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Donnerstag, 26. Dezember 2013

"Weihnachtsengel gibt es doch" von Susan Wiggs


Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Weihnachtsengel gibt es doch
Originaltitel Lakeshore Christmas
Autor(in) Susan Wiggs
Übersetzer(in) Ivonne Senn
Verlag* Mira Taschenbuch
Seitenzahl* 400
Erscheinungsdatum* Oktober 2012
Genre Weihnachtsbuch
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch bei Amazon


"Nichts könnte magischer sein als Weihnachten am Willow Lake.Es gibt wohl niemanden auf der Welt, der Weihnachten so sehr liebt wie Maureen Davenport. Deshalb ist die allein stehende Bibliothekarin auch überglücklich, dass sie dieses Jahr endlich das große Krippenspiel an Heiligabend organisieren darf. Leider wird ihr aber Eddie Haven zur Seite gestellt, der größte Weihnachtszyniker der Welt. Über jede Kleinigkeit muss sie stundenlang mit ihm streiten. Doch dann erhält Maureen eine Nachricht, die ihre Welt auf den Kopf stellt: Die Bibliothek, die sie leitet, soll geschlossen werden! Jetzt kann ihr nur noch ein Wunder helfen nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr Weihnachtsengel ausgerechnet der Mann ist, der dieses Fest überhaupt nicht leiden kann!"
(Klappentext)

Pro:

Das hier abgebildete Cover der regulären Ausgabe finde ich sehr schön und voller Weihnachtsstimmung (ich besitze leider nur die Weltbildausgabe, deren Cover ich weit weniger mag)! Das stimmt wunderbar ein auf ein Buch, dass randvoll mit Weihnachtsstimmung, Romantik und Humor ist und dass ich mit viel Vergnügen in einem Rutsch durchgelesen habe. 

Die Protagonistin, Maureen Davenport, war mir am Anfang vielleicht ein klein wenig zu kratzbürstig, empfindlich, bestimmend und überkorrekt, und ständig geht sie davon aus, dass Eddie und andere Menschen abfällig auf sie herabsehen, auch wenn das gar nicht stimmt... Aber im Laufe des Buches ist sie mir mehr und mehr ans Herz gewachsen, denn all das hat seinen Grund - sie ist einmal sehr schlimm emotional verletzt worden und hat sich davon nie völlig erholt. Und als begeisterte Vielleserin hat ihre tiefe Liebe zu Büchern und der Bibliothek, in der sie arbeitet, natürlich eine Saite in mir zum Schwingen gebracht! 

Eddie Haven war mir direkt von Anfang an sehr sympathisch. Zwar kommt er erstmal als der klassische "Bad Boy" rüber, aber natürlich verbirgt sich hinter der harten Fassade ein grundanständiger Mensch mit einem Herzen aus Gold... Vielleicht nicht überragend originell, aber in einem Weihnachtsbuch soll es meiner Meinung nach nicht anders sein! 

Ansonsten gibt es da noch Jabez, den Jungen, der quasi aus dem Nichts auftaucht, und Daisy Bellamy, die blutjunge Mutter, die zwischen dem Vater ihres Kindes und ihrer großen Jugendliebe hin- und hergerissen ist. Alle Charaktere fand ich gut beschrieben und lebendig. 

Wird Maureen die Bibliothek retten können? Wird das Krippenspiel ein Erfolg werden? Wird sie endlich zugeben, dass sie Eddie mehr als nur ein bisschen mag? Wird Eddie sich mit seiner Familie versöhnen? Das sind die Fragen, die einen als Leser schon schnell bewegen und die für weihnachtliche Spannung sorgen, und zwar genau in der richtigen Dosierung. 

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und gut zu lesen. Das Buch ist in erster Linie kein witziges Buch, aber es gibt doch viele Szenen, in denen ein leiser, ironischer Humor mitschwingt, der oft damit zu tun hat, wie Weihnachten heutzutage als stressiges Kommerz-Fest gefeiert wird.

Die romantischen Szenen sind eher dezent, sie triefen nicht vor Kitsch - das Krippenspiel und die Rettung der Bibliothek standen für mich sogar mehr im Mittelpunkt als die Liebesgeschichte. 

Kontra:

Der geheimnisvolle Junge Jabez, der über sein Alter hinaus weise und abgeklärt zu sein scheint, war zwar ein großartiger Charakter, aber... Er hatte nicht wirklich viel zu tun mit der Handlung, da hatte ich mehr erwartet! Die Ereignisse des Buches hätten sich auch ohne ihn genau so entwickeln können. 

Manche Dinge verlaufen ein wenig im Sand. Zum Beispiel kommt ein Großvater vor, der Maureen die Rettung der Bibliothek auf dem Tablett serviert, wenn sie nur seinen Enkel in der Hauptrolle des Krippenspieles besetzt... Und nachdem Maureen ihre Entscheidung getroffen hat, ob sie das machen will oder nicht, kommen Großvater und Enkel kaum noch vor, nur noch ganz am Rande. 

Ein Handlungsstrang, der eigentlich relativ viel Raum einnahm, wird komplett in der Luft hängen gelassen - und die Autorin entschuldigt sich sogar dafür, und zwar in den Plätzchenrezepten, die am Ende des Buches angehangen sind. Ich vermute mal, dass dieser Teil der Handlung vielleicht in einem späteren Buch der Autorin wieder aufgegriffen wurde - inzwischen weiß ich, dass dieses Buch Teil 3 der Lakeshore-Reihe ist -, aber ich war dennoch erstmal sehr enttäuscht. 
Ein schöner Weihnachtsroman, der alles hat, was das Herz begehrt: ein bisschen Romantik, viel Weihnachtsstimmung, ein scheinbar unlösbares Problem, dass überwältigt werden muss... Ich denke, ich werde mir jetzt auch die anderen Lakeshore-Romane der Autorin nach und nach anschaffen!

Cover 4,5 Sterne
Originalität 3 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 4 Sterne
Charaktere 4,5 Sterne
Schreibstil 4,5 Sterne
Humor 4 Sterne
Romantik 4,5 Sterne

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