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Mittwoch, 10. Juni 2015

"Lysitheas Erbe" von Simone Müller



Meine Wertung 3 von 5 Sternen
Titel Lysitheas Erbe
Originaltitel ---
Autor(in) Simone Müller 
Übersetzer(in) ---
Verlag* CreateSpace
Seitenzahl* 330
Erscheinungsdatum* 9. Mai 2014
Genre Science Fantasy, Märchen
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch bei

"Valeria und Jamie führen eine glückliche Beziehung. Sie genießen gerade ihren Urlaub, als eine fremde Frau auftaucht und Valeria erklärt, dass sie ihre Erinnerungen verloren hat. Valeria ist eigentlich die rechtmäßige Kaiserin von Lysithea. Sie ist die Einzige die den kleinen Mond von der tyrannischen Herrschaft ihrer Mutter befreien kann. Nach langem zögern, entschließt Valeria sich, ihrem Volk zu helfen. Doch dazu muss sie ihre große Liebe Jamie zurücklassen. Ein Kampf um ihre Liebe und um ihr Volk entbrennt. Doch kann Valeria dem enormen Druck und den hohen Erwartungen standhalten? Wird ihre Liebe zu Jamie einen Weg finden, ihr Volk zu retten? Oder wird diese Liebe alles zerstören? Valeria muss sich entscheiden, ob sie den einfachen oder den schmerzvollen Weg gehen will..."
(Klappentext)
Der größte Pluspunkt dieses Romans ist in meinen Augen seine enorme Originalität, denn er ist eine ungewöhnliche Mischung verschiedener Genres: eine Art Science-Fantasy-Märchen. Elfen, Drachen, Magie, böse Schwarzmagier, und das alles auf den Monden des Jupiters!

Die Autorin hat viele interessante, einzigartige Ideen, wie zum Beispiel ein komplexes Magiesystem mit Zauberworten, die für Emotionen und Elemente stehen und für verschiedene Resultate miteinander kombiniert werden können. Das habe ich noch in keinem anderen Buch so gelesen, und ich fand es sehr gut gelungen.

Allerdings hätte ich mir öfter gewünscht, noch mehr darüber zu erfahren, wie diese Magie funktioniert, was tatsächlich möglich ist und was nicht. Ich würde mich freuen, in Folgebänden mehr darüber zu lesen!

Die Gesellschaft auf dem Mond Lysithea scheint in vielen Aspekten dem Leben auf der Erde zu ähneln -  allerdings dem Leben in anderen Zeitepochen. Die Zivilisation wird als mittelalterlich beschrieben, aber Kleidung, Einrichtung der Häuser und Benehmen des Adels sind zum Teil dem Rokoko und scheinbar der Renaissance entlehnt. Außerdem gibt es zum Beispiel sanitäre Anlagen und Fotographien, und die Königin lädt ihre Tochter zum Brunch.

Manches erschien mir ein bisschen widersprüchlich, so wird am Anfang zum Beispiel gesagt, es gäbe kein fließendes Wasser, aber es gibt Duschen... Ich hatte Schwierigkeiten, ein wirkliches Gefühl für die Gesellschaft und das Leben auf Lysithea zu bekommen, also das große Ganze zu sehen.

Zur eigentlichen Geschichte: in den ersten Kapiteln werden viele Hintergrundinformationen sozusagen im Zeitraffer heruntergespult, in Träumen und Visionen und Valerias wiederkehrenden Erinnerungen. In wenigen Seiten erfährt man als Leser eigentlich genug, um daraus drei eigene Bücher zu machen! Dadurch hatte ich leider fast das Gefühl, dass ich viel Spannendes schon verpasst habe, weil es passiert ist, bevor die Geschichte überhaupt losgeht... Ich hätte es schöner gefunden, wenn diese Informationen eher nach und nach in die Handlung eingebunden worden wären, ich sie sozusagen mit Valeria hätte erleben können. Aber es geht dennoch spannend weiter, und ab etwa der Hälfte konnte ich das Buch kaum noch weglegen.

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, zu Valeria und ihren Emotionen Zugang zu finden. Sie werden beschrieben, kamen aber bei mir einfach nicht an! Nach dem ersten Drittel fiel mir das allerdings zunehmend leichter, und dadurch wurde die Geschichte für mich auch immer unterhaltsamer und spannender.

Manchmal kam mir Valeria sehr egoistisch vor. Sie fragt sich immer und immer wieder, warum sie dem Volk von Lysithea eigentlich helfen soll - die könnten sich doch auch selbst retten... Irgendwie konnte ich das natürlich nachvollziehen, denn sie musste ihr Leben und ihre große Liebe zurücklassen, und jetzt ruht die Last der ganzen Welt auf ihren Schultern - dennoch machte es mir das schwerer, wirklich mit ihr mitzufühlen.

Was mir allerdings gut gefallen hat: zwischendurch geht die Autorin das große Wagnis ein, sie zu einer sehr zwiespältigen Figur zu machen, die an der Grenze zwischen Gut und Böse ins Straucheln gerät... Ich fand das sehr mutig und interessant! Und ab da macht Valeria auch noch eine umfassende Entwicklung durch, die sie für mich glaubhafter und sympathischer machte.

Valerias große Liebe Jamie erlebt man nur selten direkt, denn er ist in den meisten Szenen nicht anwesend. Deswegen hatte ich nicht das Gefühl, in tatsächlich zu kennen, und auch die Liebesgeschichte konnte mich nur in wenigen Szenen tiefer berühren, da wir sie hauptsächlich durch Valerias Gedanken und Erinnerungen erleben. Erst gegen Ende traf sie mich dann doch noch wirklich ins Herz!

Die anderen Charaktere sind schön beschrieben und haben mich überzeugt, allen voran Valerias Drache, Celeste. Diese Drachendame hat sich sogar zu meinem Lieblingscharakter entwickelt, denn sie ist weise, mutig, loyal und liebevoll.

Der Schreibstil ist meiner Meinung nach sehr unterschiedlich.

In manchen Passagen sind die Beschreibungen sehr bunt und malerisch, voller schöner bildlicher Details, so dass man alles wunderbar vor sich sehen kann, und in diesen Passagen hat mir der Schreibstil sehr gefallen.

"Ein paar Meter weiter kam ich zu einem Baum, der Blüten trug, die aussahen wie eine Mischung aus Tulpe und Rose, vielschichtige Blüten wie bei einer Rose, aber mit jeweils drei Zacken, ähnlich einer Tulpe. Auch diese Baum trug Früchte, doch diese sahen flüssig und durchsichtig aus, wie klares Wasser, wie ein runder Tropfen, aber als ich sie anfasste, war sie hart, trocken und fellig wie eine Kiwi." 

In anderen Passagen sind die Sätze dagegen extrem kurz und es häufen sich die Wiederholungen, und in diesen Passagen kam die Geschichte für mich sozusagen etwas aus dem Takt.

Für eine eher altertümliche Welt ist die Sprache, in der sich die Charaktere unterhalten, manchmal auch sehr modern - "Ok" sagt der Drache, und "Nee" sagt der böse Scherge der Kaiserin.

"Du bist so toll, Valeria. Das war klasse."

Es gibt auch ein paar Rechtschreibfehler: falsch gesetzte Kommas und vertauschte Groß- und Kleinschreibung. Aber das war in meinen Augen nie so gravierend, dass es wirklich gestört hätte.
Ein Debütroman, der irgendwo zwischen Märchen, Science Fiction und Fantasy angesiedelt ist und mit vielen originellen Ideen punkten kann. Manches war für mich allerdings nicht 100%ig schlüssig, und ich hatte oft auch Schwierigkeiten, wirklich Zugang zur Hauptfigur zu finden... Manchmal konnte mich der Schreibstil begeistern und manchmal ließ er mich eher kalt.

Aber im Großen und Ganzen fand ich das Buch trotz seiner Schwächen unterhaltsam und angenehm zu lesen.
Cover 3,5 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 3,5 Sterne
Charaktere 3 Sterne
Schreibstil 2,5 Sterne
Romantik 2,5 Sterne

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