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Montag, 19. Januar 2015

"Novembermord" von Berndt Schulz


 

Meine Wertung 2,5 von 3 Sternen
Titel  Novembermord
Autor  Berndt Schulz
Verlag  dot-books
Seitenzahl  288
Erscheinungsdatum  28. Oktober 2014
Genre  Krimi / Thriller

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei



Hauptkommissar Martin Velsmann ist ratlos: Eigentlich war er sich sicher, dass ihn nach 37 Dienstjahren nichts mehr überraschen könnte. Doch dann geschieht ein Mord, der alles in den Schatten stellt, das dem erfahrenen Polizist bisher begegnet ist. Am Stausee wird ein Meteorologe auf bestialische Weise getötet. Am Tatort finden die Ermittler eine mysteriöse Nachricht. Wird es Velsmann gelingen, die Botschaft zu entschlüsseln und den Täter zu finden, bevor er ein zweites Mal zuschlagen kann?
(Klappentext)

Auf den ersten Seiten, die aus der Sicht des Mörders geschrieben sind, gefiel mir der Schreibstil noch richtig gut: prägnant, einfallsreich und dabei nicht zu übertrieben, mit viel Gefühl für die Schattierungen der menschlichen Psyche.

Leider überzeugte mich der Schreibstil im Laufe des Buches dann aber immer weniger - ja, manche Metaphern sind hervorragend und originell, aber es häufen sich zunehmend konstruierte Vergleiche und bemüht intellektuelle Betrachtungen. So erleichtert sich der Kommissar zum Beispiel in den Schnee und philosophiert dann über seinen Exkrementen(!!):

"All das steckte in seinem Leib, und in seinem Kopf schwebten schillernde Gedankenblasen."

Auch die Dialoge lesen sich zum Teil leider etwas hölzern. Aber besonders Takt und Tempo waren für mich oft überhaupt nicht stimmig. In manchen ruhigen Szenen sind die Sätze auf einmal kurz und abgehackt, während in eigentlich rasanten Szenen philosophische Betrachtungen richtiggehend ausgewalzt werden.

Die Charaktere werden mit interessanten, aufschlussreichen Details beschrieben; sie haben alle viel Potential, das aber in meinen Augen nicht ausgereizt wurde. Entweder blieben sie für mich trotz allem blass, oder aber sie waren einfach nicht stimmig oder sympathisch.

Besonders der Kommissar funktionierte für mich nicht als Handlungsträger.

Er spekuliert ausführlich über die Täterpsychologie, was ich prinzipiell sehr interessant fand und was ja auch zu seinem Beruf gehört. Allerdings schenkt er seinen eigenen psychologischen Problemen mindestens genauso viel Aufmerksamkeit und verrennt sich für mein Empfinden oft zu sehr darin. Überhaupt verhält er sich manchmal sehr ich-bezogen und bewahrt keinerlei professionelle Distanz.

So besucht er zum Beispiel eine Zeugin, lädt sie zum Essen ein, weint sich dann bei ihr - einer völlig fremden Frau! - über seine Eheprobleme aus und gesteht sogar Suizid-Gedanken.

Einer der Hauptverdächtigen ist ihm sehr sympathisch, und dessen Zuhause gibt ihm ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Also besucht er ihn, als er das Gefühl hat, dringend einen männlichen Gesprächspartner zu brauchen, und übernachtet sogar dort! Und weil ihm der Mann so sympathisch ist, weigert er sich lange, ihn auch nur ernsthaft als Verdächtigen zu betrachten...

Zu Beginn konnte mich die Spannung noch packen, aber im Verlauf der Geschichte verlief sie für mich mehr und mehr im Sand. Die Ermittlungen der Polizei kamen mir konfus und planlos vor, und der Fall wird im Endeffekt eher zufällig gelöst. Dennoch wird der Kommissar als der große Held gefeiert, was ich wirklich nicht nachvollziehen konnte.


Leider konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen. Ein sehr selbstbezogener Kommissar schlägt sich hauptsächlich mit seinen persönlichen Problemen herum und wandert eher nebenher durch eine verworrene Ermittlung ohne Sinn und Plan. Die Spannung wird dabei immer wieder ausgebremst durch ausführliche, bemüht psychologische oder philosophische Überlegungen.


Cover 4,5 Sterne
Originalität 3,5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 2 Sterne
Charaktere 2,5 Sterne
Schreibstil 2 Sterne

Kommentare :

  1. Huhu :-)

    Ich hatte dieses Buch lange auf meiner WuLi stehen und wollte es unbedingt lesen. Doch es häufen sich die negativen Rezis. Ich denke ich lasse die Finger davon. Dankeschön für deine Rezi und deine ehrliche Meinung :-)

    Liebe Grüße Line :)

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    1. Ich wollte es wirklich gerne mögen, aber es ging einfach nicht...

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  2. Ohje, dabei habe ich gehofft, dass es eine gute Geschichte wird! Dann lass ich doch mal die Finger davon!

    Liebste Grüße,
    Kasia

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    1. Naja, vielleicht würde es dir ja besser gefallen, aber meins war es leider überhaupt nicht. :-(

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Danke für deinen Kommentar! :D