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Sonntag, 27. Juli 2014

"Wächter der Lüge" von Sam Bowring



Meine Wertung 3,5 von 5 Sternen
Titel Wächter der Lüge
Autor Sam Bowring
Verlag Blanvalet
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 17. Juni 2014
Genre High Fantasy

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei

"Er muss sich entscheiden: Macht oder Ehre ...

Der alternde Schwertkämpfer Rostigan muss den Wächtern, seinen ehemaligen Gefährten, entgegentreten, um das Land zu heilen. Doch zunächst steht ihm eine gnadenlose Armee unter dem Befehl eines Wahnsinnigen gegenüber, und er muss einen alten Freund, den er einst verriet, dazu bringen, ihm erneut zu vertrauen. Rostigan bleibt nur eine Möglichkeit. Er muss erneut Verrat begehen, seinen heiligsten Eid brechen und Mächte zum Leben erwecken, die er nicht kontrollieren kann."
(Klappentext)

ACHTUNG: es handelt sich hier um den zweiten Band einer Dilogie! Meine (euphorische) Kritik zum ersten Band, "Der Herr der Tränen", könnt ihr HIERfinden. Meiner Meinung nach kann man diesen Band nicht lesen, ohne den ersten gelesen zu haben. 

Leider muss ich sagen, dass ich mich durch das erste Drittel geradezu durchgequält habe. Der Leser wird direkt wieder mitten in die Geschichte geschmissen, mit all ihren verwickelten Wendungen und ihren zwiespältigen Charakteren. Das könnte ja eigentlich ein spannender Einstieg sein, aber ich war hauptsächlich verwirrt. Wer war das nochmal? Moment, wieso...? Was...? Die vielen Details haben mir den ersten Band nicht wieder in Erinnerung gerufen, sondern mich eher überfordert. Bei der komplexen Handlung und der schieren Masse an Charakteren wäre ich sehr dankbar gewesen für ein knackiges, gradliniges "Was bisher geschah"! 

Aber: die vom Autor erdachte Welt ist immer noch dicht, komplex und gut durchdacht. Es dauerte ~120 Seiten, bis ich wirklich wieder in sie eintauchen konnte, aber dann war ich auch aufs Neue begeistert! Der Leser bekommt hier so viel aufregend Neues und Eigenes geboten, ein Feuerwerk der originellen Einfälle - definitiv keine Fantasy-Massenware. 

Die Charaktere erschienen mir im ersten Drittel weniger glaubhaft, weniger vielschichtig als im ersten Band. Aber danach erblühten sie nach und nach zu neuem Leben, und mir fiel wieder ein, wie beeindruckt ich von ihnen in "Herr der Tränen" gewesen war. Da ist immer noch dieser reizvolle Kontrast zwischen Gut und Böse - zwischen der wahren, menschlichen Natur der Wächter und ihrem von Regrets Magie korrumpierten Selbst. Kann man einen Menschen wirklich böse nennen, der im Prinzip nichts dafür kann, dass er böse ist? Ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem Wille und Vorsatz nicht mehr zählen, sondern nur noch das Ergebnis? Auch die Entflochtenen spiegeln dieses Motiv wieder: abstoßende, tragische Gestalten - von Regrets Magie ihrer Menschlichkeit beraubt. 

Obwohl es ein paar Charaktere gibt, die zarte Bande knüpfen, steht die Romantik nie wirklich im Vordergrund. Dazu passiert einfach zuviel: die Helden sind mit tausend Dingen beschäftigt, die Welt ist grausam und zerrissen... Aber durch diese zarten Bande zeigt sich die menschliche Natur von Helden, die hart darum kämpfen müssen, ihre menschliche Seite nicht zu verlieren. 

Besonders Rostigan macht im Laufe des Buches eine unerwartete Entwicklung durch... Eine gruselige Entwicklung, bei der es mir manchmal kalt den Rücken runterlief. Als Leser bekommt man einen beunruhigenden Eindruck davon, wie er als Karrak, der Herr der Lügen, gewesen sein muss: dominant, durchtrieben, charismatisch, unerbittlich. Sehr gut gefiel mir, dass wir hier endlich mehr über die Hintergründe des Ganzen erfahren. 

Je mehr die Charaktere im Laufe des Buches wieder an Dimension gewannen, desto flüssiger und spannender wurde die Geschichte für mich, und desto mehr zog auch das Tempo an! Das Ende hat mich dann keineswegs enttäuscht. Ich fand es passend, und meiner Meinung nach ist dem Autor die perfekte Mischung gelungen: befriedigend, aber glaubwürdig. Manches geht gut aus, manches nicht. 

Der Schreibstil schwingt sich in meinen Augen nur selten zur gleichen Brillanz empor wie im ersten Buch. Besonders im ersten Drittel war er für mich sperrig und schleppend, und danach fand ich ihn gut lesbar, aber wenig aufregend. 

Wenn die verschiedenen Arten von Humor Süßigkeiten wären, dann wäre Sam Bowrings böser, schwarzer Humor Lakritze - die bittere Sorte für Erwachsene. Mir gefällt dieser Humor prinzipiell sehr gut, und er sorgt in spannenden oder grausamen Szenen für etwas Auflockerung. Nur manchmal war er mir etwas zu bemüht! 

Leider muss ich auch einen meiner Kritikpunkte zum ersten Band wiederholen: die gelegentlich grundlose (und eklige!) Gewalt. Sie erfüllt meiner Meinung nach oft keinen wahren Zweck außer dem, einen Charakter abgrundtief böse erscheinen zu lassen - und aus eigentlich komplexen Charakteren werden dadurch überzogene, eindimensionale  Bösewichte. 

Ich würde gerne sagen: wer den ersten Band mochte, wird den zweiten Band lieben - aber das ist leider nur eingeschränkt wahr. Das erste Drittel zog sich für mich wie Kaugummi, aber dann wurde es zunehmend spannend, die Charaktere gewannen deutlich an Leben, und mir fiel wieder ein, dass Sam Bowring vor allem eines ist: originell und auf gute Art und Weise unbequem. Meiner Meinung nach lohnt es sich, bis zum Ende durchzuhalten! 

Cover 4,5 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 2,5 Sterne
Charaktere 4 Sterne
Schreibstil 3 Sterne
Humor 3,5 Sterne
Romantik 3 Sterne
Glaubwürdigkeit 3,5 Sterne

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