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Freitag, 29. November 2013

"Bittere Sünde" von Liselotte Roll


Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Bittere Sünde
Originaltitel Tredje Graden
Autor(in) Liselotte Roll
Übersetzer(in) Ulrike Brauns
Verlag* Egmont LYX
Seitenzahl* 380
Erscheinungsdatum* 17. Oktober 2013
Genre Thriller
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch bei Amazon


"Als die grausam misshandelte Leiche von Erik Berggren gefunden wird, steht Kommissar Magnus Kalo vor einem Rätsel. Das Opfer führte ein einsames Leben und hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Doch ein Blick in dessen Vergangenheit bringt erste Anhaltspunkte: Eriks Vater soll zur Zeit der Militärjunta in Argentinien ein Mädchen gefoltert und vergewaltigt haben. Ist Rache das Motiv für den Mord? Je näher Kalo der Wahrheit kommt, desto größer wird auch die Gefahr für ihn und seine Familie... "
(Klappentext)

Das Titelbild fand ich direkt sehr ansprechend, ein richtiges Schmuckstück im Krimi-Regal... Allerdings ist mir immer noch nicht klar, wer die Frau darauf sein soll! Aber das ist ja ohnehin nur zweitrangig: der Inhalt ist es, der zählt, und der ist wirklich hervorragend. 

Die Geschichte wirkt zu Beginn vielleicht noch einfach gestrickt, aber schon nach wenigen Seiten wird klar, dass dieser Eindruck trügt: dem Leser enthüllt sich Schicht für Schicht eine komplexe Geschichte, die vom heutigen Schweden in die dunkle Vergangenheit Argentiniens führt. Dabei geht es nicht nur gradlinig darum, den Täter zur Strecke zu bringen, sondern auch um die menschlichen Tragödien, die hinter diesen Morden stecken. In dieser Geschichte breitet sich Gewalt aus wie ein Krebsgeschwür, das noch über Generationen hinweg ganze Familien zerstört. 

Ich fand die Geschichte von Anfang an sehr spannend, gerade weil der Täter den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Nur manchmal fand ich es ein wenig mühsam, den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen und dabei den Überblick über die Personen zu bewahren, aber das gab sich schnell, und dann steigerte sich die Spannung mehr und mehr bis zum unerwarteten Ende. Das Tempo fand ich dabei sehr passend und angenehm: flott genug, um die Spannung zu erhöhen - und langsam genug, um dem Leser Zeit zu lassen, die Charaktere kennenzulernen und sich Gedanken über die Geschichte zu machen. 

Der Ermittler Magnus Kalo wirkte auf mich direkt wie ein dreidimensionaler, glaubwürdiger Charakter, der trotz menschlicher Schwächen sehr sympathisch ist. Er hat mit seiner ständigen Erschöpfung und merkwürdigen Symptomen wie Kribbeln in den Beinen zu kämpfen - Burnout oder sogar ein neurologisches Problem? -, seine Frau hasst seinen Beruf, weil sie ständig Angst um ihn hat, er selber fühlt sich desillusioniert und wenig motiviert... Aber dennoch verbeisst er sich schnell in diesen Fall und tut sein Bestes, ihn aufzuklären. 

Mit seiner Frau Linn habe ich mich erst ein wenig schwergetan - ich empfand es als ungerecht, dass sie ihrem Mann seinen Beruf zum Vorwurf macht -, aber ich konnte sie dann doch verstehen: sie hat einfach Angst um Magnus und davor, dass sein Beruf auch ihre Kinder in Gefahr bringen könnte. Und mir gefiel, dass sie sich schließlich sogar in die Lösung des Falls eingebracht hat, auch wenn das gegen sämtliche Vorschriften verstieß! 

Magnus' Kollegen haben mich schnell für sich gewonnen, besonders sein loyaler aber gelegentlich nerviger Freund Roger, und sogar sein schwieriger und oft ungerechter Chef Arne. Einen der Charaktere schloss ich so ins Herz, dass sein späteres Schicksal mich richtig traurig gemacht hat! Auch die anderen Charaktere, die im Laufe des Buches auftauchen und mehr oder weniger mit dem Fall zu tun haben, wirkten auf mich echt und ungekünstelt. 

Erst als ich diese Kritik anfing, machte ich mir Gedanken über den Schreibstil - was im Prinzip auch ein Qualitätsmerkmal ist. Es ist vielleicht kein Zeichen eines überragenden, herausragend originellen Schreibstils, aber das eines kompetenten und wunderbar lesbaren. Ich konnte die beschriebenen Szenen stets gut vor mir sehen. Die Kapitel sind kurz, was dazu verleitet, immer noch eines mehr zu lesen! 

Das einzige Manko des Buches war für mich das Ende. Es kam mir ein wenig zu übereilt, löst sich ein wenig zu praktisch und sauber auf, wobei aber vieles nicht abschließend erklärt wird... Und dem Leser wird dadurch vermittelt, was zum Ende geführt hat, dass sich zwei Charaktere in einem hölzernen und konstruierten Dialog darüber unterhalten. 
Trotz des für mich enttäuschenden Endes habe ich das Buch sehr gerne gelesen und würde es auch weiterempfehlen - der Weg zum Ziel macht es mehr als wett!

Cover5 Sterne
Originalität4 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 4,5 Sterne
Charaktere4 Sterne
Schreibstil3,5 Sterne

Kommentare :

  1. Guten Morgen Mikka,

    das Buch sticht mir auch überall ins Auge. Auch wenn deine Rezension sehr positiv klingt...irgendwie hab ich´s gefühl, dass es nix für mich sein könnte. Das mit dem "seine Frau macht ihm immer Vorwürfe wegen seinem Beruf und der Gefahr etc." und dem "kribbeln" im Bein erinnert mich STARK an Michael Robothams Protagonist Joe O'Loughlin und seiner Frau Julianne. Hmpf. Aber es freut mich, wenn es dir gefallen hat und du es trotz dem Ende dennoch als positives Leseerlebnis bewertest. Ich bin schon auf deine nächste Rezi gespannt. ^.^

    Liebe Grüße
    ~ Jack T.R.

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    1. Von Michael Robotham habe ich noch nichts gelesen, auch wenn er auf meiner To-Do-Liste steht - ist ja schon merkwürdig, wenn das solche Ähnlichkeiten hat!

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Danke für deinen Kommentar! :D