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Dienstag, 20. Mai 2014

"Weil du böse bist" von Peter Sultani


#anzeige: Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.


Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Weil du böse bist
Originaltitel ---
Autor(in) Peter Sultani
Übersetzer(in) ---
Verlag* dotbooks
Seitenzahl* 446
Erscheinungsdatum* 29. April 2014
Genre Thriller
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches


"In einer Münchener Villa liegt eine tote Schwangere. Sie wurde aufgeschlitzt, der Fötus ist verschwunden. Der Täter hinterlässt die Botschaft: NK – Ich bin mitten unter euch. Es finden sich keinerlei kriminaltechnisch verwertbare Spuren, auch im Umfeld der Toten weist nichts auf das Mordmotiv hin. Der Münchener Hauptkommissar Robert Craan wird mit den Ermittlungen beauftragt und stößt schon bald auf einen Abgrund aus Wahnsinn und Bösartigkeit."
(Klappentext)
Ich sags direkt: das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven! Der Autor gönnt dem Leser nur wenige Verschnaufpausen, denn wir folgen Kommissar Craan und seinem Team auf einer wilden Jagd nach einem Killer, der an Perversion und Grausamkeit kaum zu überbieten ist. 

Dass die (meisten) Opfer ausgerechnet schwangere Frauen sind, das geht an die Nieren, und man wünscht sich immer wieder, man könnte ins Buch reisen und den Verlauf der Dinge ändern... Hier wird nichts beschönigt: die Leichen und Tatorte werden detailliert beschrieben, und man kann gut verstehen, dass dem ein oder anderen Polizisten kotzübel wird. Denn der Täter inszeniert seine Morde als abartige Kunstwerke, bei denen ich zumindest wünschte, ich könnte das Kopfkino abstellen. Hätte ich jemals den Wunsch verspürt, Teil einer Mordkommission zu sein - nach diesem Buch bin ich heilfroh, dass ich es nicht bin. 

Viele Szenen wirken wie direkt aus einem Actionfilm gegriffen, mit rasantem Tempo und viel Kollateralschaden. Verfolgungsjagden, Schießereien, gibt es alles - und dennoch lag für mich die wahre Spannung des Buches in der kranken Psyche des Täters (der sich selbstherrlich "Der Imperator" nennt) und der zunehmend verzweifelten Ermittlung. Als hätte Komissar Craan nicht schon genug Druck - er will diesen "Schweinehund" zu fassen kriegen, wie er noch nie zuvor einen Täter fassen wollte -, bekommt er auch noch von der Presse und seinen Vorgesetzten die Daumenschrauben angelegt. 

Die Geschichte ist klassisches Thriller-Material, und ich war ein klein wenig enttäuscht über die Motivation des Täters. Zum einen habe ich schon sehr schnell erraten, warum er tut, was er tut (und mich dann gewundert, warum die Polizei nicht drauf kommt), und zum anderen schien mir der Grund ein wenig zu simpel. Womit ich aber nicht sagen will, dass der Fall an sich vorhersehbar ist! Der Autor legt eine ganz Reihe an falschen Fährten, auf die ich kläglich hereingefallen bin. 

Craan ist ein Thriller-Held der alten Schule: wenn es um Leben und Tod geht, streift er die Samthandschuhe ab und greift durchaus auch zu Mitteln, die so nicht ganz legal sind... Aber er ist auch jemand, dem nach 20 Jahren als Mordkommissar an Tatorten immer noch schlecht wird, und er ist ein liebender Vater und ein einsamer Mann. Und sein Gegenspieler, der Imperator - der ist einerseits bedrohlich und abgrundtief böse und andererseits ein ganz erbärmliches Würstchen. Oft fand ich seine Gedankengänge unfreiwillig komisch, wenn seine Allmachtsfantasien mit seinem Alltag kollidieren. Und ich denke, der Autor hat diesen bitterbösen, schwarzen Humor durchaus beabsichtigt. 

Zum Schreibstil: nach den ersten paar Seiten war ich schon sehr beeindruckt - der geht runter wie Butter und bedient sich dabei origineller, interessanter Bilder und Formulierungen! 

Aber. Leider gibt es ein Aber. Ich habe das Buch mit viel Vergnügen gelesen, aber so nach und nach fiel mir eine Sache sehr unangenehm auf: der Autor neigt zu Wiederholungen, und das sehr extrem. Zum einen gibt es Wörter, die immer wieder und wieder vorkommen: zum Beispiel ist in diesen Buch wirklich alles "prächtig". Und dann werden ganze Phrasen und Beschreibungen nur leicht verändert wiederholt, vor allem Ortsbeschreibungen. Diese Wiederholungen hätte man einfach weglassen können, und das hätte meiner Meinung nach dem Buch nicht geschadet, im Gegenteil. 

Inhaltlich fand ich das Buch meist schlüssig und glaubhaft, es gab nur so ein paar kleine Dinge, die ein leichtes Stirnrunzeln verursachten. Eine Verhörszene zum Beispiel, bei der zwei Polizisten dermaßen übertrieben "Guter Cop - Böser Cop" spielen, dass der Verhörte schon extrem dumm sein müsste, um darauf reinzufallen. (Außerdem versuchen sie ihm weiszumachen, dass es im zweiten Keller unter dem Präsidium eine Folterkammer gibt. Nee, schon klar.) 
Das Thriller-Debüt von Peter Sultani überzeugt mit bluttriefender Spannung, rasantem Tempo und glaubhaften Charakteren. Der Schreibstil krankt etwas an penetranten Wiederholungen, liest sich aber trotzdem süffig runter, und trotz kleiner Schwächen hat mich das Buch gut unterhalten. Ich werde die Augen offenhalten nach weiteren Büchern des Autors! 

Cover 3,5 Sterne
Originalität 3,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 5 Sterne
Charaktere 4 Sterne
Schreibstil 3,5 Sterne
Humor 4 Sterne

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