Folgt mir auf:
    
     
Thalia buecher.de 
Goodreads Lovelybooks 
Was Liest Du?
 Amazon
WhatchaReadin' 
Büchertreff
Zuletzt besprochene Mal- und Hobbybücher*:
   
Demnächst:

Impressum

Datenschutz



#bloggergegenrechts
Für Toleranz und Diversität!
 
Zuletzt besprochene Romane / Sachbücher*:    Demnächst:
       
  
  * ein Klick auf das Cover bringt euch zur Rezension!
Seit November 2017 findet ihr meinen Blog auch auf Wordpress.

Donnerstag, 5. September 2013

"Angelfall" (#1) von Susan Ee


#anzeige: Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.


Meine Wertung 5 von 5 Sternen
Titel Angelfall (#1)
Autor Susan Ee
Verlag Heyne
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 26. August 2013
Genre Dystopie / Fantasy



"Wenn die Engel die Bösen sind

Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester von Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Die Siebzehnjährige zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel ...
Penryn ist die Starke in der Familie: Seit ihr Vater sie verlassen hat, kümmert sie sich in jeder freien Minute um ihre siebenjährige Schwester Paige, die im Rollstuhl sitzt, und um ihre Mutter, die seit der Trennung mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat. Doch seit einigen Wochen ist Penryns Aufgabe immer schwieriger geworden – wenn nicht sogar unmöglich. Die Engel sind gekommen, und mit sanftmütigen, himmlischen Geschöpfen haben die überhaupt nichts gemein! Ganz im Gegenteil – sie zerstören Städte auf der ganzen Welt und machen Jagd auf Menschen. Als Paige von Engeln verschleppt wird und ihre Mutter spurlos verschwindet, bleibt Penryn allein zurück. Die Siebzehnjährige ist wild entschlossen, das Leben ihrer Schwester zu retten, doch dazu muss sie nach Aerie gelangen, dem Hauptquartier der Engel, das auf den Trümmern San Franciscos errichtet wurde. Auf ihrer Reise durch das verwüstete Kalifornien wird sie von Raffe begleitet, einem wunderschönen gefallenen Engel. Raffe, dem seine Flügel genommen wurden, hat mit Paiges Entführern noch eine Rechnung offen und erklärt sich bereit, Penryn zu helfen. Penryn weiß, dass sie ihre Schwester ohne Raffes Unterstützung nicht befreien kann, aber soll sie einem Engel in diesen dunklen Zeiten wirklich vertrauen?"
(Klappentext)


Wer "Die Tribute von Panem" gelesen hat, könnte schnell auf den Gedanken kommen, dass Katniss Everdeen und Penryn Young sich sehr ähnlich sind: Beide kümmern sich seit dem Verlust des Vaters um eine Mutter, die nicht mehr zurechnungsfähig ist, und eine unschuldige, hilflose kleine Schwester. Beide leben in einer dystopischen Welt voller Gewalt, Hunger und Unterdrückung. Und vielleicht am Ungewöhnlichsten: beide sind (zunächst) keine strahlenden Heldinnen, die sich gegen das Regime stellen wollen oder gar die Welt retten - ihre Loyalität gilt anfänglich ausschließlich ihren Familien und Freunden. Sie begehen Fehler, sie treffen selbstsüchtige Entscheidungen. Sie sind fehlbare junge Menschen

Aber halt, legt das Buch noch nicht weg oder streicht es von der Wunschliste: Trotz dieser Übereinstimmungen sind "Angelfall" und "Panem" gänzlich unterschiedliche, eigenständige Bücher - beide großartig auf ihre ganz eigene Art! Denn Susan Ee hat sich Vieles einfallen lassen, was ich so noch in keiner anderen Dystopie gelesen habe: zum einen spielt "Angelfall" nicht in einer weit, weit entfernten Zukunft, sondern ziemlich nahe dran an unserer Gegenwart, was es umso erschreckender macht - die Menschen in diesem Buch, das könnten WIR sein! Die Veränderungen sind keine politischen, es geht hier nicht um eine korrupte oder grausame Regierung, die im Laufe einer kriegerischen Geschichte die Macht an sich gerissen hat: die Welt verändert sich quasi über Nacht. Ausgerechnet die Wesen, die in verschiedenen Religionen Sinnbilder der Gnade, des Mitgefühls und der gütigen Macht Gottes sind, fallen über die Welt her wie skrupellose, grausame Monster und legen ganze Landstriche in Schutt und Asche. Und Niemand weiß, warum - will Gott die Menscheit strafen? Oder gibt es gar keinen Gott und die Engel sind wirklich nur perverse Ausgeburten einer unbekannten Welt? 

Das Buch hat sehr aktionreiche Passagen, in denen es Schlag auf Schlag geht - und langsamere Passagen, die ich mindestens genauso spannend fand, denn gerade in diesen hat man sozusagen die Muße, einfach nur die halbzerstörte Welt durch Penrys Augen zu beobachten, wobei sich eine beklemmende Stimmung ständiger Bedrohung aufbaut. Der Kampf ums Überleben bringt das Beste und das Schlechteste aus den Menschen heraus, die sie auf ihrer Reise trifft. Gegen Ende des Buches schraubt sich die Spannung immer weiter hoch bis es kaum noch zu ertragen ist, und man erfährt einige Dinge, mit denen man niemals gerechnet hätte (oder zumindest habe ich das nicht). 

Die Gewaltdarstellung war oft überraschend und schockierend, aber meines Erachtens nach nicht zu sehr übertrieben - auch wenn ich manchmal wirklich schlucken musste. Einem Jugendlichen unter 14 Jahren würde ich das Buch allerdings wirklich nicht empfehlen! 

Die beiden Protagonisten sind großartige Charaktere. Wie schon erwähnt, ist Penryn keine perfekte, unfehlbare Heldin. Sie ist 17 und muss eine Verantwortung tragen, die eigentlich für ihr Alter viel zu schwer wiegt. Schon bevor die Engel einfielen, hat sie jahrelang Kampfsportarten und Selbstverteidigungstechniken studiert - um sich und ihre kleine Schwester gegen ihre schizophrene Mutter verteidigen zu können, deren gewalttätige Ausbrüche sich in ihren Wahnvorstellungen zu oft gegen ihre eigenen Kinder richten. 

Es gab ein paar Szenen, wo eine perfekte Heldin Menschen gerettet oder zumindest von ihrem Leiden erlöst hätte - und Penryn schaut weg und geht einfach weiter. Aber mal ehrlich - würde ich als verängstigte 17-jährige mein Leben für Fremde riskieren, wo ich doch meine kleine Schwester retten muss? Oder im Fall, dass eine Rettung gar nicht mehr möglich ist - könnte ich einem kleinen Kind die Kehle durchschneiden oder es erstechen, um ihm einen gnädigen Tod zu schenken? Und Penryn macht auf ihrer Reise eine spürbare Veränderung durch, sie wird sozusagen vor den Augen des Lesers zu einer entschlosseneren, mutigeren Erwachsenen, die weit mehr hinterfragt, als nur noch ihre eigenes Umfeld. Und das hat mir sehr gut gefallen! 

Raffe ist weder das grausame Monster, das Penryn erwartet, noch ist er ein typischer Romantasy-Engel. In der typischen paranormalen Romanze hätten sich Penryn und Raffe wahrscheinlich getroffen, sich direkt ineinander verliebt und wären dann gemeinsam entweder ausgezogen, die Engel zu stürzen, oder sie hätten es durch das Vorbild ihrer großen Liebe geschafft, Engel und Menschen zu versöhnen. Oder so. Tatsächlich reisen sie nur gemeinsam, weil jeder etwas hat, was der andere braucht, und andere Gefühle entwickeln sich nur sehr langsam und mehr angedeutet als ausgesprochen. Auch das hat mir sehr gut gefallen, weil es sich viel realistischer anfühlte (und außerdem nicht so vor Kitsch troff). 

Der Schreibstil hat mir großartig gefallen und hat mich gar nicht mehr losgelassen. Ich konnte mir alles wunderbar vorstellen, und gegen Ende hätte ich am liebsten direkt weiter gelesen! Ich glaube nicht, dass ich auf die deutsche Übersetzung warten kann. 




Wer Dystopien gerne liest, sollte dieser wirklich eine Chance geben! Besonders interessant fand ich die Diskrepanz zwischen dem Bild, dass man sich für gewöhnlich von Engeln macht, und der grausamen "Wirklichkeit" dieser Welt. 

Cover 5 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 5 Sterne
Charaktere 5 Sterne
Schreibstil 5 Sterne
Romantik 3 Sterne

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Danke für deinen Kommentar! :D