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Mittwoch, 28. August 2013

"Zarin der Vampire - Blut der Sünde" von Tatana Fedorovna


Meine Wertung 3 von 5 Sternen
Titel Zarin der Vampire - Blut der Sünde
Autor Tatana Fedorovna
Verlag CreateSpace
Seitenzahl 148
Erscheinungsdatum 26. Dezember 2012
Genre Vampirroman



"Der erste Band wirft den Leser mitten in ein dramatisches Geschehen. Die Handlung ist schockierend, wahrhaftig, brutal, leidenschaftlich! Realität ist oft grausamer als Fantasie. Blutstropfen für Blutstropfen, Seite für Seite wird das Grauen Sie packen! Der bestialische Mord an der gesamten Zarenfamilie erschütterte 1918 die gesamte zivilisierte Welt und gibt bis heute viele Rätsel auf. Was haben jedoch aktuelle Kriminalfälle in Berlin damit zu tun? Ist es Zufall, dass der Kommissar Graf Gordon von Mirbach Unterstützung von einer mysteriösen russischen Mitarbeiterin der Detektei Barnes und Gobler erhält? 

Diese Premiumedition wurde von der in London lebenden Anja Uhren illustriert. Das Buch ist nicht für Leser unter 16 Jahren geeignet."
(Klappentext)


Pro:

Die Protagonistin, aus deren Sicht wir die Geschichte hauptsächlich erzählt bekommen, ist Olga - die älteste Tochter der 1918 ermordeten Zarenfamilie, die das Massaker nur durch eine Ampulle uralten Vampirbluts überlebt hat. Seither kämpfen in ihr zwei Seiten um die Vorherrschaft: die menschliche, die entschlossen ist, sich nur vom Blut böser Menschen zu ernähren, und die vampirische, die es wie eine Katze genießt, ihre Opfer zu quälen und mit ihnen auf grausamste Art und Weise zu spielen. 

Es wird im Laufe des Buches immer klarer, dass Olga keine der modernen Vampirinnen ist, wie sie so oft besonders in der Romantasy vorkommen: im Grunde des Herzens edel und gut, romantisch und liebesbedürftig... Es ist nur zu deutlich, dass sie seit ihrer eigenen Ermordung viel ihrer Menschlichkeit eingebüßt hat, was sich an vielen kleinen Details zeigt. Z.B. findet sie es "possierlich", wenn ihre beiden Schoßhündchen menschliches Blut trinken und sich dann die kleinen Schnauzen lecken, und sie verarbeitet Teile ihrer Opfer zu Leckerbissen und Kauspielzeug für die Hunde, ohne darin etwas Verwerfliches zu sehen. 

Den männlichen Protagonisten - ausgerechnet einen Nachfahren des Grafen, der erfolglos versucht hatte, die Zarenfamilie zu retten - lernen wir im ersten Band nur wenig kennen; er wird sicher im zweiten Band eine größere Rolle spielen. 

Die ungewöhnliche, zwiespältige "Heldin" und die Grundidee, ein Mitglied der unglückseligen Zarenfamilie zur Vampirin zu machen, ist definitiv originell. Auch wenn ich schon einmal ein Buch gelesen habe, in dem der kleine Zarewitsch zum Vampir gemacht wurde, ist das doch eine Idee, die noch keineswegs ausgelutscht ist! 

Das Cover, fand ich sehr ansprechend und mal was Anderes als das typische Foto einer hübschen jungen Frau. Es stellt Olgas Zwiespältigkeit und Tragik wunderbar dar. 

Kontra:

Was Olga so originell macht - ihre spielerische Grausamkeit, ihren Kampf gegen genau diese vampirische Natur - ist leider auch das, was es mir schwer macht, mit ihr zu sympathisieren oder sich mit ihr zu identifizieren. Zwar empfand ich Mitleid mit ihr und ihrer Familie, aber ihre Grausamkeit fand ich oft abstoßend. 

Ihr männlicher Gegenpart bleibt im ersten Band noch zu blass und kommt zu wenig vor, um sich zu ihm eine wirkliche Meinung zu bilden. 

Der Spannungsaufbau blieb für mich elend im Sande stecken. Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen: im Berlin der Gegenwart arbeitet Olga als Detektivin, und sie bekommt den Auftrag, direkt zwei Fälle zu bearbeiten. Zum einen das Verschwinden einer ganzen Reihe von jungen Mädchen (ob Olga da so ganz unschuldig dran ist?), zum anderen um die Unterschlagung mehrerer Million bei einem Bauprojekt - wobei der leitende Staatsanwalt in diesem Fall zur Zeit blutend in Olgas Keller an zwei Metallhaken hängt... Dann werden in einem längeren Rückblick die letzten Wochen im Leben der Zarenfamilie geschildert. Das Bindeglied zwischen beiden Zeitebenen scheint der Polizist zu sein, der mit Olga zusammenarbeiten soll. 

Ich weiß, dass dies der erste Band einer Reihe ist, und insofern hatte ich nicht erwartet, das schon alles restlos aufgeklärt wird - aber es wird gar nichts aufgeklärt, es gibt keinen richtigen Spannungsbogen, keine Steigerung, keinen Höhepunkt... Als das Buch nach nur 148 Seiten sehr abrupt und überraschend endet, hat Olga noch nicht einmal richtig damit angefangen, in den Fällen zu ermitteln, geschweige denn etwas aufzuklären. 

Mit dem Schreibstil hatte ich auch so meine Probleme. Dafür, dass das Buch professionell lektoriert wurde, gibt es eine ganze Menge doppelter und fehlender Wörter, Wiederholungen und Ähnliches. Die Autorin scheint eine Vorliebe für die Wörter "nun", "recht" und "wohl" zu haben, denn die tauchen auffällig oft auf. Recht unverdorben, recht gut, recht belebt, recht kurz... Manche Formulierungen tauchen innerhalb weniger Abschnitte zwei- oder dreimal fast identisch auf. 

Die "Stimmen" der beiden Protagonisten unterscheiden sich meines Erachtens nach zu wenig, obwohl die eine eine fast 100-jährige Vampirin ist und der andere ein Polizist unserer Zeit. Das hat es mir schwer gemacht, wirklich ein Gefühl für die Individualität der beiden zu bekommen.




Wem würde ich das Buch empfehlen... Es fällt mir schwer, dass zu sagen! Der erste Band in sich konnte mich noch nicht überzeugen, aber vielleicht wird der zweite Band die Geschichte zu einem abgerundeten, spannenden Leseerlebnis machen? Es gibt inzwischen beide Bände als Sammelband, der in der Kindle-Ausgabe nur €3,99 kostet. Wer also aufgrund der originellen Idee und der ungewöhnlichen Heldin den Büchern eine Chance geben will, kann das ohne großes finanzielles Risiko tun. 

Cover 4 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 2 Sterne
Charaktere 3 Sterne
Schreibstil 3 Sterne


Kommentare :

  1. Ich hasse es, wenn der männliche Darsteller blass aussieht ._. Im Grunde hört sich das Buch sehr interessant an, aber ich glaube mal nicht, dass ich es mir holen werde. Oft brauche ich mehr als eine tolle Idee o.o Ich finde toll, dass du Bücher rezensiert, von denen man nicht so viel hört ^.^

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    1. Und schöne, ausführliche Rezension - wie immer :)

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    2. Ich bin selber mit mir am kämpfen, ob ich den zweiten Band überhaupt noch lese oder nicht...

      Ich habe mir vorgenommen, jetzt auch öfter mal zwischendurch weniger Bekanntes zu rezensieren, mal sehen, was mir da so einfällt!

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Danke für deinen Kommentar! :D