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Sonntag, 23. März 2014

"Nichts - Was im Leben wichtig ist" von Janne Teller


Meine Wertung 2 von 5 Sternen
Titel Nichts - Was im Leben wichtig ist
Originaltitel Intet
Autor(in) Janne Teller
Übersetzer(in) Sigrid C. Engeler
Verlag* dtv
Seitenzahl* 144
Erscheinungsdatum* 1. April 2012
Genre Jugendbuch
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch bei Amazon

"Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt »Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun«, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt - als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens..."
(Klappentext)

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension anfangen soll.

Das Buch hat international viele renommierte Preise gewonnen und wird in zahlreichen Schulen als Pflichtlektüre eingesetzt; es wurde aber auch schon an Schulen verboten, wie z.B. ursprünglich im Heimatland der Autorin, Dänemark. Auf Amazon gibt es achtzig 5-Sterne-Bewertungen, aber auch dreißig 1-Stern-Bewertungen. Eins ist klar: an diesem Buch scheiden sich die Geister. Ist das einfach das unvermeidliche Merkmal eines Buches, das zum Nachdenken anregt und den Leser dazu bringt, seine eigene Meinung zu hinterfragen? Vielleicht sogar eine Grundvorraussetzung? Oder liegt es daran, dass die Autorin im Versuch zu provozieren geradezu eine Checkliste der Provokationen abhakt?

Wie der Klappentext schon verrät: hier werden Tiere getötet, Mitschüler verstümmelt oder vergewaltigt... Auch vor Grabschändung wird nicht haltgemacht. Mich ließ das alles überraschend kalt; bestenfalls hat es mich unangenehm berührt. Aber die Augen geöffnet oder neue Denkansätze in Gang gesetzt hat es für mich nicht. Die Autorin hat einmal gesagt, die Erwachsenen würden Kindern das Buch nicht zutrauen - ich traue es Kindern zu und glaube auch nicht, dass das Buch verboten werden sollte, ich weiß nur nicht, welchen Gewinn sie daraus ziehen sollen.

Die Geschichte ist sicher originell, und sie bietet eigentlich so viele Möglichkeiten... Ein Junge beschließt, dass das Leben sinnlos ist, und seine Mitschüler tun sich zusammen, ihm das Gegenteil zu beweisen - was für ein Spannungspotential! Aber schon nach kurzer Zeit fragte ich mich: was will die Autorin mir eigentlich sagen? Der Junge hat Recht und das Leben IST sinnlos? Dann ist auch das Buch irgendwie sinnlos, und das ist eine unbefriedigende Ausbeute.

Als Schullektüre finde ich es auch etwas merkwürdig - am gleichen Ort, an dem Schülern normalerweise eingetrichtert wird, dass sie für das Leben lernen sollen, wird ihnen jetzt gesagt, das sowieso alles egal ist und sie sich gar nicht erst anstrengen müssen.

Ich musste öfter an "Herr der Fliegen" denken, aber wo dieser Klassiker einen immer noch trifft wie ein Schlag in den Magen, hat "Nichts" mir nur einen schalen Geschmack im Mund beschert. Ersteres zeigt einem die Abgründe und Gefahren menschlicher Gemeinschaft, letzteres zeigt einem... Das Gleiche verwässert, wobei die eigentliche Botschaft was ist - Gleichgültigkeit? So etwas wie Bedeutung gibt es nicht?

Ich glaube, ein Hauptproblem waren für mich die Charaktere. Wo ich bei "Herr der Fliegen" mit Ralph, Piggy, Sam, Eric etc mitgefiebert habe, bleiben Anthon, Agnes, Sofie und die Anderen für mich blass und blutleer. Wir erfahren noch nicht einmal, wie Pierre Anthon zu seiner Erkenntnis gekommen ist. Es ist einfach, und andere Dinge sind einfach nicht.

Auch der Schreibstil ist mir persönlich zu nüchtern. Ich kann mir nicht helfen - ich fühle mich, als hätte ich einen Test nicht bestanden, als würde ich etwas Essentielles an diesem Roman nicht begreifen, aber das Buch gibt mir... einfach Nichts.

Ich denke, "Nichts" ist ein Buch, vom dem man weder endgültig abraten noch es 100%ig empfehlen kann. Was es einem gibt oder nicht gibt, das muss jeder selbst entscheiden. Zumindest insofern war es für mich ein erfolgreiches philosophisches Werk.
Cover 2,5 Sterne
Originalität 4 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 2 Sterne
Charaktere 1,5 Sterne
Schreibstil 2 Sterne

Kommentare :

  1. meine Tochter hatte es erst vor kurzem als Pflichtlektüre in der Schule und ihr hat das buch auch nicht wirklich gefallen. Sie fand es brutal und rätselte warum es als Schullektüre verwendet wird.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ja, da hab ich auch gerätselt. Ich finde die Botschaft auch einfach so verstörend, denn im Endeffekt hat der Junge ja anscheinend recht, dass nichts eine Bedeutung hat.

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  2. Eine interessante Rezension zu einem umstrittenen Buch! Ich würd es vielleicht selbst mal gern lesen, dass ich auch eine eigene Meinung dazu habe. :)

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    1. Es gibt ja durchaus Leute, die das Buch richtig toll fanden! :-)

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  3. Hallöchen Mikka :D
    Ich habe das Buch schon vor einer Eeeeewigkeit gelesen und ich muss sagen ich glaube ich war gar nicht mal so negativ überrascht von dem Buch. ich weiß, dass ich es damals innerhalb eines Tages durchgelesen habe und irgendwie einfach verstört zurück geblieben bin.
    Sicherlich hast du recht, irgendwie gibt man im Endeffekt dem Jungen recht aber .. irgendwie regt es zum Nachdenken kann .. ich muss ehrlich sein, ich kann mich nicht mehr hundert Prozent erinnern xD

    Liebst, Lotta

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Danke für deinen Kommentar! :D