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Dienstag, 17. September 2013

"Seelenfänger" - Chris Moriarty

Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Der Seelenfänger
Originaltitel The Inquisitor's Apprentice
Autor(in) Chris Moriarty
Übersetzer(in) Reinhard Tiffert
Verlag* Dressler
Seitenzahl* 351
Erscheinungsdatum* 27. August 2013
Genre Jugendbuch / Fantasy
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch bei Amazon


"Lower East Side, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Ermittler für magische Angelegenheiten bei der New Yorker Polizei zu arbeiten, ist eigentlich kein Job für einen dreizehnjährigen Jungen. Aber als sich herausstellt, dass Sascha Kessler, Sohn jüdischer Einwanderer aus der ärmlichen Lower East Side, tatsächlich Magie sehen kann, verändert sich sein ganzes Leben. Sascha geht bei dem erfolgreichen Star-Ermittler Maximilian Wolf in die Lehre und gemeinsam jagen sie eine unheimliche Schattenseele, einen Dibbuk, der die ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt."
(Klappentext)

Die Autorin schildert überaus dicht und lebendig die Atmosphäre, die im multikulturellen New York des frühen 20. Jahrhunderts herrschte. Besonders das jüdische Viertel, in dem unser jugendlicher Held Sascha ein karges aber glückliches Leben führt, kann man praktisch sehen, riechen, hören und schmecken - was Sinn und Zweck des Buches war: Chris Moriarty, die selber jüdischer Abstammung ist, hat diesen Roman für ihre Kinder geschrieben, damit sie spannend und unterhaltsam mehr über ihre Wurzeln lernen können. Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal ein Jugend-Fantasy-Buch gelesen zu haben, in dem die jüdische Kultur eine so zentrale Rolle spielte. Das hat es für mich umso interessanter gemacht!

Obwohl das Buch dem Genre Fantasy angehört - Magie ist in diesem alternativen New York allgegenwärtig, vom harmlosen Liebeszauber bis zum bedrohlichen Dibbuk (einer Art Monster)-, ist doch vieles, was hier beschrieben wird, auch in unserer Wirklichkeit genau so und nicht anders passiert. Diese Verwurzlung in der Realität wird manche Leser reizen und andere eher enttäuschen und langweilen. Ich fand die Kombination aus Historie und Magie sehr spannend und charmant, und sie verleiht dem Buch eine ungeahnte Tiefe, da die Autorin dadurch auch Themen wie Rassismus und soziale Ungerechtigkeit ansprechen kann.

Sascha Kessler ist kein perfekter Held: er ist nicht immer mutig, er trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen, und weil er sich seiner Herkunft und seiner Familie schämt, verstrickt er sich hoffnungslos in einem Netz aus Lügen. Aber er hat das Herz am rechten Fleck, und gerade wegen seiner Fehler und seiner Unsicherheiten kann man sich wunderbar mit ihm identifizieren. Wer hat in dem Alter nicht auch mal Mist gebaut?

Auch Lily Astral, die verwöhnte Tochter aus reichem Hause, die ebenfalls bei Saschas Meister in die Lehre geht, hat ihre kleinen und großen Macken. So verschlingt sie in ihrer Freizeit zum Beispiel Unmengen an billigen Groschenheften, deren haarsträubende Abenteuer sie für bare Münze nimmt, und neigt dazu, sich unbedacht in die brenzligsten Situationen zu stürzen - was dann oft Sascha ausbaden darf. Lily habe ich fast noch mehr liebgewonnen als Sascha, obwohl sie manchmal wirklich eine kleine Zicke sein kann!

Inspektor Wolf, der Inquisitor, der zum Lehrmeister der beiden Kinder wird, ist ein schwer zu durchschauender Charakter, über den wir sicher mehr in den nächsten Bänden erfahren werden - er ist eher ein stilles Wasser, aber die sind ja bekanntlich tief...

Auch die anderen Charaktere fand ich sehr glaubwürdig und überzeugend geschrieben, von Saschas schrulliger Familie bis zur exotischen Tänzerin "Little Cairo", die in Wirklichkeit Rosie heißt, karottenrote Haare hat und Erfinderin werden will.

Ich könnte mir vorstellen, dass der doch recht anspruchsvolle Schreibstil, die vielen Referenzen auf historische Ereignisse und Personen sowie die zahlreichen unbekannten Wörter auf Kinder etwas abschreckend wirken. Das Buch ist definitiv eher für vielgeübte Leseratten ab 14 geeignet als für jüngere und unerfahrenere Leser!

Auch inhaltlich würde ich es nicht für kleinere Kinder empfehlen: es passieren doch einige gruslige Dinge, die zu Albträumen führen könnten. (Hätte ich dieses Buch mit 10 gelesen, hätte ich mit Sicherheit ein paar Nächte nicht gut geschlafen!)

Ein paar Passagen im Mittelteil des Buches lesen sich eher schleppend; erst gegen Ende steigert sich das Tempo dann wieder bis zum fulminanten Höhepunkt.
Wer Jules Verne mag, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit mögen. Wer Fantasy liebt UND sich für Geschichte interessiert sicher auch. Es ist meiner Meinung nach aber keine leichte Lektüre für zwischendurch, sondern ein Buch, in dass man ein bisschen Gehirnschmalz und Leseleidenschaft invenstieren muss.

Cover 4 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 3,5 Sterne
Charaktere 4 Sterne
Schreibstil 4 Sterne
Humor 4 Sterne

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