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Donnerstag, 16. April 2015

"Mädchenjagd" von Nancy Taylor Rosenberg



Meine Wertung 2 von 5 Sternen
Titel Mädchenjagd
Autor Nancy Taylor Rosenberg
Verlag Droemer Knaur
Seitenzahl 544
Erscheinungsdatum 1. März 2013 (erste deutsche Auflage)
2. März 2015 (Neuauflage)
Genre Thriller

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei


"Als Lily Forrester ihre Tochter Shana besucht, ist sie geschockt, denn die Studentin ist einem Nervenzusammenbruch nahe. Lily liefert sie in die renommierte Privatklinik Whitehall ein – und begeht damit einen großen Fehler. Denn dort ist ein Psychopath auf Menschenjagd. Er sucht nach der Wiedergeburt seiner großen Liebe, um gemeinsam mit ihr zu sterben. Fatalerweise ist Shana dieser Frau wie aus dem Gesicht geschnitten. Für Lily und ihre Tochter beginnt ein Alptraum …"
(Klappentext)


Ich finde den Klappentext etwas irreführend, denn die dort erwähnten Ereignisse spielen erst nach den ersten ~200 Seiten eine Rolle und sind auch nur ein Handlungsstrang unter vielen! Unter anderem geht es um:

Eine Gerichtsverhandlung gegen eine junge Mutter, die ihren kleinen Sohn elendig im Kofferraum hat sterben lassen; einen Serienkiller, der sich offensichtlich an verzweifelten Selbstmördern austobt; Vergewaltigung und Selbstjustiz; Kritik am amerikanischen Rechts- und Gesundheitssystem...

Viele dieser Themen sind an sich sehr interessant und bieten eine gute Grundlage für eine originelle, spannende Geschichte!
Allerdings konnte mich die Umsetzung leider nicht überzeugen. Mir fehlte über weite Strecken des Buches der rote Faden, denn die Autorin springt hin und her zwischen verschiedenen Protagonisten, Handlungsbruchstücken und Zeiten. Vieles davon hätte meiner Meinung nach gestrafft werden können, was der Spannung sicher gutgetan hätte. Manches kam mir auch einfach konstruiert vor!

Erst ganz am Schluss fügen sich die Puzzleteilchen plötzlich zusammen, aber im Grunde wird die Auflösung nur dadurch möglich, dass sich zwei wichtige Personen zufällig privat kennen - das kam mir nicht ganz glaubhaft vor, und das Ende hat mich generell eher enttäuscht.

Leider fehlte mir das Interesse an manchen Geschehnissen auch deswegen, weil ich zu den Charakteren keine rechte Bindung aufbauen konnte.  Ich hatte oft Schwierigkeiten damit, sie zu mögen, da viele davon im Laufe der Geschichten Ansichten an den Tag legen, die mich sehr befremdet haben, oder Entscheidungen treffen, die für mich keinerlei Sinn ergaben.

So begeht zum Beispiel eine Frau nach einem unglaublich schrecklichen, traumatisierenden Erlebnis Selbstjustiz - was ich noch nachvollziehen konnte. Aber wo ich dann wirklich schlucken musste: ihr Geliebter sagt ihr, sie solle sich geehrt fühlen, dass Gott sie dafür ausgewählt hat!? Und sofort fühlt sie sich befreit und glücklich und hat keine Schuldgefühle mehr.

Ich könnte hier viele Dinge auflisten, bei denen ich erstmal entsetzt das Buch zugeklappt und durchgeatmet habe, und die meines Erachtens auch nicht wirklich in irgendeiner Form kritisch reflektiert wurden, so dass ich das Gefühl hatte, ich als Leser solle diese Einstellung gutheißen - aber das würde zu weit führen.

Außerdem hatte ich bei vielen Charakteren das Gefühl, dass sie kein schlüssiges, konsistentes Verhalten an den Tag legen - sie ändern jäh und drastisch ihre Ansichten oder zeigen extreme Stimmungsschwankungen, nur um sich dann doch wieder umzuentscheiden, und oft konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum.

In diesem Buch steckt enormes Spannungspotential, das aber leider meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft wurde, denn die Handlung und die Charaktere erschienen mir oft einfach nicht glaubhaft genug, um in die Geschichte einzutauchen. Manches fand ich auch etwas vorhersehbar.
Der Anfang verläuft sehr schleppend. Im Mittelteil hat mich die Geschichte dann doch einmal eine Zeitlang gepackt, denn ich fand Shanas Erlebnisse in der Psychiatrie erstmal ziemlich interessant -
aber dann verpuffte diese Spannung für mich wieder, weil mir alles zunehmend konstruiert und unglaubwürdig vorkam. Shana ist kaum eingewiesen worden, da wird sie für die anderen Patienten schon zu einer Art Lichtgestalt, einem Symbol der Hoffnung - aus keinem ersichtlichen Grund.

Am spannendsten fand ich noch die Einblicke in das amerikanische Gesundheitssystem und die Nebenhandlung, in der es darum geht, wie sich Krankenhäuser und psychiatrische Anstalten gegenseitig die Patienten zuschieben, um deren Versicherung so lange wie möglich zu schröpfen!

In manchen Passagen hat mir der Schreibstil gut gefallen und ich fand ihn flüssig und unterhaltsam - in anderen erschien er mir dagegen sehr flach und voller Klischees.
Vor allem in den Dialogen klingen die Charaktere manchmal fast so, als würden sie eine Ansprache oder Predigt über ihre Ansichten halten! Außerdem bedient sich die Autorin öfters eines Tricks, der auf mich immer eher plump wirkt: zwei Personen unterhalten sich völlig sinnlos über Dinge, die beiden schon bekannt sind, damit der Leser sie auch erfährt.


Ein Thriller, der mich trotz guter Ideen leider überhaupt nicht packen konnte -  was vor allem an den Charakteren lag, die mich einfach nicht überzeugten, aber auch an der eher verworrenen, in meinen Augen konstruierten Handlung.

Cover 4 Sterne
Originalität 3,5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 2 Sterne
Charaktere 1,5 Sterne
Schreibstil 2,5 Sterne

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