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Montag, 28. Oktober 2013

"Der Schattenjäger" von Chris Moriarty


Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Der Schattenjäger
Originaltitel The Watcher in the Shadows
Autor(in) Chris Moriarty
Übersetzer(in) Reinhard Tiffert
Verlag* Dressler
Seitenzahl* 317
Erscheinungsdatum* 1. September 2013
Genre Historische Fantasy
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch bei Amazon


"Sascha Kessler - der junge Polizei-Lehrling, der Magie sieht, aber nicht erlernen will - ermittelt in seinem zweiten Mordfall. Diesmal ist er persönlich betroffen, denn der Tatverdächtige ist ein Junge aus seinem Viertel und er kennt das Geheimnis um Saschas heraufbeschworenes Seelenwesen. Im Zuge der Recherchen erscheinen die Umstände des Mordes zunehmend verworren. Womöglich hat der Teufel selbst seine Hände im Spiel?"
(Klappentext)

Fangen wir mal beim Oberflächlichen an: das Cover hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Stadt im Hintergrund, die Zahnräder und das Luftschiff in der oberen Ecke... Das passt wunderbar zu der Mischung aus Historie und Magie, die das Besondere dieser Bücher ausmacht.

Wie schon im ersten Band hat genau diese Mischung mich wieder völlig in den Bann gezogen. Es vergeht kaum ein Kapitel, in dem sich nichts Magisches, Fantastisches ereignet, und dennoch hat man den Eindruck, dass einem der Hauch der Geschichte aus den Seiten entgegenweht! Denn es gibt Vieles, was durchaus unserer Realität entspricht, wie z.B. die Lebensweise der jüdischen Einwanderer im New York des frühen 20. Jahrhunderts. Aber wer den ersten Band gelesen hat, wird das ja schon erlebt haben, genauso wie die dichte Atmosphäre und den Schreibstil, der alle Sinne anspricht.

Auch in diesem Band werden wieder ganz nebenher soziale Themen wie Rassismus und Klassismus angesprochen, mit denen sich nicht nur die russischen Juden, sondern auch andere Einwanderer wie die Iren oder Italiener herumschlagen müssen. Das ist historische Fantasy mit echtem Tiefgang! Allerdings muss man sich darauf einlassen, dass das Tempo eher ein ruhiges ist und die Spannung sich langsam aufbaut.

Seit dem letzten Band sind ein paar Monate vergangen, und so ist in den Alltag von Sacha und Lily, der anderen Auszubildenden von Inspektor Wolf, eine gewisse Routine eingekehrt - insofern man bei der Ermittlung magischer Verbrechen von Routine sprechen kann. Sacha war mir wieder ebenso sympathisch wie im ersten Band, auch wenn er nach wie vor schlechte Entscheidungen trifft und den falschen Leuten vertraut beziehungsweise nicht vertraut... Manchmal musste ich mir wirklich auf die Lippen beißen, um ihm nicht lautstark von irgendwas abzuraten! Was ich der Autorin sehr zugute halte ist die Tatsache, dass Sascha die Konsequenzen seiner Handlungen wirklich tragen muss, auch wenn es manchmal sehr traurig war. Hier gibt es keine magische Lösung, die wundersamerweise alles heilt und wiederherstellt, aber gerade das führt dazu, dass Sascha sich Schritt für Schritt weiterentwickelt, und Charakterentwicklung ist mir in Büchern immer sehr wichtig.

Lily kommt mir manchmal ein wenig vor wie Hermine Granger aus Harry Potter - sie ist wissbegierig, oft etwas altklug und besserwisserisch, mutig und entschlossen... Aber sie ist die Tochter reicher Eltern aus den höchsten sozialen Kreisen, und so sind einige Dinge anscheinend doch noch in ihr verwurzelt, wie zum Beispiel eine gewisse unterschwellige Überheblichkeit gegenüber weniger priviligierten Menschen. Da konnte ich manchmal nur mit dem Kopf schütteln, aber auch Lily wächst im Laufe des Buches an den Ereignissen.

Inspektor Wolf ist und bleibt schwer zu durchschauen. Man erfährt in diesem Buch immer mal wieder ein bisschen über sein Leben und seine Überzeugungen, aber dennoch ist das Bild, dass ich von ihm im Kopf habe, immer noch das eines Mannes, der seine Gefühle hinter einem unverbindlichen Lächeln versteckt. Und dennoch mag ich Wolf, irgendwie, und er ist wahrscheinlich der Charakter, über den ich am meisten nachdenke.

Von den Nebencharakteren habe ich dieses Mal ausgerechnet die Gangster ins Herz geschlossen - die ihre Geschäfte im Hinterzimmer eines Süßwarenladens abwickeln und dabei ein erstaunliches Maß an Ehrgefühl an den Tag legen! Auch die Rückkehr von Rosie, die mir schon im ersten Band sehr sympathisch war, hat mich sehr gefreut - und ich musste darüber lachen, dass sie mal eben so die Filmkamera erfindet, und zwar mit Farbe und Ton! Ansonsten spielt Saschas Familie wieder eine große Rolle.

Und natürlich kommt auch Morgaunt wieder vor, der skrupellose Drahtzieher hinter vielen der Geschehnisse in New York. Morgaunt kommt mir manchmal so vor wie Moriarty in den Geschichten um Sherlock Holmes... Die stets präsente Nemesis im Hintergrund.

Was mich etwas enttäuscht hat: Saschas Gabe, die Magie anderer Menschen sehen zu können, spielt so gut wie gar keine Rolle. Kein Wunder, dass er selber sie nur für einen dummen Trick hält! Aber ich bin sicher, dass da mehr dahinterstecken muss, schließlich will nicht nur Wolf Sascha Magie beibringen, auch Morgaunt scheint der Meinung zu sein, dass er ein mächtiger Magier werden wird... Aber bisher erfährt man fast nichts darüber, was das zu bedeuten hat. Ich hatte öfter das Gefühl: jetzt wird es aber mal Zeit, dass das näher erklärt wird - genau wie ich öfter das Gefühl hatte: jetzt könnte dir Autorin aber mal aufhören, so geheimnisvoll zu sein, und uns mehr über Wolf erzählen.
Trotz des eher langsamen Tempos und kleinerer Schwächen hat mich das Buch durchaus überzeugt, besonders wegen der historischen Atmosphäre, die jede Seite durchdringt. Ich werde definitiv auch den nächsten Band lesen (wenn es denn einen gibt)!

Cover 4,5 Sterne
Originalität 4,5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 3 Sterne
Charaktere 3,5 Sterne
Schreibstil 4,5 Sterne

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