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Sonntag, 22. Februar 2015

"Niemandsland - Watcher. Ewige Jugend" von Nadine D'Arachart und Sarah Wedler


#anzeige: Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.


Meine Wertung 4,5 von 5 Sternen
Titel Niemandsland - Watcher. Ewige Jugend
(Band 1 von 3)
Autor Nadine D'Arachart und Sarah Wedler
Verlag Carlsen im.press
Seitenzahl  314
Erscheinungsdatum  3. April 2014
Genre  Urban Fantasy / Dystopie



"England, wie es die Großväter unserer Großväter einmal kannten, gibt es nicht mehr. Übrig geblieben ist eine einzige Stadt, umgeben von hohen Mauern, die es von dem abtrennen, was da draußen ist. Dem Niemandsland. Sie beherbergt die Reichen, die Glück gehabt haben, die Armen, denen nichts mehr bleibt, und die ewig jung Bleibenden, wie Jolette und Cy. 

Sie gehören nicht zu den Glücklichen, nicht zu den Unglücklichen, und auch nicht zu den Todgeweihten aus dem Niemandsland. Sie sind die Watcher. Ihre alleinige Aufgabe ist es, das Einzige, das alle am Leben erhalten könnte, vor den Todgeweihten zu schützen und jegliche menschliche Emotion dabei abzuschalten. Sie führen ein perfektes Leben. Bis sich Jolette und Cy eines Tages begegnen… Dies ist der erste Band der Niemandsland-Trilogie."
(Klappentext)


Die Geschichte ist in meinen Augen einzigartig und originell, eine unglaubliche Mischung verschiedener Genres. Sie spielt weit, weit in einer Zukunft, in der London sich zu einem aufgeblähten Moloch von einer Stadt entwickelt hat, die komplett abgeschottet ist von der Außenwelt - dem lebensfeindlichen, gesetzlosen Niemandsland. Aber auch innerhalb der Mauern der Stadt ist das Leben keineswegs einfach und idyllisch, jedenfalls nicht für alle Bewohner...

In gewisser Weise scheint die Menschheit einen gewaltigen Schritt rückwärts gemacht zu haben. Ich habe mich öfter an die Romane von Charles Dickens erinnert gefühlt, in denen er die Klassenunterschiede zur Zeit der Industrialisierung beschreibt, denn in "Niemandsland" herrschen ganz ähnliche Zustände!

Da sind einmal die reichen Industriellen, die sich alles erlauben können und ihre Privilegien mit der harten Arbeit und dem Leid anderer Menschen erkaufen. Sie leben im grünen Kern der Stadt in großen Villen, und vor allem in sauberer Luft...

Dann gibt es das Proletariat, die ausgebeuteten Arbeiter, die fast rechtlos sind. Sie leben in regelrechten Ghettos, in denen die Luft verpestet ist von den beißenden Dämpfen der Industrie. Es gibt noch nicht einmal Schulen für ihre Kinder, und es besteht keinerlei Hoffnung auf ein besseres Leben für die nächste Generation, denn in dieser Welt ist alles nach Erbfolge geregelt.

Zuletzt gibt es noch die Watcher, die Leibwächter der Reichen, die irgendwo zwischen den beiden Klassen stehen. Sie werden dressiert wie Hunde, und ihnen wird alles genommen, was sie zu Individuen macht.

"Alles, was du bist, ist ein Watcher.
Alles, was zählt, ist dein Schutzbefohlener.
Die Vergangenheit ist nichts als ein Schatten.

Die Zukunft ist nichts als Nebel."

Die Autorinnen beschreiben bildgewaltig und atmosphärisch diese bedrückende Welt der Zukunft, die abgeriegelten Städte, die Hoffnungslosigkeit der Armen und die Dekadenz der Reichen. Das Buch ist einfach wunderbar geschrieben, und dabei von der ersten bis zur letzten Seite spannend! Dystopische Fantasy oder fantastische Dystopie - so oder so war ich sehr beeindruckt von der Mühelosigkeit, mit der die Autorinnen diese Welt zum Leben erwecken.

Auch die Charaktere haben mir gut gefallen; sie sind alle sehr echt und ansprechend, und auf ihre jeweils eigene Art sympathisch.

Jolette ist eine Wächterin, bei der die Gehirnwäsche anscheinend perfekt funktioniert hat. Der Kodex der Wächter irrt sich nie, ihre Schutzbefohlene ist ihr Lebensinhalt, und sie sieht sich nicht einmal als Mensch. Sie hat keine Freunde, keine Familie, keine Wünsche für die Zukunft....

Aber dann trifft sie Cy, der zwar ebenfalls Wächter ist, aber den Dingen kritischer gegenübersteht. Zum ersten Mal weckt er in ihr Gefühle, die eindeutig menschlich sind. Mir war Cy sehr sympathisch, denn er ist nicht nur sehr intelligent, sondern auch sehr mitfühlend. Wenn er sieht, wie jemand leidet, will er eingreifen - ob das jetzt den Wünschen der Industriellen entspricht oder nicht.

Die beiden entwickeln sich schnell zu einem guten Team, und ich fand sehr interessant, wie sich die Dynamik zwischen ihnen im Laufe des Buches verändert - und wie sie beide daran wachsen.

Jolettes Schutzbefohlene Patience ist ein junges Mädchen, das verwöhnt im goldenen Käfig lebt. Aber im Laufe des Buches stellt sie sich als mutig und entschlossen heraus, und als herzensguter, liebenswerter Mensch.

Vielleicht am interessantesten fand ich Lynn, eine junge Cupid. Die Cupids gelten als gewissenlose, sadistische Monster, die Kinder verschleppen, und tatsächlich scheinen viele von ihnen auch so zu sein... Aber Lynn wirkte auf mich menschlicher und komplexer, und ich hoffe sehr darauf, dass sie im zweiten Band eine größere Rolle spielen wird!

Das Buch ist in vielen Szenen durchaus romantisch, aber das steht nicht zu sehr im Mittelpunkt und wird auch nie zu schmalzig. Die Handlung ist komplex, voller Geheimnisse und Gefahren, und wird immer rasant vorangetrieben - sie ist definitiv nicht nur der Rahmen für die Liebesgeschichte, was ich sehr gut fand.



Charles Dickens trifft Ray Bradbury...? Die Autorinnen präsentieren uns hier eine durchdachte, glaubhafte Welt, in der Dystopie, Science Fiction und Fantasy sich die Hand reichen. Ich fand diese ungewöhnliche Mischung sehr ansprechend und originell!

Cover 5 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 4,5 Sterne
Charaktere 4,5 Sterne
Schreibstil 5 Sterne
Romantik 3,5 Sterne

Kommentare :

  1. Huhu liebe Mikka (:
    Wirklich eine tolle Rezension! Das klingt sehr spannend! ^-^ Ich werde das Buch auf jeden Fall im Auge behalten.
    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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    Antworten
    1. Huhu Jasi,

      Ich werde diese Woche den zweiten Band lesen, mal schauen, ob der auch so gut ist! :-)

      LG,
      Mikka

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Danke für deinen Kommentar! :D