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Mittwoch, 11. Februar 2015

"Teufel" von Markus Tillmanns



Meine Wertung 5 von 5 Sternen
Titel  Teufel (Die Luzifer-Chroniken 1)
Autor  Markus Tillmanns
Verlag  CreateSpace
Seitenzahl  292
Erscheinungsdatum  18. November 2014
Genre  Fantasy-Thriller

Das Buch auf der Seite des Autors
Das Buch bei


Luzifer offenbart sich. Und die Welt ist geblendet. Journalist Tabarie berichtet für gewöhnlich über Lokalpolitik und Kleinkriminelle. Doch nun traut er seinen Augen nicht, als der Engel der Finsternis selbst erscheint und mehr und mehr Menschen dem Bösen verfallen. Kann Tabarie den Teufel noch aufhalten? 

Der Journalist ermittelt in dem verzweifelten Versuch, Satans Plan zu durchschauen. 
Aber was ist es, dass die Menschen so anfällig für das Böse macht? Warum sind sie so leicht verführbar? 
(Klappentext)

Ein Fantasy-Thriller über die Rückkehr Luzifers? Mein erster Gedanke war: oh, das Buch ist sicher sehr originell! Und das ist es wirklich, denn der Autor hat viele, viele interessante Ideen verarbeitet, und man darf sich beim Lesen nie darauf verlassen, dass die Dinge so sind, wie sie scheinen.

Bevor ich aber meine Meinung zu "Teufel" näher erläutere, etwas vorweg: das Buch beweist eindrücklich, dass auch verlagsfreie Autoren, die auf eigene Faust veröffentlichen, großartige Arbeit leisten können. Ich hatte stets den Eindruck, ein gut lektoriertes, durchdachtes Buch zu lesen! Es ist rundum intelligent und professionell geschrieben.

Der Held der Geschichte ist Aljoscha Tabariae, ein junger Journalist, der zum Augenzeugen wird, als Luzifer über dem Kölner Dom vom Himmel steigt. Und während die ganze Welt sich von Luzifers Schönheit und scheinbarer Güte blenden lässt und schnell bereit ist, zu akzeptieren, dass die alten Überlieferungen über die Bosheit des Teufels nicht der Wahrheit entsprechen, sagt Tabariaes Instinkt im von Anfang an: hier stimmt etwas nicht. Und damit beginnt für ihn eine Reise voller Gefahren und scheinbar unüberwindlicher Hindernisse.

Er war mir schnell sympathisch, denn er ist nicht nur mutig und einfallsreich, sondern auch unglaublich integer. Ja, er begeht Fehler, er gerät auf Abwege, aber sein moralischer Kompass leitet ihn immer wieder zurück auf den rechten Weg.

Songül (oder kurz Gül) ist seine Kollegin und loyale Freundin, und auch sie wuchs mir schnell ans Herz durch ihre Bereitschaft, Tabariae stets beizustehen, komme was wolle.

Auch die anderen Charaktere sind glaubhaft, in sich schlüssig und plausibel. Hervorragend gefallen hat mir, dass man sich nie sicher sein kann, wer ist gut, wer ist böse... Und was ist gut und böse überhaupt?

Über Luzifer möchte ich noch gar nichts verraten, denn das sollte jeder Leser selber entdecken. Deswegen lasse ich ihn einfach selber zu Wort kommen:

"'Lange habt ihr geschlafen. Die Zeit des Schlafens hat ein Ende. Lange habt ihr gelitten. Die Zeit des Leidens hat ein Ende. Lange habt ihr gefürchtet. Die Zeit des Fürchtens hat ein Ende.' Der Blick seiner himmelblauen Augen strich über die Menge. 'Ich bin das Ende.'"

Mit das Erschreckendste an diesem Buch ist, wie leicht sich die Menschen lenken und blenden lassen, ohne selber zu hinterfragen, was ihnen erzählt wird! Und wer sich nicht lenken lässt, lässt sich kaufen - nicht unbedingt mit Geld, sondern mit der Erfüllung seines geheimsten Wunsches.

Ich hatte öfter den Eindruck, dass die Menschen von Luzifer eigentlich gar keine Hilfe mehr brauchen, um sich selber die Hölle auf Erden zu bereiten...

Ich fand sehr interessant, wie viele verschiedene Mythologien abgesehen vom Christentum in das Buch einfließen. So erzählt Luzifer zum Beispiel in einer Talkshow(!!), wie er in verschiedenen Kulturen gesehen wird. Ich muss sagen, ich habe einiges gelernt, so hatte ich zum Beispiel keine Ahnung, dass auch im Koran von Adam und Eva erzählt wird.

Der Schreibstil hat mich von der ersten Seite an überzeugt, denn der Autor hat eine ganz eigene, prägnante "Stimme" und formuliert seine Sätze sehr ansprechend. Es fallen immer wieder großartige Sätze - wortgewaltig, eindringlich -,die eine dichte Atmosphäre vermitteln.

Als letztes noch eine Anmerkung: das Buch hat nur wenige Szenen, die die Grenze zwischen Thriller und Horror überschreiten, und die fand ich auch als empfindlicher Leser gut erträglich - mit einer Ausnahme, bei der mir ein wenig schlecht wurde...




"Teufel" ist ein ungewöhnlicher Fantasy-Thriller, in dem "gut" und "böse" Konzepte sind, die man als Leser immer wieder hinterfragen muss. Der Journalist Aljoscha Tabariae gerät mitten hinein in den Malstrom der Ereignisse, die durch die Rückkehr des Teufels ausgelöst werden. Während der Rest der Welt sich nur zu gerne von Versprechungen blenden lässt, ist ihm eine tragende Rolle als Zweifler und Widersacher vorbestimmt.

Das Buch hat mich in jeder Hinsicht überzeugt: es ist originell, spannend und intelligent geschrieben, und die tragenden Charaktere sind komplex und glaubwürdig.

Cover 5 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 5 Sterne
Charaktere 4,5 Sterne
Schreibstil 5 Sterne

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