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Freitag, 27. September 2013

"Raum" von Emma Donoghue

Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Raum
Originaltitel Room
Autor(in) Emma Donoghue
Übersetzer(in) Armin Gontermann
Verlag* Piper
Seitenzahl* 416
Erscheinungsdatum* 12. November 2012
Genre Gegenwartsliteratur
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches
Das Buch bei Amazon

Jack ist 5 Jahre alt. Er liebt Zeichentrickfilme, wünscht sich einen Hund und könnte den ganzen Tag Süßigkeiten futtern... Aber leider gibt es Hunde ja nur im Fernsehen, und Süßigkeiten nur dann, wenn Mama und er ihren Sonntagswunsch dafür verwenden, und den brauchen sie oft für wichtigere Dinge wie Schmerztabletten. Nachts muss Jack im Schrank schlafen gehen, damit der Alte Nick ihn nicht sehen kann, wenn er kommt. Der Alte Nick bringt das Essen, die Kleidung und Alles, was Jack und Mama sonst noch so brauchen. Selber können sie sich diese Dinge nicht besorgen, schließlich können sie Raum nicht verlassen...
Die Grundidee für "Raum" ist bestechend: ein kleiner Junge hält die 12 Quadratmeter, in denen er sein kurzes Leben bisher verbracht hat, für die ganze Welt, weil seine Mutter es ihm so erklärt hat. Er hat keine Ahnung, dass die Dinge, die er im Fernsehen sieht, "in echt" sind. In seiner Unschuld ist ihm nicht klar, dass Ma und er Gefangene sind, und warum der Alte Nick, der über alles bestimmt, nachts zu seiner Mutter ins Bett steigt... Er vermisst nichts, denn er kennt es nicht anders. 

Als Leser wird einem schnell klar, in was für einem Albtraum Jack und seine Mutter eigentlich leben, und dass dahinter ein ungeheures Verbrechen steht. Man fragt sich gespannt und beklommen, wie es weitergehen wird - werden die beiden den Rest ihres Lebens in Raum verbringen müssen, oder werden sie noch flüchten können oder gerettet werden? Und falls ja, wird Jack mit der großen weiten Welt außerhalb dessen, was er kennt, überhaupt klarkommen? 

Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen - zum einen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgehen würde, und zum anderen, weil mir Jack so ans Herz gewachsen ist. Er ist ein lieber kleiner Kerl, sehr aufgeweckt und kreativ. Einerseits scheint er seinem Alter weit voraus zu sein, da seine Mutter sich 24 Stunden am Tag mit ihm beschäftigt und ihm vieles beibringt. Andererseits ist er weit hinterher, da ihm ja vieles an Reizen und Sozialisierung fehlt, was Kinder zu ihrer Entwicklung brauchen. 

Seine Mutter tut ihr Bestes, um ihrem Kind ein möglichst schönes Leben zu bieten: sie denkt sich immer wieder neue Spiele aus, bastelt Spielsachen mit ihm und versucht, ihn vor der grausamen Wahrheit abzuschirmen. Das habe ich wirklich an ihr bewundert. Ja, sie hat zwischendurch Phasen, in denen sie einfach die Decke über den Kopf zieht und sich weigert, aufzustehen oder sich mit Jack zu beschäftigen, sie ist manchmal wütend und agressiv, aber mal ehrlich - das kann man ihr in einer solchen Extremsituation nicht übelnehmen. 

Man sollte meinen, dass es langweilig wird, zwei Menschen auf engstem Raum beim Leben zuzusehen, aber das ist es nicht, und das ist meiner Meinung nach eine ganz große Leistung der Autorin!

An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, fand ihn dann aber fantastisch: es ist Jack, der uns die Geschichte in seiner ganz eigenen Sprache erzählt. (Das war sicher eine echte Herausforderung für den Übersetzer!) Natürlich in eher einfachen Worten, er ist schließlich erst fünf Jahre alt, aber auch erstaunlich packend und oft ziemlich witzig. 
Wer sich darauf einlassen kann, die Welt durch die Augen eines ungewöhnlichen Kindes zu sehen, und eine Geschichte, wie man sie sonst in Thrillern findet, mal völlig anders erzählt zu bekommen - mal traurig, mal bedrückend, aber oft auch komisch und unerwartet lebenslustig, der sollte zumindest mal in die Leseprobe reinlesen. 

Cover 4,5 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau und Tempo 4 Sterne
Charaktere 4,5 Sterne
Schreibstil 5 Sterne
Humor 3,5 Sterne
Ende 3 Sterne

Kommentare :

  1. Hey :)
    Wow, "Raum" hab ich schon öfter im Laden liegen gesehen, habe mir aber nie eine solche Geschichte dahinter vorgestellt! Da das Cover so bunt ist hätte ich mit was anderem gerechnet, aber du sagst ja, es ist auch der Sicht eines 5 Jährigen geschrieben. Wow! Jetzt hast du mich total neugierig gemacht! Ich denke, das kommt direkt mal auf meine Amazon Wunschliste (Ich Sammle bereits für einige Begebenheiten bei denen ich demnächst Geschenke bekomme :D ) Und dann muss ich mir die Geschichte von Jack und seiner Mutter auch mal näher ansehen! :-)

    Zu "Crank" von Ellen Hopkins: Naja also der Scheibstil ist schon gewöhnungsbedürftig aber ich finde es ging bei mir recht schnell. Man muss das ganze nicht immer lesen wie ein Gedicht sondern kann oft auch diese kleinen "Stophen" einfach durchlesen wie einen Satz. Aber dadurch, dass manchmal einzelne Worte am Rechten Seitenrand stehen anstatt direkt am Satz links (zum Beispiel kann man diese dann manchmal von Oben nach unten nochmal in einem eigenen Satz lesen), verleiht das dem ganzen irgendwie so viel Ausdruck! Kristinas Verzweiflung kommt dann ganz oft einfach so gut durch!
    Dazu noch die Frage: Liest du auch Englische Bücher? :) Denn die zwei Folgebände und alle anderen Bücher von Ellen Hopkins gibt es soweit ich weiß nur auf Englisch. Und "Crank" kann man natürlich auch als abgeschlossene Geschichte lesen aber wenn man weiß, da gibt es noch mehr, macht einen das schon neugierig (und "Fallout", der dritte Teil, ist super! :) )

    Soo... das war mal ein riesen Kommentar :D Sorry ;)
    Viele Grüße, Katharina

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    Antworten
    1. Ich lese sogar sehr gerne auf Englisch, denn das ist eigentlich meine Muttersprache! ;-) "Raum" habe ich auch im englischen Original gelesen und danach nur mal in die deutsche Fassung reingelesen, um zu gucken, wie die Übersetzung so ist. (Das war sicher sehr schwer zu übersetzen!)

      Ich denke, von "Crank" werde ich mir mal die Leseprobe auf englisch runterladen und lesen, vielleicht komme ich da ja auch einfacher rein als gedacht.

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Danke für deinen Kommentar! :D