Folgt mir auf:
    
     
Thalia buecher.de 
Goodreads Lovelybooks 
Was Liest Du?
 Amazon
WhatchaReadin' 
Büchertreff
Zuletzt besprochene Mal- und Hobbybücher*:
    
Demnächst:
  

Impressum

Datenschutz



#bloggergegenrechts
Für Toleranz und Diversität!
 
Zuletzt besprochene Romane*:  Demnächst:
        
   
  * ein Klick auf das Cover bringt euch zur Rezension!

Mittwoch, 8. April 2015

"Die Entdeckungen der Gwen Carrick" von Martha Lea



Meine Wertung 2,5 von 5 Sternen
Titel Die Entdeckungen der Gwen Carrick
Autor Martha Lea
Verlag Droemer Knaur
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 2. Februar 2015
Genre Historischer Roman

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei


"Cornwall, 1859. Gwen Carrick ist eine ungewöhnliche Frau. Statt sich für häusliche Dinge zu begeistern, liebt sie die Naturwissenschaften. Da ihr der Zugang zur Universität verwehrt ist, zeichnet und malt sie die Insekten ihrer Heimat. Bei einem ihrer Ausflüge lernt sie den Arzt Edward Scales kennen und verliebt sich sofort in ihn. Denn Edward verspricht ihr Freiheit, Selbstbestimmung und Anerkennung als Wissenschaftlerin. Und so lässt sie sich auf eine gewagte Reise zur Erforschung der Insekten im Amazonas-Becken ein, nicht ahnend, dass Edward ein Geheimnis verbirgt, das alles zerstören könnte."
(Klappentext)


Die Grundidee des Buches ist eine durchaus interessante: Im Zentrum der Geschichte steht die junge Gwen Carrick, die Ende des 19. Jahrhunderts in England lebt. Sie gehört der Oberschicht an, ist hübsch, intelligent und gebildet... Aber sie fühlt sich betrogen und eingeengt von den Erwartungen, die die Gesellschaft an sie stellt. Ihr künstlerisches Talent mag ja noch als schicklich und einer Frau geziemend gelten, aber ihr unersättlicher Durst nach Wissen und ihr Verlangen, als Forscherin zu arbeiten, werden nicht ernst genommen und im besten Fall nachsichtig belächelt. Und so ergreift sie die Chance, als Geliebte eines Forschers nach Brasilien auszuwandern - in dem Glauben, er werde ihr helfen, ihre eigenen Träume zu erfüllen.

Der Roman spricht eine Unmenge von Themen an: Feminismus, Darwinismus, Séancen und Geisterglaube, die Ausgrenzung von Menschen mit körperlichen Besonderheiten, sexuelle Doppelmoral und Ehebruch, wissenschaftliche Forschung als Selbstzweck oder als Mittel zu Ruhm und Ehre...

Jedes Fragment der Geschichte alleine wäre schon eine großartige Grundlage für ein atmosphärisches, spannendes Buch, aber zusammen ergeben sie in meinen Augen einfach kein schlüssiges Gesamtbild. Die Mischung ist originell, aber für mich dann doch hauptsächlich frustrierend und ermüdend. Vieles wird angedeutet, halb erklärt und dann fallen gelassen. Einerseits finde ich es ja gut, wenn eine Autorin dem Leser nicht alles bis ins kleinste Detail vorkaut, als sei er ein begriffsstutziges Kind, aber sie ließ mich mehr als einmal völlig ratlos oder zumindest mit unbestätigten Theorien zurück.

Das Buch hat eine Vielzahl von vielversprechenden, an sich interessanten Charakteren, aber ich hatte nie das Gefühl, ihnen wirklich nahe zu kommen, geschweige denn tiefere Sympathien für sie zu entwickeln. Jeder wirkte auf mich auf seine eigene Art ich-bezogen und selbstsüchtig.

Vielleicht lag es am Schreibstil, der zwar detailliert und voller schöner Formulierungen ist, aber auf mich seltsam steril wirkte, als würden die Emotionen nur als schwacher Nachhall bei mir ankommen. Jedenfalls konnte ich den Charakteren mit jedem Kapitel weniger abgewinnen, und besonders die diversen Liebeleien konnten mich nicht positiv bewegen, sondern in mir allenfalls ein vages, deprimierendes Gefühl von Widerwillen hervor rufen.

Die Liebesgeschichte zwischen Gwen und Edward wirkte auf mich von Anfang an ungesund und obsessiv. Es dauert nicht lange, bis Gwen ihn nur noch mit Abscheu und Verachtung betrachtet, während er ein verklärtes Idealbild von ihr vergöttert, dem sie überhaupt nicht entspricht. Das ist sicher auch so beabsichtigt, aber mir fiel es schwer, da noch Vergnügen beim Lesen zu empfinden, denn die Beziehung wird von Kapitel zu Kapitel toxischer.

Ich fand das Buch eher zähflüssig zu lesen, und auch die eigentlich spannende Rahmenhandlung, in der ein Mord vor Gericht verhandelt wird, konnte mich nicht wirklich packen und wurde für mich auch nicht zufriedenstellend aufgelöst.

Vielleicht trifft das Buch einfach nicht meinen persönlichen Lesegeschmack, aber ich hatte immer wieder das Gefühl, dass hier enormes Potential nicht voll zur Geltung kam.


Die interessante Geschichte einer verkannten jungen Forscherin Ende des 19. Jahrhunderts - oder doch eher ein Reigen selbstsüchtiger, skurriler Charaktere, die sich in verwirrenden Handlungsfetzen im allerkleinsten Kreise drehen? So gerne ich das Buch wegen der vielen interessanten Ansätze auch lieben wollte, so unerbittlich fühlte ich mich am Ende doch enttäuscht.

Cover 5 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 1,5 Sterne
Charaktere 2 Sterne
Schreibstil 3,5 Sterne
Romantik 2 Sterne
Erotik 1,5 Sterne

Kommentare :

  1. Das hört sich wirklich sehr enttäuschend an. Ist jedesmal schade, wenn eine gute Grundidee an der Umsetzung scheitert. Das Cover und die Inhaltsangabe hatten mich auch schon einmal neugierig gemacht, denke ich lasse es aber lieber bleiben. Schade, schade!!

    Grüßle, Nadine.

    http://booklovers-shelf.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Nadine!

      Ja, es ist immer so schade, wenn sich das Potential eines Buches einfach nicht entfaltet. :-(

      LG,
      Mikka

      Löschen
  2. Schade, auf dieses Buch hatte ich mich so gefreut und nun habe ich bereits von mehreren eher enttäuschte Rezensionen gelesen. Ich werde trotzdem mal reinlesen, vielleicht kann mich der Schreibstil ja überzeugen. Danke, für deine ehrliche Einschätzung :)

    Liebe Grüße
    Diana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Diana,

      der Schreibstil war für mich nicht das größte Problem, ich konnte mich hauptsächlich mit den Charakteren überhaupt nicht anfreunden.

      Aber lies mal rein, vielleicht findest du es ja super! :-)

      LG,
      Mikka

      Löschen

Danke für deinen Kommentar! :D