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Sonntag, 30. Juni 2013

"Der Kuss des Meeres" von Nathalie C. Kutscher


Meine Wertung 4 von 5 Sternen
Titel Der Kuss des Meeres
Autor Nathalie C. Kutscher
Verlag CreateSpace
Seitenzahl 118
Erscheinungsdatum 30. November 2011
Genre Gegenwartsliteratur
Das Buch bei Amazon


"Stella Jones – eigentlich Stella Jónsdottier, ist Isländerin. Vor zehn Jahren, flüchtet sie nach New York und hat die Vergangenheit – die aus Missbrauch durch den Vater bestand – hinter sich gelassen. Doch nun tritt sie den schwersten Gang ihres Lebens an, denn sie muss ihren ungeliebten Vater zu Grabe tragen. Doch sie hat sich vorgenommen, gegen die Dämonen aus der Vergangenheit anzukämpfen.Ein packender und beeindruckender Mystery-/Suspensethriller, der einen vom Anfang bis zum Ende gepackt hält."
(Klappentext)


Pro:

Island ist die perfekte Kulisse für diese Geschichte und dabei fast mehr als das. Die Landschaft, die Menschen, alles wird bildhaft beschrieben und verleiht dem Buch Atmosphäre und Lokalkolorit. 

Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung ist und bleibt ein wichtiges Thema; leider ist es für viel zu viele Kinder immer noch traurige Realität. In diesem Buch wird das Thema in einer (zumindest für mich) völlig unerwarteten und dadurch unverbrauchten, interessanten Art und Weise aufgegriffen.  

Die Autorin vermeidet geschickt Klischees und erzählt die Geschichte in einer ganz eigenen, unverwechselbaren Stimme. Die Spannung steigert sich von Beginn an stetig, aber es ist eine schleichende, eher unterschwellige Spannung. Der Schrecken einer traumatischen Kindheit ist dabei auf jeder Seite spürbar, manchmal ist es fast schwer zu ertragen. 

Den Schreibstil fand ich überwiegend flüssig zu lesen, nur da und dort haben sich kleinere Fehler und etwas holprige Stellen eingeschlichen. 

Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch als Thriller bezeichnen würde; Ich empfand es eher als eine Mischung aus psychologischer Studie und Familiendrama, mit einem (zweideutigen) Mystery-Element - wobei dem Leser überlassen bleibt, ob er dieses für Wahn oder Wirklichkeit hält. 

Kontra:

Stella und Sunna erweckten mehr und mehr Mitleid in mir, aber ich fand es schwer, für die beiden darüber hinaus wirklich tiefergehende Sympathie zu entwickeln. Stellas Charakter lässt sich nur schwer erfassen, was allerdings sicher auch beabsichtig ist - warum kann ich hier nicht erklären, sonst würde ich schon zu viel verraten. 

Das Ende kam für meinen Geschmack ein wenig zu abrupt, aber das ist sicher Sache der persönlichen Vorlieben. 




Wer einen temporeichen Thriller voller Action sucht, ist mit diesem Buch wahrscheinlich nicht gut beraten. Wer aber bereit ist, sich auf ein ungewöhnliches, manchmal abgründiges Buch voller zwiespältiger Charaktere und Geschehnisse einzulassen, sollte ihm zumindest mit einer Leseprobe eine Chance geben. 

Cover 4 Sterne
Originalität 5 Sterne
Spannungsaufbau & Tempo 3 Sterne
Charaktere 3 Sterne
Schreibstil 4,5 Sterne

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