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Montag, 27. Januar 2014

"Der Herr der Tränen" von Sam Bowring



Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Der Herr der Tränen 
Autor Sam Bowring
Verlag Blanvalet
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 18. November 2013
Genre High Fantasy

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei


"Rostigan ist des Kämpfens müde. Den Ruhm, den er in zahlreichen Schlachten erworben hat, hat er nie gewollt. Dennoch weicht die Bardin Tarzi, die ein Lied über seine nächste Heldentat verfassen möchte, nicht von seiner Seite. Da erreichen sie das einst so prächtige Silberstein, doch die große Stadt mit den weißen Türmen wurde vollständig vernichtet. Rostigan erkennt, dass Tarzis Wunsch erfüllt werden wird. Er wird sich einer neuen Gefahr stellen müssen, der größten überhaupt vorstellbaren. Die Wächter sind zurückgekehrt!"
(Klappentext)
Pro:

Vor langer, langer Zeit stürzte der skrupellose Lord Regret die Menschheit beinahe ins Verderben. Er erschuf grauenvolle Monster und seine Magie riss eine schwelende Wunde ins Gefüge der Welt. Eine Gruppe von Helden, die sich selber die Wächter nannten, tat sich zusammen und es gelang ihnen, Lord Regret zu töten. 

Aber der Tod von Regret schloss die Wunde in der Welt nicht wieder, und seine verderbte Magie ging auf die Wächter über, die dadurch neue Fähigkeiten erlangten - aber auch ihre Persönlichkeiten veränderten sich und sie wurden zum Teil schlimmer als das Böse, dass sie eigentlich bekämpfen wollten. Die drei einzigen Wächter, deren Sinn für Gut und Böse immer noch intakt war, zogen schweren Herzens gegen ihre früheren Freunde in den Kampf, töteten sie und setzten dann ihrem eigenen Leben ein Ende - in der Hoffnung, dass Regrets Magie dadurch ein für alle Mal aus der Welt verschwinden würde. Und lange Zeit sah es so aus, als hätten sie damit Erfolg gehabt. 
An der Stelle, wo die meisten Fantasy-Bücher enden, beginnt dieses erst. Denn natürlich war das noch nicht das Ende, und so sieht sich viele Generationen später der alte Krieger Rostigan gezwungen, doch noch einmal loszuziehen, um Heldentaten zu vollbringen... Denn die Wächter sind von den Toten auferstanden. 

Der ganz große Pluspunkt des Romans ist für mich die dichte, originelle Welt, die der Autor erschaffen hat. In den liebevoll erdachten Details liegt deren Überzeugungskraft, und darin hebt sich dieser Fantasy-Roman für mich auch aus der Masse ab. Er bietet viele neue, brilliante Ideen, und es gibt auch die ein oder andere wirklich überraschende Wendung! Die Art und Weise, wie hier Magie funktioniert, fand ich sehr faszinierend und überzeugend, und die fantastischen Wesen sind großartig und lebendig beschrieben. 

Gut, die Grundidee des widerwilligen Helden, der gegen ein scheinbar übermächtiges Unrecht ankämpft, ist vielleicht nicht neu, aber sie wird hier auf ganz eigene Art umgesetzt. Denn Rostigan ist ein sehr interessanter Protagonist, den man am Anfang nur schwer einschätzen kann und dessen Tiefgang man erst nach und nach erkennt. 

Überhaupt sind die Charaktere ein echtes Highlight, wobei mir besonders gefiel, wie hier mit Gut und Böse gespielt wird. Die Wächter waren immerhin alle mal gute Menschen, die ihr eigenes Leben riskierten, um die Welt zu retten. Dass Regrets Magie auf sie überging, war ja nicht ihre Schuld - aber dennoch sind sie zum Teil jetzt nur noch abgrundtief böse... Kann man sie dafür verurteilen? Besteht noch eine Chance, aus dem Grund ihrer Seele ihr altes Ich wiederzuerwecken? Und selbst wenn das gelingen sollte - lohnt ein Leben noch, wenn es von soviel Hass und Gewalt berührt wurde? 

Die Spannung baute sich für mich schnell auf und schraubte sich im Verlauf der Geschichte immer weiter in die Höhe - wobei ich die Entwicklung der Charaktere fast noch spannender fand als die Frage, ob und wie die Welt gerettet werden kann! 

Der Schreibstil liest sich gut und flüssig, und der Autor biete viele fesselnde Szenen und eindringliche Bilder. Er lässt viele Hinweise nur nach und nach einfließen, und so können Entwicklungen immer noch überraschen, auch wenn der aufmerksame Leser schon eine Vorahnung gewinnen konnte.

Kontra:
Das Einzige, was mich an dem Roman immer wieder gestört hat, war die Darstellung von Gewalt. 

Versteht mich nicht falsch - ich denke, dass Gewalt durchaus beschrieben werden DARF und je nach Genre oft auch MUSS: um eine Szene realistischer zu machen, eine Botschaft rüberzubringen oder vielleicht auch nur die Spannung zu erhöhen. Aber es ist für mich ein Unterschied, ob in einem Fantasy-Buch eine Schlacht geschildert wird, bei der es Tote und Verletzte gibt, oder ob, wie hier, sadistische Taten immer und immer wieder geschildert werden, um... Ja, um was? Zu zeigen, wie böse der Charakter ist? Dafür hätten ein oder zwei solcher Szenen gereicht, aber der Autor schwelgt geradezu in immer neuen Beschreibungen der Folter und des Blutrauschs. 

Ich habe sicher schon genauso grausame Szenen in anderen Büchern gelesen, aber hier erschienen sie mir zum Teil einfach... überflüssig und damit seltsam frivol. Gewalt als Selbstzweck, auch wenn der Autor das vielleicht so nicht beabsichtigt hat. Allerdings habe ich ein Interview mit ihm gesehen, in dem er zu suggerieren scheint, dass er die übertriebene Gewalt lustig findet, und ich weiß nicht, ob das besser ist... 

Das Ende kam für mich ein wenig zu abrupt - ich habe tatsächlich erstmal nachgesehen, ob meinem Buch nicht vielleicht ein paar Seiten fehlen. 

Trotz meines leichten Unbehagens, was die Schilderung sadistischer Gewalt in diesem Roman betrifft, fand ich das Buch definitiv sehr lesenswert! Die Charaktere sind interessant, die Welt ist dicht und originell, und die Geschichte zieht den Leser schnell und gründlich in ihren Bann. Ich werde definitiv auch den zweiten Band lesen! 

Cover 4,5 Sterne
Originalität 4 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 4 Sterne
Charaktere 5 Sterne
Schreibstil 3,5 Sterne

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