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Mittwoch, 10. Dezember 2014

"Fucking Grimm: Blutadler" von Markus Kastenholz


#anzeige: Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt.

Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Fucking Grimm: Blutadler
Originaltitel ---
Autor(in) Markus Kastenholz
Übersetzer(in) ---
Verlag* Begedia
Seitenzahl* 320
Erscheinungsdatum* 14. April 2014
Genre Thriller
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches



Handlung

"Als Alexander Grimm nach Jahren seine Schulfreundin Franziska trifft, freut er sich zunächst über das Wiedersehen. Der Grund ihres Besuches ist jedoch kein angenehmer: Ihre Tochter ist auf dem hiesigen Internat ums Leben gekommen. Alles deutet auf einen Selbstmord oder auf einen Unfall hin. Franziska vermutet jedoch Mord. Aus alter Freundschaft bietet Grimm ihr seine Hilfe an. Er ist überzeugt, er kann ihr bestenfalls moralische Unterstützung geben. Gleichzeitig wird die Region von einer Serie bestialischer Morde erschüttert. Dieselbe Todesart - derselbe Fall? Bevor Grimm sich versieht, gerät er in einen Strudel aus Gewalt, Lügen und Erpressung."
(Klappentext)

Meine Meinung

Auf der ersten Seiten dachte ich mir noch: oha, dieser Grimm, der scheint ja ein ganz schön verbitterter Drecksack zu sein... Ob mir das Buch dann wohl gefallen wird?! Und tatsächlich tat ich mich erst ein wenig schwer, las mich etwas schleppend ein in die Geschichte - aber dann hatte sie mich auf einmal gepackt und ließ mich bis zum fulminanten Schluss nicht wieder los. 

Ja, Alexander Grimm kann ein schwieriger, negativ eingestellter Mensch sein. Manchmal nimmt er sich zu wichtig, manchmal suhlt er sich ein wenig im Selbstmitleid... Aber er ist auch jemand, der Ehrlichkeit hochschätzt und sein eigenes Verhalten kritisch hinterfragt. Und vor allem ist er jemand, der für seine Freunde bedingungslos alles tut. Trotz aller Ecken und Kanten ist er mir im Laufe des Buches richtig ans Herz gewachsen, und Markus Kastenholz hat mit ihm einen dreidimensionalen, schlüssigen Charakter geschrieben, über den ich gerne mehr lesen würde. 

Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass Grimm auch allen Grund zum Selbstmitleid hat? Zum einen ist er ein übergewichtiger Albino, was natürlich nach sich zieht, dass er überall angestarrt und manchmal auch verlacht wird. (Alleine das fand ich schon interessant, denn ich kann mich nicht erinnern, schon einmal ein Buch gelesen zu haben, in dem ein Charakter mit Albinismus zu kämpfen hat.) Und zum anderen hat er manchmal einfach wirklich grausamstes Pech, der arme Kerl. 

Aus einer zufälligen Begegnung heraus entwickelt sich für Grimm ein wahnwitziger Höllenritt, bei dem es anfangs scheinbar nur um den Selbstmord eines Teenagers zu gehen scheint, hinter dem aber viel, viel mehr steckt... Im Laufe des Buches enthüllt sich dem Leser eine Ebene nach der anderen, die Geschichte wird komplexer und verwickelter, und damit steigt auch die Spannung immer mehr an. Gegen Ende wurde es mir fast ein wenig zuviel mit der Verwicklung, und ich hatte einen Moment, wo ich das Buch zuklappte und dachte: Wirklich? Das jetzt auch noch? Aber um Grimm selber dazu zu zitieren:

"Schon viele Geschichten hatte Grimm in seinem Leben gehört. (...) Auch unglaubwürdige. (...) Eigentlich zu verrückt, um wahr zu sein. Andererseits war nichts verrückter als eben jene Wahrheit."

Im Endeffekt ist mir ein Buch, das die Originalität bis aufs Äußerste ausreizt, doch tausendmal lieber als langweiliger 08/15-Durchschnittsbrei. 

Der Schreibstil des Buches ist... eigen. Und ich meine das gar nicht negativ, nur brauchte ich ein bisschen, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Der Autor bedient sich oft ungewöhnlicher Satzstrukturen und origineller Metaphern und Bilder, und daraus entsteht eine ganz eigene, unverwechselbare Sprachmelodie, die irgendwie perfekt zum Protagonisten passt: mal sperrig und eckig, mal unerwartet sanft und poetisch.

"Grimms düstere Friedhofsstimmung stieg nun endgültig die Stufen zur Kammer der Depression hinab, um dort für eine Schweigeminute zu verharren. (...) Er versuchte sich nicht vorzustellen, wie das Mädchen weinend das Fenster öffnete, um hinaus auf den Sims zu klettern. Wie sie zögerte, mit bebenden Lippen und am ganzen Körper zitternd wie Espenlaub. Wie sie blutend, mit beidseitig geöffneten Pulsadern, nach unten in die Tiefe sah, um dann den entscheidenden Schritt zu tun. Einer, der ihr Leben auslöschte." 

Das Einzige, was ich am Schreibstil ein wenig bemängeln würde, ist die Tatsache, dass doch einige Fehler am Korrektorat vorbeigehuscht sind, aber das mag daran liegen, dass ich da ein sehr penibler Leser bin.

Was das Thema Romantik betrifft, war ich ein wenig zwiegespalten: die Dame, in die sich Grimm letztendlich verliebt, tritt relativ unverhofft auf den Plan, und er entwickelt auch sehr schnell Gefühle, ohne dass er sie wirklich kennt. Mit fiel es schwer, das wirklich mitzuempfinden, und das kulminierte für mich in einer Szene, in der die beiden ihre Gefühle sachlich ausdiskutieren, ohne dass es bisher überhaupt zu romantischen Handlungen gekommen wäre. 

Dennoch fand ich, dass sie prinzipiell ein interessantes Paar abgeben, denn beide sind schwierige Menschen, die ihren ureigenen emotionalen Ballast mitbringen. Sie nennt das eine "bizarre Kombination", und da hat sie nicht ganz unrecht... Ich würde gerne in zukünftigen Bänden mehr darüber lesen, wie es mit ihnen weitergeht! 

Fazit

Alexander Grimm ist ein ungewöhnlicher Hauptcharakter: mal verbitterter Drecksack, mal treuer Freund und sogar verliebter Softie. Eine unerwartete Begegnung mit einer alten Freundin schmeisst ihn mitten hinein in eine Geschichte, die mit Selbstmord beginnt und die Abgründe dessen, wozu der Mensch fähig ist, bis zum Bodensatz auslotet. Definitiv nichts für zartbesaitete Leser! So sperrig und ungewöhnlich wie der Protagonist ist manchmal auch der Schreibstil, aber gerade das fand ich nach einer kurzen Eingewöhungsphase interessant und lohnend.
Cover 2 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 4 Sterne
Charaktere 4 Sterne
Schreibstil 4 Sterne
Romantik 2,5 Sterne

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