich
Originaltitel The girl on the train
Autor(in) Paula Hawkins
Übersetzer(in) Christoph Göhler
Verlag* Blanvalet (deutsche Ausgabe)
Randomhouse.co.uk (englische Ausgabe)
Seitenzahl* 448
Erscheinungsdatum* 15. Juni 2015
Genre Thriller / Drama
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch auf der Seite des deutschen Verlags
Das Buch auf der Webseite des englischen Verlags
Das Buch bei
Mit ♥lichem Dank an Blogg Dein Buch und Randomhouse!

Das Leben von Rachel wurde jäh aus der Bahn geworfen, als ihr Mann Tom sie betrog. Als wäre das nicht schon schlimm genug, hat er inzwischen mit der anderen Frau ein "Kuckuckskind"und lebt mit seiner neuen Familie in dem Haus, das ursprünglich Rachel liebevoll eingerichtet hat.
Jetzt ist sie Alkoholikerin und nicht nur besessen von ihrer Trauer und ihrem Schmerz, sondern auch von dem jungen Pärchen, an deren Haus sie jeden Morgen mit dem Zug vorbeifährt. Sie denkt sich für die beiden eine ganze Lebensgeschichte aus - sie stellt sich vor, dass sie Jason und Jess heißen, dass Jason Arzt ist und Jess Künstlerin... Sie projiziert ihre ganzen geplatzten Träume und Wünsche auf sie, indem sie sich ausmalt, dass sie die perfekte Beziehung haben und sich  bedingungslos lieben.

Deswegen ist sie geschockt, als sie eines Morgens aus dem Zugfenster etwas sieht, das alles in Frage stellt... So sehr, dass sie beschließt, aktiv in das Leben von "Jason" und "Jess" einzugreifen. 

Zuerst ein Hinweis: Ich habe dieses Buch im englischen Original von Randomhouse UK als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen und gelesen. Daher kann ich keine Aussage treffen über die Qualität der deutschen Übersetzung. Da ich vom Übersetzer Christoph Göhler jedoch schon andere exzellente Übersetzungen gelesen habe, habe ich vollstes Vertrauen!  

Man hört immer wieder, dass Paula Hawkins mit Gillian Flynn verglichen wird, und "The girl on the train" mit deren Bestseller "Gone Girl". Da Gillian Flynn zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört, konnte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, selber zu vergleichen!

Und? Ist da was dran? Meiner Meinung nach ja... Und nein. 

Ja, denn auch Paula Hawkins bedient sich eines ganz bestimmten Stilmittels sehr gekonnt, das Gillian Flynn bis zur Perfektion beherrscht: das des unzuverlässigen Erzählers. Die Geschichte wird aus Sicht dreier ganz unterschiedlicher Frauen erzählt, aber man kann sich als Leser niemals blind auf das verlassen, was sie sagen. Sie belügen sich selbst oder werden von anderen belogen, sie vertrauen auf eine Wahrheit, die so gar nicht existiert, oder erschaffen sich selber eine kleine heile Traumwelt... Das ist unglaublich clever geschrieben - und spannend, denn man will unbedingt herausfinden, was wirklich hinter all dem Lug und Trug steckt! 

Ja, denn auch Paula Hawkins ist eine Meisterin darin, über egoistische, zutiefst gestörte Frauen zu schreiben, mit denen man aber dennoch irgendwie mitfühlen kann - und sogar muss... Ich habe unzählige Male laut aufgestöhnt, wenn Rachel die falsche Entscheidung traf, denn entgegen jeder Vernunft wollte ich so sehr, dass sie ihr Leben in den Griff bekommt und es für sie ein Happy End gibt! 

"Nein, nein, nein, bitte tu das nicht..." war ein immer wieder kehrendes Mantra. 

Ich fand die Protagonisten und Protagonistinnen  großartig, mit all ihren charakterlichen Schwächen, emotionalen Wunden und moralischen Fragwürdigkeiten. Ja, es gibt in dieser Geschichte einen Kriminalfall, aber das Buch ist dennoch kein typischer Krimi oder Thriller! Die Seiten habe ich nicht wirklich deswegen umgeblättert, um das Verbrechen aufgeklärt zu sehen, sondern weil ich so viele Emotionen in die Charaktere investiert hatte und sehen wollte, wohin die Reise sie führt. Krimi, Thriller, Drama...? Ich weiß es nicht so genau, aber was immer es ist, es ist in meinen Augen fantastisch.

Ja, denn auch die Atmosphäre unterschwelligen Unheils, die Paula Hawkins mit eindringlichen Bildern und einem packenden Schreibstil heraufbeschwört, ist Lesern von Gillian Flynn vertraut. 

Warum also das nein?

Nein, "The girl on the train" ist nicht "Gone Girl 2.0", denn obwohl die Atmosphäre ähnlich ist und die Autorinnen sich auch ähnlicher Stilmittel bedienen, haben die Handlungen beider Romane nur auf den ersten Blick oberflächliche Gemeinsamkeiten. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um zwei ganz unterschiedliche Bücher, die beide auf ihre eigene Art und Weise außergewöhnlich und mehr als lohnend sind!

Ich würde es so ausdrücken: zwei Maler können die gleichen Pinsel, die gleichen Farben und sogar die gleichen Maltechniken verwenden und doch gänzlich andere Bilder malen. 

Die Geschichte von "The girl on the train" ist originell und spielt augenzwinkernd mit den Erwartungen erfahrener Thriller-Leser.

Die Handlung erstreckt sich über mehrere Zeitebenen, und so bekommt man als Leser immer neue Bruchstücke aus Vergangenheit und Gegenwart zu sehen, kann dabei aber nie mit Sicherheit sagen, was jetzt Ursache ist und was Wirkung... Ich habe immer wieder neue Theorien aufgestellt, was wirklich geschehen sein könnte und warum, wer hier die Guten sind und wer die Bösen - und im Endeffekt war dann doch alles ganz anders. 

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Besonders gelungen fand ich, wie sie den drei Erzählerinnen ihre ganz eigenen, unverwechselbaren "Stimmen" gibt. 
"Traue niemandem, nicht einmal dir selbst", das könnte das Motto dieses Buches sein. Drei Frauen, die alle nicht das sind, was sie zu sein scheinen, und deren Schicksale durch Liebe und Verrat miteinander verknüpft sind, erzählen eine Geschichte, die irgendwo zwischen Thriller und Drama ihren dunklen Sog entfaltet.

Die Autorin wird oft mit der Bestsellerautorin Gillian Flynn verglichen - und muss den Vergleich nicht scheuen, denn sie hat in meinen Augen ein ganz außergewöhnliches Buch geschrieben.
Cover 4 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 5 Sterne
Charaktere 5 Sterne
Schreibstil 5 Sterne

Kommentare :

  1. Hallo Mikka,

    wow, eine tolle Rezi und du machst mich auf das Buch neugierig. Habe das Buch zwar schon auf dem Radar, aber dank deiner Rezi muss ich es lesen und das, obwohl mir "Gone Girl" nicht ganz so gut gefallen hat.

    Habe gerade "Die stille Kammer" von Jenny Blackhurst gelesen und auch da zog die Autorin an den Nerven. Zwar war hier das Ende irgendwie vorhersehbar, aber der Weg und die ganzen Irrungen und Wirrungen waren so gut beschrieben, das ich selbst nicht wusste, wer sagt die Wahrheit und wer spielt ein Spiel mit der Susan. Meine Rezi dazu wird es am Sonntag geben. Vielleicht ist das Buch etwas für dich.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    Antworten
    1. Hallo Uwe,

      oh, dir hat "Gone Girl" nicht so gefallen? Je nachdem, warum nicht, wäre das Buch hier dann vielleicht auch nichts für dich, so rein vom "Feeling" her sind die Bücher doch recht ähnlich?

      Ich geh gleich mal nach der Rezi zu "Die stille Kammer" gucken!

      LG,
      Mikka

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  2. Huhu :)

    tolle Rezi :). Ich hab das Buch als Rezi-Exemplar erhalten. Ich hoffe, ich bekomme es. Deine Rezi macht mir Mut, dass es echt gut ist :)

    Liebe Grüße

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    Antworten
    1. Huhu Book-Angel,

      ich fand das Buch wirklich großartig! Hoffentlich gefällt es dir dann genauso gut.

      LG,
      Mikka

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  3. Hallo Mikka :)
    Das Buch steht auch schon auf meiner Leseliste genauso wie Gone Girl. ;)
    Wie immer ein tolle und vor allem ausführliche Rezension :)

    Liebe Grüße vom #litnetzwerk
    Andrea :) (Mein Blog: book2pia.wordpress.com )

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    Antworten
    1. Huhu Andrea,

      dann hoffe ich mal, dass dir die beiden Bücher auch so gut gefallen wie mir! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D